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Folge 1 Projekt trifft Test – mehr Gemeinsamkeiten, als du denkst
Laufzeit: 18:11 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport. Ich bin Isabella Woitschach, Employer Branding Managerin und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht. Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht's. Meine heutigen Gäste sind Annabelle und Jasmin und ich freue mich sehr, dass ihr heute dabei seid. Wir nehmen heute die erste Folge mit euch auf und ich bin schon sehr gespannt, was wir heute alles über euch erfahren werden. Schön, dass ihr da seid, Insights gebt vor allem für unsere Zuhörer*innen. Stellt euch doch einmal ganz kurz vor.
Ja, ich bin Annabelle. Ich bin seit ungefähr fünfeinhalb Jahren bei Dataport. Ich habe ursprünglich Mathematik studiert, mit Nebenfach Informatik und habe mich dann hier beworben und bin seitdem hier als Softwaretesterin, also im Softwarehaus und bin sehr zufrieden nach wie vor als Testerin hier unterwegs.
Mein Name ist Jasmin, Jasmin Tarhouni. Ich bin seit über vier Jahren jetzt bei Dataport, arbeite als Projektleiterin in einem sogenannten Kundenprojekt. Erzähle euch später noch mal mehr, was das eigentlich bedeutet. Und ich bin eigentlich studierte Geografin und guck mal, da eint uns schon was: Naturwissenschaften. Ich habe aber schon immer in irgendeiner Art und Weise im Kontext der öffentlichen Verwaltung gearbeitet, bin also damit bekannt und freue mich. Bin super gespannt auf heute.
Schon für mich persönlich super spannende Themen. Einmal Frauen in der Softwareentwicklung oder Testung. Ich glaube das auch nicht so verbreitet und auch Quereinstieg. Es ja auch nochmal ein spannendes Thema. Vielleicht geht ihr da ja noch mal darauf ein. Was müsste man denn über euch wissen, was noch so vielleicht eine persönliche Note reinbringt?
Also ich bin ein riesen Harry Potter Fan und habe zu Hause Miniaturwelten aufgebaut, von Hogwarts, der Winkelgasse und den ganzen Schauplätzen, die man als Fan kennt. Und das lustige ist, wenn wir Videomeetings haben, kann man ja eigene Bilder als Hintergrund hochladen. Und da habe ich mir die Büros von Charakteren abfotografiert und komme dann zum Beispiel aus Arthur Wesleys Büro in den Videocall.
Richtig cool. Krass.
Ich bin ein totaler Monk, Struktur Monk, das ist super für meine Arbeit. Ich liebe Flohmärkte, weil ich einfach gerne stöbere und Sachen entdecke, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Und ich werde gerade mehrfach Mama, weil unsere Urzeitkrebse Nachwuchs erwarten.
Also ich bin schon richtig gespannt, was uns jetzt erwartet. Und jetzt habt ihr so ein bisschen übereinander erfahren, beruflich als auch persönlich. Jasmin was wäre denn so die Frage, die dir unter den Nägeln brennt, was du unbedingt von Annabelle wissen möchtest.
Als ich erfahren habe, dass wir heute zusammen Podcast aufnehmen, ich eigentlich nur wusste, irgendwie Softwareentwicklung, Softwarehouse und viel mehr wusste auch eigentlich nicht, ob eine Frau kommt oder nicht. War total Klischee, okay, Mann sitzt im Keller bei Mutti mit Chipstüte und programmiert irgendwie hart. Klischeeschublade zu. Jetzt sitzt hier eine unfassbar sympathische, gut aussehende junge Frau, die Mathe studiert hat und dieses Klischee voll nicht bedienen kann. Warum? Wieso hast du dich entschieden für Softwareentwicklung, Softwaretestung?
