2. Staffel: COUCH CAREER – Entwicklung, die bewegt
Herausforderungen verstehen, Entwicklungen reflektieren, neue Perspektiven gewinnen: Die 2. Staffel von COUCH CAREER geht einen Schritt weiter und richtet den Blick stärker auf individuelle Erfahrungen im Berufsalltag. Im Fokus stehen persönliche Learnings, Wendepunkte und die Frage, wie sich Karrierewege im Laufe der Zeit entwickeln.
Die Gespräche zeigen, dass berufliche Wege nicht geradlinig verlaufen müssen, um erfüllend zu sein. Unterschiedliche Hintergründe, Entscheidungen und Erfahrungen prägen, wie Menschen ihren Platz finden und weitergehen. Dabei werden auch Herausforderungen offen thematisiert – ebenso wie das, was daraus entsteht: neue Chancen, veränderte Blickwinkel und ein tieferes Verständnis für die eigene berufliche Entwicklung.
Alle Folgen der 2. Staffel
Folge 1Tatort Daten – die Zukunft ermittelt digital
Laufzeit: 21:08 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag, ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Michael und Raimo. Ihr habt ja regelmäßig mit der Polizei zu tun – beruflich und ganz ohne Blaulicht im Rückspiegel. Schön, dass ihr da seid. Stellt euch doch einmal kurz vor.
Ja, gerne. Michael mein Name. Ich bin aktuell Abteilungsleiter bei Dataport und verantworte die Vorgangssysteme, die wir als Dataport entwickeln für die Kunden, für die Polizei und auch betreiben bei uns im Hochsicherheitsrechenzentrum.
Ja, moin. Ich bin Raimo und ich nenne mich Solution Manager Cloud BOS bei Dataport und habe ganz viele verschiedene Themen, gerade im Bereich der Forensik und in der Analyse.
Vielen Dank. Wir wollen ja auch immer noch was Persönliches von euch erfahren. Du bist ja mein kleiner LinkedIn-Influencer. Ich werde nie vergessen, wie du mir geschrieben hast: „Isa, ich habe jetzt auf meinen Post 7.000 Impressionen bekommen. Ist das eigentlich viel?“. Und ich habe so bei mir geguckt und dachte so: „Hä, wie hat er das bitte gemacht?“ Ja, Wahnsinn. Was machst du privat?
Also privat ist natürlich meine Familie sehr im Vordergrund. Und ja, wir haben jetzt seit kurzem zwei neue Katzen, nachdem wir im Frühjahr leider unsere 21-jährige Katze gehen lassen mussten. Aber das ist unser Hauptfokus. Und auch privat ein bisschen Sport und wirklich nur ein bisschen Volleyball spiele ich in einer Hobbygruppe. Das ist immer sehr lustig, weil man sich dann eben auch abseits vom Beruf vielleicht noch mal über das Private austauschen kann. Das ist eigentlich immer sehr lustig.
Ist das eine Volleyballgruppe, die auch über Dataport organisiert wurde?
Nein, nein, es ist tatsächlich im Verein in einem Vorort in Kiel.
Und du Raimo, was treibt dich privat so um?
Privat? Ich liebe es, Musik zu machen. Ich setze mich am liebsten ans Klavier und improvisiere für mehrere Stunden einfach drauf los. Das gibt mir immer sehr viel. Und ansonsten ist meine neue große Leidenschaft seit – ich sage mal – anderthalb Jahren ungefähr das Pizza backen. Ich habe mir nämlich so einen italienischen Pizzaofen gekauft. Und so richtig mit Ballenbox und allem genieße ich leckere Pizza.
Stark. Also hier ergibt sich gerade für mich echt so ein kulinarischer Feierabendsnack. Vor allem noch eine Runde Volleyball und dann hat man den Sport auch erfüllt. Finde ich gut.
Übrigens Michael, ich bin auch Katzenmutter neuerdings. Ich habe früher Katzen wirklich gehasst, muss ich zugeben. Ja, und jetzt haben sie auch mein Herz gewonnen. Ganz schlimm eigentlich. Aber ich bin bei dir – auf jeden Fall
Sehr cool.
Okay, genug privat gequatscht. Jetzt wollen wir natürlich wissen: Was gibt es über die Polizei Spannendes zu erzählen? Michi, willst du mal starten?
