"IT-Sicherheit fällt nicht vom Himmel"

 

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Britta Heinrich

Pressesprecherin

Der Krypto-Wurm WannaCry hat in den vergangenen Tagen weltweit 75.000 Rechner infiziert und dabei viele Unternehmen und Organisationen empfindlich getroffen. Die von Dataport gemanagten Systeme in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt wurden nicht infiziert. Andreas Reichel, Dataport-Vorstand Technik, erklärt im Interview, warum der Krypto-Wurm keinen Schaden anrichten konnte.

Herr Reichel, der Krypto-Wurm WannaCry hat die Wirtschaft und Verwaltung weltweit aufgeschreckt. Warum konnte er in den Trägerländern von Dataport nichts anrichten?

Wir haben ein 10-Schichtenmodell für IT-Sicherheit im Einsatz, das für den Schutz sorgt. Dazu gehören nicht nur ständig aktualisierte Firewall- und Antivirensysteme, sondern auch ein professionelles Patchmanagement, strikte Trennung von Netzen, engmaschiges Monitoring und strenge Regeln für das Administrieren und den Zugang zu unseren IT-Systemen. Und etliches mehr. Das ist sehr viel Aufwand, der aber die Risiken reduziert.

Solange nichts passiert, wird der hohe Aufwand für IT-Sicherheit ja gerne in Frage gestellt...

Das ist leider richtig. Aber machen wir uns nichts vor: IT-Sicherheit fällt nicht vom Himmel. Dahinter stecken intensive Arbeit, klare Strukturen und qualifiziertes Personal. All das kostet viel Geld. Aber der aktuelle Fall von WannaCry zeigt, dass es gut angelegtes Geld ist und dass man nie nachlässig werden darf.

Wie kann man sich hundertprozentig vor Hackerangriffen schützen?

Gar nicht, denn absolute Sicherheit wird es nicht geben. Täglich wird neue Schadsoftware verbreitet, da befinden wir uns in einem stetigen Wettlauf mit den Angreifern. Schlussendlich geht es schlicht darum, soviel in die eigene Sicherheit zu investieren, dass sich ein Angriff für den Angreifer wirtschaftlich nicht lohnt. Es geht um den Schutz der Daten der Bürgerinnen und Bürger sowie des Staates. Deshalb ist der Aufwand für IT-Sicherheit ohne Alternative.

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