Ja, gute Frage. Das wurde ich oft gefragt. Ich hatte viele Optionen in meinem Kopf, beruflich und auch studientechnisch. Aber ich habe Mathe immer am allermeisten geliebt. Einfach wegen der Klarheit und der Präzision in der formalen Sprache. Und beruflich habe ich bis zum Ende meines Studiums nicht gewusst, was ich machen möchte, hatte aber Informatik als Nebenfach, weil meine Kommilitoninnen das gemacht haben. Und ich habe einfach während des Mathestudiums gemerkt, dass es mir liegt und ich es liebe, ganz genau hinzuschauen. Und da dachte ich, Softwaretestung ist genau das Richtige, weil man mit einem Adlerauge unterwegs sein muss und Definitionen verstehen muss, kleinste Abweichungen von Definitionen erkennen muss und es halt auch ein super vielfältiger Beruf ist. Und deswegen habe ich mich dafür entschieden.
Ist nach dem Studium dein erster Job?
Genau, es ist mein erster Job. Ja, ich habe mich als Trainee beworben. Das ging dann ein Jahr lang und bin auch da schon in dem Projekt gewesen, in dem ich jetzt bin und bin da geblieben, weil es mir einfach super gut gefällt und sich das tatsächlich bewahrheitet hat. Meine Einschätzung, dass mir das Spaß macht.
Das klingt so, als wenn du mega happy mit deiner Entscheidung bist.
Ich bin mega happy. Ja, also wir haben ein super nettes Team. Wir sind auch ein sehr großes Team, 30 Menschen insgesamt mittlerweile und es ist auch ein Langläuferprojekt mit einer sehr hohen Komplexität. Wir haben 20 Microservices, die wir implementieren und die ich testen muss und dadurch ist es immer spannend. Es wird nie langweilig. Also man hat fachlich immer Neues zu lernen, muss logisch denken und alle im Team sind einfach supernett, super entspannt, humorvoll.
Okay, deine Entscheidung habe ich voll verstanden und ich habe nicht verstanden, was. Was tun wir mal so, ich wäre fünf und du sollst mir erklären, was dein Alltag ist und was du so machst.
Ja, gern. Also, ein Teil meiner Arbeit ist Programmierung, das klassische Coden, was du dir auch vorgestellt hast. Und viel davon ist auch aus dem Homeoffice. Also da war dein Klischee nicht ganz falsch, dass man wirklich vor dem PC sitzt und in seine Tasten hackt. Das macht auch super viel Spaß und ich programmiere praktisch die Maschine, dass die nachts die Tests für mich durchführt. Von der Anwendung, die die Entwickler*in programmieren. Morgens werte ich das dann aus. Also ich habe sind 30.000 Tests, die da bei uns durchlaufen, die wir haben. Ich guck, welche sind umgefallen, wo gibt es Abweichungen und analysiert das. Warum ist das umgefallen? Dann ein großer Teil meiner Arbeit ist Berichterstattung. Ich reporte den Produktverantwortlichen, wie die Sachlage ist. Was ist umgefallen? Wie ist meine Einschätzung? Sind wir deployment fähig? Und dann schreibe ich eben neue Tests, also sehr vieles, auch Konzeption und logisches Denken. Von wegen in welcher Reihenfolge muss ich die Tests ausführen? Wie viele brauche ich, um die Kombinatorik möglichst gut abzudecken? Und ich darf auch manuell testen, also mich einfach händisch durch die Anwendung klicken, kreativ rangehen, gucken, wie kann ich links und rechts gucken, was sind Edge Cases? Und das macht mir so viel Spaß, dass es so vielfältig ist.
Annabelle, magst du noch mal erklären, was umgefallen bedeutet?
Ja, klar. Also, die Tests können grün oder rot sein. Grün heißt, es ist bestanden. Das erwartete Ergebnis kam raus. Rot bedeutet, es kam was anderes raus. Dann sagen wir, der Test ist umgefallen. Also da ist ein Fehler angeschlagen. Und dann muss ich schauen was ist der Fehler? Jetzt würde mich von dir interessieren, was macht man eigentlich als Projektmanagerin? Wie ist so dein Arbeitsalltag? Gehst du viel zum Kunden. Also hast du viel Kundenkontakt, berätst du den Kunden. In welchen Punkten, berätst du ihn?
Ich bin super viel beim Kunden. Ich bin aber auch super für beim Homeoffice. Ist vielleicht für alle Zuhörenden auch noch ganz interessant, dass wir so eine Mischform bei Dataport haben.
Wie ist denn da so der die war also wie hält sich das die Waage?