Was Spannendes für dich über die Polizei? Ich glaube, es ist sehr cool, wenn man als Außenstehender ja gar nicht in der Polizei selbst drin ist, sondern eher als Dienstleister unterwegs ist, einfach mal von draußen auf die Polizeiarbeit draufzuschauen: Was haben die für Sorgen, was haben die für Nöte, womit müssen sie sich eigentlich tagtäglich rumschlagen? Und man sich selber fragt: Welchen Beitrag kann ich eigentlich dazu leisten? Als Dataport? Was kann ich tun, damit sie ihre Polizeiarbeit draußen noch viel besser machen können? Noch mehr Straftäter fangen, noch mehr Verbrechen aufklären? Und so wirkliche Insights gibt es eigentlich – finde ich – nicht. Ich finde das immer ganz cool, wenn man da kollegial unterwegs ist mit den Kollegen von der Polizei. Das ist so mein Thema eigentlich: viel über Kollegialität zu regeln und gar nicht so zu sagen: „Du bist Polizei und du bist Dataport“, sondern: Wir sitzen ja eigentlich gemeinsam in einem Boot und versuchen Dinge nach vorne zu bringen.
Also quasi zusammen in einem Polizeiauto sitzen.
Wenn du’s so willst, ja.
Seid ihr auch mal beim Kunden? Also, dass ihr so mitfährt und ein Verständnis dafür bekommt.
Zumindest wollten wir das mal machen. Also ganz im Polizeiauto sitzen jetzt nicht, aber wir haben schon mal über Hospitationen nachgedacht, zum Beispiel, damit unsere Kollegen mal wissen, wie so ein Polizeialltag eigentlich auf der Wache abläuft. Und damit sie besser verstehen, wie unsere Kunden wirklich arbeiten und was sie im Alltag bewegt. Und das kann man sich als Außenstehender glaube ich immer nur schwer vorstellen, wenn man – ich sage mal – vielleicht einmal im Jahr oder zweimal im Jahr zur Polizeiwache geht, um da sein geklautes Fahrrad anzuzeigen oder mal seinen Parkrempler, den man mal hatte. Dann kann man sich das dahinter überhaupt nicht vorstellen. Und das wäre so mein Wunsch, dass wir das ein bisschen intensivieren und die Kollegen quasi hospitieren lassen.
Du hast jetzt schon ein konkretes Beispiel gebracht. Mir wurde tatsächlich mein Fahrrad geklaut. Was steckt dahinter, wo Dataport seine Finger im Spiel hat?
Viel mehr, als man eigentlich denkt. Gerade jetzt in Schleswig-Holstein und Bremen, zum Beispiel auch Sachsen-Anhalt, stellen wir ja das Vorgangssystem zur Verfügung. Wir entwickeln das selber seit Dataport – seit 2001 übrigens – schon sehr erfolgreich. Wir betreiben das auch bei uns im Rechenzentrum und der Weg geht weiter. Immer mehr Polizeikunden entscheiden sich tatsächlich für unser Vorgangssystem. Jetzt jüngst zum Beispiel Rheinland-Pfalz und das Saarland – also außerhalb der Dataport-Trägerländer – und weitere Kunden sind ein bisschen im Zulauf, weil immer mehr Kunden verstehen, dass wir einheitlich arbeiten müssen, dass wir über Ländergrenzen hinweg arbeiten müssen mit einem einheitlichen System. Das ist übrigens auch der Anspruch des großen Polizeiprogramms im Bund „Polizei 2020“, das zum Ziel hat, ein einheitliches Vorgehen bei allen deutschen Polizeien herbeizuführen. Da leisten wir unseren Beitrag, indem wir unser Vorgangsbearbeitungssystem dort mit einbringen.
Kannst du mal erläutern, wie das konkret jetzt aussieht? Also was bedeutet das für den Polizisten, wenn ich dem sage: „Mein Fahrrad wurde geklaut“? Wie sieht dieses Vorgangssystem dann konkret aus?
Unser System ist so aufgebaut, dass es sich wie ein Formular darstellt. Also es werden erst einmal deine Grunddaten erfasst: Wie heißt du, wo wohnst du, was ist da eigentlich passiert? Und dann werden diese Daten in diesem Formular gespeichert. Es wird dann leider heute noch ausgedruckt und dann musst du es unterschreiben. Aber im Hintergrund laufen dann diese ganzen Prozesse weiter, dass geguckt wird: Ist das Fahrrad vielleicht schon zur Fahndung ausgeschrieben? Ist es irgendwo schon entdeckt worden? Und diese Daten werden dann in diesem Vorgangsbearbeitungssystem bearbeitet. Die fließen übrigens auch in die Kriminalstatistik ein, die ja immer zum Jahresbeginn veröffentlicht wird. Wie viele Fahrraddiebstähle gibt es in der Region Kiel oder in Hamburg? Das sind so Daten, die da mit einfließen.
Und magst du noch mal ganz kurz deine Geschichte bei Dataport erzählen? Also du bist jetzt ja Abteilungsleiter. Wo kommst du her, was hast du vorher gemacht und wie hat sich deine Aufgabe vielleicht auch verändert?
Angefangen habe ich als Projektleiter bei Dataport und mit verschiedensten Projekten, unter anderem Polizeiprojekten, bin ich dann auch aus der Fachabteilung angesprochen worden, ob ich mir nicht vorstellen könnte, eine Gruppenleitung zu übernehmen für das Thema Vorgangsbearbeitung. Und das habe ich natürlich sehr dankend angenommen und gesagt: „Okay, klar, kann ich mir sehr gut vorstellen.“ Und jetzt – mit der Neuausrichtung von Dataport, Kundenzentrierung und Bildung von sogenannten Geschäftsbereichen, die vorne beim Kunden sind – gab es die Möglichkeit, mich noch mal weiterzuentwickeln und eine Abteilungsleitung zu übernehmen. Und das ist ziemlich spannend, weil man da relativ stark an der oberen Managementebene dran ist und auch die Strategie mitgestalten kann und wesentliche Eckpunkte des Geschäftserfolgs von Dataport mitgestalten kann.
Raimo, du hast ja quasi unter Michi gearbeitet, wenn man das so sagen kann. Er war ja dein Gruppenleiter.
Wir sind ja bei Dataport sehr auf Augenhöhe, finde ich zumindest – egal welche Hierarchieebene. Aber dazu kommen wir später noch mal. Erzähl doch mal: Was machst du bei Dataport und hast du vielleicht auch ein konkretes Beispiel, wie man mal in deinen Projektalltag eintauchen kann?
Ja klar. Also ich bin seit ungefähr fünf Jahren bei Dataport und durfte gleich mit einem ganz tollen Projekt starten, wo es um das Thema Beweismittel-Cloud geht. Da konnte ich das Projekt anfangs als Projektleiter von Anfang an mit begleiten und sofort ganz viel Verantwortung übernehmen und mir ganz viele verschiedene Themen anschauen und unter meine Fittiche nehmen. Sei es Projektleitung, wie gerade gesagt, im Endeffekt auch Controlling, Kostenrechnung, Marketing, strategische Produktentwicklung – also alles verschiedene Themen, die alle für sich interessant sind, aber auch zusammen gebündelt irgendwie besonders meine Leidenschaft entfacht haben. Und gerade ein Produkt namens „Hansken“ ist dabei besonders mein Ziehkind, will ich jetzt mal sagen. Das habe ich quasi bei Dataport von Anfang an mit aufgebaut und da sehen wir halt auch große Potenziale, wie das die Polizeiarbeit bundesweit auch verbessern kann. Deswegen steckt da ganz viel Herzblut drin.
Ich finde das total spannend, was du sagst, weil so habe ich es auch selbst empfunden und das bekomme ich auch immer wieder von innen heraus mit – oder zugetragen –, dass man sehr viel Gestaltungsspielraum in der eigenen Aufgabe hat. Also das finde ich halt wirklich auch. Und zeigt sich auch bei dir, Michi, so ein bisschen: „gekommen, um zu bleiben“. Man kann sich echt weiterentwickeln und seine Aufgaben auch mitgestalten. Das Projekt, das du genannt hast, hat ja glaube ich niederländische Wurzeln. Wie kommt es, dass ihr dann damit arbeitet? Vielleicht kannst du das noch mal erklären. Und was steckt konkret dahinter, wie kann ich mir das vorstellen?
Wir sind ja jetzt im Bereich der Forensik, im Bereich der Beweismittel – auch gerade bei Delikten im Bereich der Kinderpornografie, wo das auch eingesetzt werden kann –, wo man natürlich auch möchte, dass Straftäter gefasst werden und überführt werden und auch verurteilt werden. Da ist es so, dass eine niederländische Behörde, das NFI, ein Produkt, eine Plattform entwickelt hat, wie man Beweismittel auswerten kann. Und diese Beweismittel sollen dann an zentraler Stelle gespeichert werden und über verschiedenste Punkte abgerufen werden können. Da kann die Polizei dran arbeiten, da kann aber auch die Justiz darauf zugreifen. Das ist insbesondere interessant, weil das aus Europa und für Europa gemacht wird. Und gerade der Bereich „digitale Souveränität“ ist momentan in aller Munde. Deswegen bietet das große Potenziale.