Ich würde sagen, ich arbeite an fünf Tagen die Woche und ich bin mindestens ein, eher zwei Tage entweder beim Kunden oder bei uns an den Standorten. Wir haben ja hier. Ich bin in Kiel, haben diverse Standorte in Kiel und ich bin dann auch abwechselnd unterwegs, auch einfach um Kolleginnen und Kollegen zu treffen und zu socializen.
Aber du hast gefragt, wie mein Alltag eigentlich ist und ich liebe es ja, 5-jährigen zu erklären. Das liegt wahrscheinlich im Mutterkontext. Und eigentlich ist es so, dass ich wie eine Art Dirigent bin. Es gibt ganz viele kluge Köpfe und gute Musikerinnen und Musiker, alle mit unterschiedlichen Instrumenten. Und ich sorge dafür, dass alle im Takt bleiben, weil der Anspruch an meine Arbeit ist, dass ein bestimmtes Musikstück, das vorher ausgesucht wurde, eben einem Publikum gezeigt wird, das jetzt so in ganz einfach erklärt, was ich eigentlich mache.
Und ich habe ja eingangs gesagt, dass ich in einem Kundenprojekt unterwegs bin, Dataport ist ja eine Anstalt des öffentlichen Rechts, dir brauche ich es ja nicht sagen, den Zuhörern dann schon. Das heißt, wir sind die Trägerinnen und Träger sind unterschiedliche Bundesländer. Und ich bin für Schleswig-Holstein unterwegs und bin für deren Projekt, das heißt Tiefendigitalisierung, Wohngeld, eingekauft als Projektleitung und steuere entsprechend für den Kunden alle Inhalte bei Dataport ein.
Ah ja, super spannend. Wir haben vorhin ja schon über Quereinstieg gesprochen. Da wird mich am meisten interessieren. Was würdest du sagen auf deinem Bildungsweg, was hat dir am meisten geholfen für deine aktuelle Arbeit?
Viele würden vielleicht denken mein Studium oder die normale Arbeitserfahrung. Das ist jetzt mein vierter Job nach dem Studium. Ehrlich gesagt, hat mir die Gastronomie weitergeholfen, weil ein Top-Skill oder eine Kernkompetenz einer Projektleitung ist aus meiner Perspektive Empathie und Menschenkenntnis, weil du innerhalb des Projektmanagements eben Menschen dirigierst und gemeinsam an ein Ziel führst. Und die Gastronomie hat mir geholfen, Menschen einschätzen zu können und so profilen zu können.
Wie gehst du da mit Problemen um, wenn du zum Beispiel jemanden berätst und du merkst, das was du ihm rätst, kann er nicht richtig umsetzen oder kommt nicht an? Hast du da irgendwelche Coping Skills, wie du damit umgehst?
Wichtig ist, dass ich weiß, was mein Kunde will bzw. ihn mittels Fragen Techniken auf den Weg bringe und ein gemeinsames Verständnis entwickle. Weil oft ist es so, wenn wir mal so in der bildlichen Sprache bleiben. Ich baue mir irgendwas, in dem ich wohnen kann. Ein Gebäude, okay, was willst du zum Bungalow haben? Willst du ein mehrstöckiges Haus haben oder willst du eigentlich ein Baumhaus haben? Oft weiß ein Kunde oder mein Gegenüber es nicht und ich helfe meinem Gegenüber dabei, wirklich in die Entscheidungsfindung in eine Lösungsfindung zu gehen. Und der Weg ist dann letztlich auch das Ziel, wirklich gemeinsam mit unterschiedlichen Techniken herauszufinden. Und auch möglichst viel fachliche Tiefe in der Beziehung auch abbilden zu können. Weil das Projekt, das ich jetzt gerade mache, ist quasi ein Folgeprojekt aus den Kompetenzen und dem Know-how, das ich vorher im Bereich der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung aufgebaut habe.
Siehst du da Parallelen auch zu dir, Annabelle auch zu deinem Job? Jetzt zu dem Beispiel, was du gerade gefragt hast oder ist das komplett konträr? Kannst du das gar nicht für dich so einsetzen?