Und kannst du mal konkret sagen: Also ich bin jetzt Verdächtige und bei mir werden Geräte beschlagnahmt – wie kann ich mir das konkret vorstellen?
Genau. Die Polizei kommt zu dir in deine Wohnung und schaut sich deinen Rechner an, dein Handy, vielleicht noch das Zweithandy oder den Drittrechner oder dein NAS oder was auch immer. Und diese Festplatten und Speichersysteme werden dann alle quasi kopiert, sodass sie gerichtsfest eine 1-zu-1-Kopie sind, die dann auch beweismittelecht sind, will ich jetzt mal sagen. Und die werden dann alle zusammen in eine zentrale Infrastruktur gebracht und dann mit einer Software auswertbar gemacht.
Und ja, du hast es gerade gesagt: das Delikt Kinderpornografie – ich finde, das geht einen dann schon irgendwie selbst an die Nieren. Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, was die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei täglich an ihrem Job machen, die sich diese Bilder anschauen müssen. Und je länger sie sich das anschauen müssen… also, wenn wir helfen können dabei, dass sie es nicht so lange anschauen müssen oder nicht alle Bilder anschauen müssen, sondern dass es vielleicht ein System für sie automatisiert vormacht, finde ich das auf jeden Fall eine gewinnbringende Situation für alle – sowohl für den Ermittler, der davor sitzt, als auch für die Bürgerinnen und Bürger, die daran interessiert sind, dass ein Straftäter möglichst schnell gefasst und verurteilt wird.
Genau, und da kommt nämlich das nächste Buzzword: KI. Die kann in dieser Software bzw. Plattform genutzt werden, wo man durch KI schon eine Vorfilterung oder eine Kategorisierung von solchen Medien – Bildern oder Videos – haben kann, damit die Ermittler – wie Michael gerade gesagt hat – nicht den ganzen Tag nur dieses scheußliche Material anschauen müssen.
Stark. Wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.
Ja und ich finde, gerade wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt und merkt: Was kann ich denn dafür tun? Was ist eigentlich mein Beitrag, damit das besser und schneller gelingen kann? Dann ist das schon eine extrem hohe Motivation. Das ist so die Frage: Warum stehe ich eigentlich jeden Morgen auf und warum tue ich mir das eigentlich an? Und das ist ein Thema, da kann man nicht die Augen zu machen und sagen: „Das müssen andere lösen“, sondern: Was kann ich dazu beitragen? Und das finde ich ganz ganz wichtig.
Und das ist auch das Coole: Man ist zwar nur ein kleines Zahnrad im ganzen großen Geschehen, aber man merkt trotzdem, dass man etwas bewirken kann und dadurch etwas Positives erreichen kann.
Das zahlt ja noch mal der Sinnfaktor bei Dataport ein. Also das finde ich echt ein super Beispiel, danke.
Ich finde, das ist neben der Sinnfrage auch immer eine Haltungsfrage. Also welche Haltung habe ich eigentlich als Mitarbeiter, als Teil des Unternehmens? Wie denke ich, meine Arbeit richtig zu machen? Und auch: Welche Eigenmotivation habe ich? Das habe ich ja schon gesagt. Aber ich finde diesen Antrieb im Bereich der öffentlichen Sicherheit – das geht uns alle an. Wir alle wollen sicher über die Kieler Woche oder über den Bremer Freimarkt laufen. Und dann braucht es eben eine moderne Polizeiarbeit, die es ermöglicht, dass wir uns sicher fühlen können. Die geopolitische Lage zeigt das ja auch ganz deutlich, dass wir mit unserem sicheren Rechenzentrum und den ganzen Vorhaben, die wir haben, die öffentliche Sicherheit in Deutschland stärken. Und das ist für mich zumindest Antrieb genug, den Job hier zu machen, den ich mache.
Ich finde, du sprichst ein wichtiges Thema an. Denn wenn ich mir vorstelle, ich laufe über die Kieler Woche und Sicherheit ist für uns schon selbstverständlich geworden. Das ist es aber eigentlich nicht. Und was dahinter steckt, ist ja das Spannende. Vielleicht kannst du Raimo noch mal sagen: Gerade im Projektgeschäft ist Sicherheit im Polizeiwesen ein Muss. Inwiefern können Projekte da noch agil sein?
Wir versuchen natürlich, die Projekte so agil wie möglich zu machen. Das machen wir natürlich auch. Nichtsdestotrotz ist immer der Sicherheitsfaktor da. Und gerade bei Dataport, wenn wir im Bereich der Polizei unterwegs sind, müssen wir höchste Sicherheitskriterien erfüllen. Und da hilft uns, dass wir bei Dataport ein modernes BSI-zertifiziertes Rechenzentrum haben, wo wir Sicherheitsmechanismen, die schon aufgebaut sind, nutzen können. Wenn man das alles händisch macht, braucht man dann noch mal zwei Jahre länger. Wir müssen aber trotzdem Sicherheitsmanager und Datenschutz bei allem mit einbeziehen – und das ist natürlich auch richtig so.
Ich finde das Thema Sicherheit noch mal ganz explizit angesprochen versus Agilität. Ich glaube, der Kollege Niels hat das auch in der vorherigen Folge gesagt: Man hat gar nicht viel Toleranz, so ein Thema auf die Straße oder auf den Markt zu bringen. Weil wenn man sich Fehler erlaubt, dann ist das nicht einfach ein Fehler, der abgehakt wird, sondern das kann im Prinzip richtig große Auswirkungen haben. Wenn in der Software ein Fehler ist, der falsche Daten ausspuckt, kann das unter Umständen dazu führen, dass vielleicht jemand anderes verhaftet wird als eigentlich vorgesehen. Das darf nicht passieren. Bei Agilität ist eher im Vordergrund: Ich erstelle etwas, ich prüfe das, ich hole mir Feedback ein und mache dann weiter und gehe so schrittweise vor. Aber das letztendlich produktiv zu setzen, fordert, dass den Sicherheitskriterien Genüge getan wird. Und mit Sicherheit müssen wir dann den richtigen Betrieb gewährleisten.
Oder noch mal an einem ganz einfachen Bild, wenn wir beim Thema „Hansken“ bleiben: Es darf ja nicht passieren, dass auf einmal kinderpornografischer Inhalt durch Server von Dataport oder der Polizei plötzlich in den Umlauf geraten, weil es da irgendwo eine Lücke gibt. Dementsprechend ist das ein absolutes Kriterium, dass so etwas sicher ist und so etwas gar nicht erst passieren kann.
Schöner Abschluss zu diesem wirklich spannenden und wichtigen Thema. Ihr habt ganz viele Aspekte genannt, die Dataport ausmachen – also das Thema Verantwortung, Sicherheit, Komplexität oder auch spannende Aufgaben. Mich würde noch mal interessieren: Was macht für euch den Teamspirit bei Dataport aus? Könnt ihr das noch mal kurz erläutern?
Also den Teamspirit im eigenen Bereich, in der eigenen Abteilung, aber auch bereichsübergreifend, zum Beispiel mit Technik oder Softwareentwicklung – ist es tatsächlich so, dass die Kollegen – und so nehme ich das wahr – für die Themen wirklich brennen. Wenn ich so ein Thema wie öffentliche Sicherheit habe, dann fällt mir keiner ein, der sagt: „Boah, langweilig.“ Sondern das sind Themen, bei denen alle gerne mitziehen. Und jeder ist interessiert, seine Sache gut zu machen, seine Arbeit gut zu machen, seinen Job hervorragend zu machen, um etwas Gutes zu tun. Diese sinnstiftende Arbeit und Teamspirit. Ich versuche zumindest in meinen Abteilungen oder Gruppen diesen Teamspirit dahingehend hochzuhalten und zu sagen: „Hey, wir leisten ja etwas. Wir sind ein Zahnrad im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.“ Und damit fühlt sich eigentlich jeder angesprochen. Das ist mein Verständnis von Teamspirit. Und sich vergegenwärtigen, wofür wir das eigentlich hier tun.