Doch, ich sehe Parallelen. Ich muss zum Beispiel immer auf dem Schirm haben mit wem spreche ich gerade? Spreche ich gerade mit dem Management oder spreche ich mit meinen Kolleg*innen? Und dementsprechend muss ich schon Menschen einschätzen können, wie ich die Dinge formuliere. Also zum Beispiel wollen meine Kollegin ganz genau wissen, wo der Fehler liegt und was die technischen Hintergründe sind. Während das Management möchte eigentlich eher, dass ich klar und präzise einfach kurz sage was ist der Stand der Software und sind wir die deployment-fähig? Und da habe ich zum Beispiel auch gemerkt, man sagt ja oft Ja, Mathematik ist so weltfremd und hat eigentlich überhaupt keine Anwendung in der Welt und deswegen bin ich draufgekommen wie ein Quereinstieg. Ich finde, das prägt einen total fürs Leben, weil man eine formale Sprache lernt.
Man lernt sich klar und eindeutig auszudrücken und das ist manchmal das, was der Kunde eben möchte.
Und war das was, was du als du angefangen hast, das war ja jetzt auch dein erster Job nach dem Studium hast du mir davon erzählt. War das auch was, was du erwartet hast, was auf dich zukommt? Oder war das so was, was auch gar nicht in der Stellenausschreibung stand? Was wird dich jetzt irgendwie auch so ein bisschen. Ja, was neu für dich war einfach auch.
Das war tatsächlich neu für mich. Das stand nicht in der Stellenausschreibung, das stimmt ja. Stellenausschreibungen, da geht man oft so durch und denkt okay, das erfülle ich, das nicht, das schon. Also man lernt auch viel dazu, finde ich on the job und das ist etwas, was ich dazu gelernt habe bzw. über mich gelernt habe, dass ich mich sprachlich ganz gut auch kurz fassen kann. Gibt es eigentlich irgendetwas an deinem Job jetzt als erster Job nach dem Studium, das du unterschätzt hast, was du vielleicht auch mitbringst, was sich jetzt als wertvoller weiß, dass du überhaupt nicht auf dem Schirm hattest?
Ja, also was ich merke, was ich als wertvoll erweist, ist Optimismus. Es war, glaube ich, schon immer eine Eigenschaft von mir, alles positiv sehen zu können. Also auch wenn Rückschläge kommen, die andere Seite der Medaille zu sehen, das hatte ich überhaupt nicht auf den Schirm, dass derartige Soft Skills auch ein Vorteil sein könnten. Und das ist gerade als Softwaretester*in finde ich, ein Vorteil, weil man ja Fehler und Abweichungen sucht und jeden Tag damit konfrontiert wird und das auch den Menschen kommunizieren muss, solange bis der Fehler behoben ist und auch öfter sagen muss, da ist immer noch ein Fehler drin, dass immer noch ein Fehler drin und dass man da nicht dahin kommt, das negativ zu sehen, sondern eine Fehlerkultur aufrechterhält. Zu sagen, es ist doch toll, wenn ein Fehler passiert, ist doch super, weil dann komme ich ins Gespräch mit den Menschen, Dann frage ich nach wie war die Spezifikation eigentlich gemeint? Findet da noch eine Lücke in der Spezifikation und das ganze Produkt profitiert davon.
Das heißt, Fehler sind sogar als positiv zu sehen.
Von mir aus absolut. Ja, ich finde, das bringt einen immer in Diskussionen und hilft einfach nur dem Produkt.
Guck mal, das ist eine Gemeinsamkeit. Ein Projektmanagement hilft auch dabei, Lücken zu entdecken, wo Prozesse nicht laufen, wo Stringenz und Konsequenz nicht da ist, um ein Ende zu Ende Produkt, wie wir es ja alle anstreben auszukehren, sind genau diese Fehler, es ist ja immer sehr negativ besetzt oder aber auch Lücken, als Chancen zu begreifen. Finde ich mega, dass du das so optimistisch siehst.