Ja und ich würde sagen: Man baut sich während der Zeit bei Dataport sein Netzwerk auf. Und gerade dieses Netzwerk ist unheimlich wichtig, weil man ja nicht alles selbst machen kann. Man braucht Expert*innen – und die sind auf jeden Fall da. Das heißt: Wenn ich eine Frage habe, weiß ich schon, wen ich fragen kann und bekomme meine Antwort und kann dann auf meiner Flughöhe bleiben und koordinieren, organisieren usw. Und dann Teamspirit natürlich trotzdem das Miteinander – nicht vergessen, dass man zwischendurch auch mal Witze machen kann. Michael war ja mein Gruppenleiter, jetzt ist er stellvertretender Bereichsleiter. Aber man kann sich wie Kollegen oder Freunde miteinander unterhalten und hat nicht nur berufliche Themen. Vorhin haben wir uns über NAS-Technik unterhalten und wie wir Sachen am besten austauschen können.
Heimautomatisierungen, genau.
Da habt ihr was Wichtiges angesprochen: Networking ist das A und O – predige ich auch immer. Und das ist ja das Schöne unseres Podcasts: Der soll ja auch dem bereichsübergreifenden Arbeiten zugutekommen und unser Netzwerken vertiefen. Das heißt: Wenn ihr Fragen habt intern an Michi oder Raimo, dann könnt ihr direkt auf die beiden zugehen. Vielen Dank für den Austausch mit euch. War super spannend. Ich habe auch wieder ganz viel dazugelernt. Und das sage ich euch jetzt:
Ich habe gelernt, dass wir als Zahnrad in einem großen System nicht nur deutschlandweit, sondern europaweit etwas bewegen können. Dass Sicherheit vor Zeit kommt und ein absolut unverzichtbarer Faktor ist, wenn es um Polizeiarbeit geht. Dass sich unsere Arbeit durch das Brennen für sinnstiftende Themen und Leidenschaft auszeichnet. Dass wir Polizeiarbeit vereinfachen, ganzheitlich denken und sicher digital gestalten. Dass wir uns bei Dataport weiterentwickeln und dabei immer noch Mensch bleiben. Und dass Networking das A und O ist.
Vielen Dank lieben Dank, dass ihr meine Gäste wart. Und ja, ich freue mich, noch ganz viel von euch zu erfahren.
Teile doch gerne mal in den Kommentaren dein Highlight und was dich besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 2 Once Only, volle Wirkung – Digitale Verwaltung neu gedacht
Laufzeit: 23:36 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft – und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht’s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Esther und Marcia. Stellt euch doch mal vor.
Mein Name ist Esther. Ich bin Teamleiterin im Rechenzentrum bei Dataport.
Genau, ich bin Marcia. Ich bin IT-Beraterin für Registermodernisierung bei Dataport.
Schön, dass ihr heute da seid. Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch. Erzählt doch mal was Persönliches von euch.
Ich selbst mache nach der Arbeit gerne etwas mit den Händen. Und zwar ist meine Leidenschaft Holzhacken. Ich habe einen Kleingarten und da gab es so viel Kram und so viele Bäume, dass ich gedacht habe: Irgendwie macht das Laune. Dann habe ich mir so einen Block geholt. Dann habe ich von meinen Eltern tatsächlich eine Axt zum Geburtstag bekommen. Und da hacke ich tatsächlich gerne Holz. Und eine zweite Leidenschaft von mir ist im Garten das Obst zu verwerten. Wir haben zwei riesige Gartenbäume und die dann abzuernten und daraus etwas zu erstellen – Saft oder auch Gelee oder Marmeladen. Und das probieren dann die Kollegen oder man teilt es mit seinen Liebsten – das finde ich einfach schön.
Ich finde, Holzhacken ist ja auch eine super Methode, um so ein bisschen Aggressionen vom Alltag vielleicht auch loszuwerden. Oder hast du die gar nicht?
Ich würde sagen: Energie loszuwerden.
Und ein gutes Workout.
Auf jeden Fall.
Und eine Axt zum Geburtstag zu bekommen, ist auch ein verrücktes Geschenk.
Schön – das ist ein schönes Geschenk.
Und bei dir, Marcia? Mal was Persönliches von dir.
Genau. Die, die mit mir mehr zu tun haben, wissen: Ich paddle. Ich fahre Seekajak auf dem Meer und bin bevorzugt auf der Ostsee oder auf der Nordsee unterwegs – oder gerne noch weiter weg. Das ist eigentlich die große Leidenschaft. Und ich bin jedes Jahr mindestens zwei bis drei Wochen irgendwo auf dem Meer.
Also hast du schon mal eine Tour gemacht, die über zwei, drei Wochen ging?
Drei Wochen noch nicht, aber zwei Wochen – im Mittelmeer, in Nordnorwegen oder in Schweden. Und das Tollste war Grönland – also mit Eisbergen.
Okay, also Kajak zwischen Eisbergen. Das war der Hammer.
Und machst du das alleine?
Das macht man eigentlich immer in der Gruppe, weil es sonst zu gefährlich ist. Also aus Sicherheitsgründen versuchst du, das in der Gruppe zu machen. Ja, aber es macht auch ein bisschen mehr Spaß.
Dann seid ihr ja richtige Outdoor-Menschen. Da haben wir witzigerweise auch ganz viel über Dataport gesprochen.
Ich kenne dich ja schon ein bisschen länger, Esther. Wir haben uns damals bei WIDA - Women in Digital Areas richtig kennengelernt. Da hast du ja Dataport einem Frauennetzwerk vorgestellt. Was genau machst du bei Dataport? Du bist jetzt schon seit 2010 dabei und hast ja wirklich eine Reise hinter dir, würde ich sagen. Ich habe 2018 angefangen. Wenn ich da zurückdenke, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das damals war. Magst du uns mal mit auf deine Reise nehmen?
Sehr gerne. Auf der WIDA hatte ich auch so eine schöne Folie, wo dann auch mein Weg aufgezeigt war. Angefangen bin ich bei Dataport als IT-Trainee tatsächlich. Anderthalb Jahre war das damals bei Dataport. Ich hatte drei Stationen. Erst war ich im Sicherheitsmanagement, dann war ich sechs Monate im Rechenzentrum – meine jetzige Passion. Das war ganz toll. Da habe ich gemerkt: Das ist wirklich das Herz unserer IT. Und dann im Rechenzentrum zu sein, fand ich ganz toll – als Informatikingenieurin. Und als Drittes war ich dann im Projektmanagement. Und da bin ich quasi auch gleich geblieben. Da habe ich ein Projekt schon als Trainee geleitet und dann haben sie gesagt: „Esther, ganz toll – wir würden dich gerne bei uns behalten, damit du uns Projekte leitest.“
Ganz kurz zum IT-Trainee. Das ist ja auch das Spannende. Du kannst ja deine Einstiegspunkte im Unternehmen so ein bisschen selbst aussuchen – also wo deine Reise hingehen soll. Wie hast du dich denn für diese Stationen entschieden?
Das Erste war tatsächlich vorgegeben. Ich kannte Dataport nur aus dem Internet. Und sie sagten zu mir, sie hätten gerne jemanden im Sicherheitsmanagement. Da habe ich gesagt: Oh, das ist ja so gar nicht mein Schwerpunkt, aber gerne. Wenn ihr mich da seht, öffne ich meinen Geist und lasse mich drauf ein. Und wenn ich die Aufgabe machen kann – gerne. Und dann durfte ich tatsächlich mitwählen. Ich habe gesagt: Gerne Rechenzentrum, gerne Projektmanagement, weil ich dachte: Projektmanagement könnte bisher mehr sein als ein Fachbereich. Und das war es auch. Genau, nach den anderthalb Jahren bin ich dann ins Projektmanagement gegangen und durfte dort sehr große Kundenprojekte leiten. Mein Highlight war damals „Speicherstadt Digital“. Dadurch hat Dataport auch Kultur. Tatsächlich gab es keinen Kulturbereich vor diesem Projekt. Und das war einer der Treiber zu sagen: „Hey, Dataport versteht Kultur.“ Das sind doch ganz viele ITler! Das Gute war: Ich hatte damals einen Kollegen an meiner Seite, der selbst im Kulturbereich tätig war. Mein IT-Verständnis und seine Kultur-Expertise haben damals die Kunden in Hamburg überzeugt. Und was ich auch spannend finde, ist, dass es auch offen ist. Auch im Projektmanagement durfte ich mitgestalten. Also nicht Esther: „Da ist ein Projekt – mach mal“, sondern: „Als Nächstes könnten wir uns vorstellen, dass du folgendes Projekt machst – oder das.“ Und dann konnte ich auswählen. Und so bin ich in den sechs Jahren auch zur Senior Projektmanagerin geworden. Ich habe da auch einige Schulungen bekommen. Weil das ist auch nicht das, was ein Informatikingenieur mal eben mitkriegt. Da gehört natürlich viel gesunder Menschenverstand zu. Aber die Methoden und Skills bringt man sich nicht während des Studiums bei. Das war eine große Chance, Wissen aufzubauen.