Ja, wir sagen sogar Abweichungen statt Fehler. Im Test sagt man eigentlich Abweichungen. Es weicht von der Spezifikation ab, es kann ja auch sein, die Spezifikation ist nicht ganz so, wie der Kunde es möchte. Es kann auch sein, ich habe einen Fehler gemacht., mein Test ist falsch, er ist einfach falsch positiv. Aber auch da denke ich wow, okay, dann kann ich das Testprodukt verbessern.
Und gibt es etwas, was du so als das kniffligste Feature bezeichnen würdest, wo du mega mega stolz drauf bist, dass du das entwickelt hast?
Worauf ich auf jeden Fall stolz bin ist und da hilft mir glaube ich, mein mathematischer Kontext ein bisschen. Wir haben auch teilweise numerische Features in unserer Anwendung und da habe ich mal vom Kunden eine Formel gesehen und habe schon gemerkt, dass die mathematisch nicht korrekt sein kann. Hab noch mal nachgefragt und dann kam auch heraus, dass er tatsächlich was anderes meinte. Also darauf bin ich stolz, dass ich das hinterfragen kann. Ja und ansonsten auf die Softwarearchitektur würde ich sagen, wir haben ein sehr großes, komplexes Produkt, Testprodukt und 30.000 Test-Steps, das ist schon eine Seltenheit, dass wir das geschafft haben aufzubauen, vor allem als Quereinsteiger*innen. Also wir waren damals zwei Quereinsteiger*innen die das einfach von Grund auf gelernt haben.
Was mich jetzt noch interessieren würde, du hattest ja davon gesprochen, Lücken als Chancen zu betrachten. Was motiviert dich am meisten an deiner Arbeit?
Der Kontext, in dem ich arbeite, ist ja das Digitalisieren von Verwaltungsleistungen. Und Verwaltungsleistungen sind so was wie, ich möchte einen Führerschein beantragen, ich möchte meinen Wohnsitz ummelden oder aber auch mein Kontext ist ich möchte Wohngeld beantragen und meine intrinsische Motivation ist tatsächlich, ich habe, als ich studiert habe, selbst Wohngeld beantragt in Papierform und finde es einfach unfassbar großartig, wenn ich digital Dinge erledigen kann, weil sie mir Zeit sparen, weil ich weniger Papierkram im wahrsten Sinne des Wortes habe und Sachen ausdrucken muss, weil ich schon zu Hause im Keller, in dem ich dich vermutet habe, erledigen kann. Und es ist mir tatsächlich auch ein soziales Anliegen. Viele nutzen ja Public Value irgendwie als geflügelten Begriff. Das, was ich mache, ist tatsächlich ich empfinde es als unfassbar wertvolle Arbeit, weil 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeldberechtigt sind und wenn ich mit dem, was ich tue, Menschen dabei helfen kann, dass sie weniger Angst haben, eine Leistung vielleicht zu beantragen, weniger Barrieren haben, weniger Scheu haben, vielleicht mehr Zugang haben, dann finde ich das allein schon großartig. Und dieses Ausgleichen von unterschiedlichen Interessen, weil so viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure auch tatsächlich in meinem Kontext unterwegs sind. Egal ob es der IT-Dienstleister ist, der Fachverfahrenshersteller ist, die Politik, die Auftraggeber. Alle haben natürlich ihre einzelnen Interessen, unterschiedliche Bundesländer noch mal und all das auszugleichen und dieses komplexe System zu tarieren und den Überblick zu haben, das finde ich einfach großartig. Das befriedigt mich total.
Vielen lieben Dank für diesen Austausch. Ich nehme ganz viel mit daraus und ich bin sehr dankbar, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns Insights zu geben über euren Job und den vor allem mit allen zu teilen. Und ja, was habe ich heute gelernt? Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, mit Vorurteilen aufzuräumen, dass man doch auch bei komplett unterschiedlichen Schwerpunkten ganz viele Gemeinsamkeiten findet. Ich weiß nicht, ob ihr es selber gemerkt habe, aber euch allen tatsächlich dieses Monk da sein, also Präzision zur Wahrheit. Ich habe gelernt, dass Komplexität etwas sehr Positives sein kann und dass Fehler toll sind, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Vielen Dank dafür. Und ja, teilt doch gerne mal in den Kommentaren eure Highlights und was ihr besonders interessant fandet. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa.
Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß, vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.