Und dann habe ich gemerkt: Ich muss mich immer von den Leuten trennen, mit denen ich die Projekte mache. Ich mochte die Menschen und ich mochte die Themen. Und dann dachte ich: Es wäre stark, in die Linie zu gehen. Und ich hatte das Bedürfnis, in eine Leitungsfunktion zu gehen. So bin ich auf die Teamleiterstelle aufmerksam geworden. Und dachte irgendwie war das „Back to the roots“. Ich war ja schon im Rechenzentrum, ich kannte die Leute, ich kannte die Abteilungsleiterin. Sie hatte mich auch angestupst und gesagt: „Wenn du irgendwann nicht mehr Projekt machen willst, melde dich.“ Und dann gab es eine große Reorganisation. Und so ist das dann gekommen. Vor acht Jahren – also 2017 – bin ich ins Rechenzentrum gewechselt.
Was würdest du sagen: Was macht für dich Führung aus?
Für mich ist das Orientierung geben. Das merke ich ganz stark. Dass die Mitarbeitenden bei mir im Team Orientierung brauchen. Und ich finde wichtig, dass man gesehen wird und dass wir die Leute sehen. Das gibt den Mitarbeitenden viel – und mir auch. Und das matcht an der Stelle. Und dann dieses: Wir sind beieinander. Wir trennen uns nicht nach kurzer Zeit wie in einem Projekt – da lernt man sich kennen, dann mag man sich, weiß wie der andere tickt und dann ist es vorbei. Sondern wir haben eine gemeinsame Strecke in der Entwicklung und Zusammenarbeit.
Hast du denn eine Frage an Marcia, die du unbedingt loswerden möchtest?
Ja. Ich habe mitbekommen, du bist in der Beratung tätig. Bei mir sind es technische Berater. Mich würde echt mal interessieren, was Beratung bei euch auszeichnet.
Also ich bin nicht im Consulting-Bereich, sondern in einem Bereich, der beides hat. Ich habe Kolleginnen und Kollegen, die relativ technisch unterwegs sind, die beraten dann zum Beispiel: „Wie kriege ich ein Thema zu euch ins Rechenzentrum?“ Das machen die. Das mache ich eher nicht, weil ich nicht so technisch unterwegs bin. Dann haben wir Menschen wie mich, die eher strukturell, konzeptionell, organisatorisch beraten. Wir haben also beides. Und es hängt vom Thema ab. Ich bin im Kompetenzteam Registermodernisierung. Die Registermodernisierung ist eines der größten digitalen Vorhaben, die die deutsche Verwaltung in den nächsten Jahren zu bieten hat. Damit haben alle zu tun und werden alle zu tun haben.
Wir sind ein kleines Team, das die Fragen unserer Träger aus Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt entgegennimmt. Die beschäftigen sich damit und wir sind deren Anlaufstelle. Wir sagen: „Okay, ihr plant das – an dieser Stelle könnt ihr kooperieren, hier können wir unterstützen, hier vielleicht nicht, weil ihr müsst fachliche Themen selber machen und regeln.“ Es gibt manchmal technische Fragen, das übernimmt oft jemand aus dem Team, der tiefer im Thema ist. Oder wir arbeiten mit Kolleg*innen z.B. aus einem Bereich zusammen, die sich viel mit Registern beschäftigen, weil so tief haben wir das nicht. Und wir verbinden dann die richtigen Kolleginnen und Kollegen, damit die Träger bestmöglich unterstützt werden. Alles kannst du nicht wissen – geht ja gar nicht.
Kannst du mal konkret erklären, was Registermodernisierung bedeutet? Ich stelle mir da einen Aktenschrank vor – verstaubt – und man macht ihn auf und findet Registermappen.
Genau. Heute ist das digital. Registermodernisierung bedeutet: Wir kennen alle Melderegister oder Personenstandsregister – ledig, geschieden, verheiratet – und andere Register, die bei Kommunen oder Ländern liegen. Wir haben alle Daten da drin liegen. Wenn du einen Online-Parkausweis beantragen willst, lädst du heute ein Papierdokument hoch, obwohl die Daten längst in der Verwaltung liegen. Das Once-Only-Prinzip sagt: Wenn du einmal Daten abgegeben hast, können diese wiederverwendet werden. Du musst sie als Bürger*in also nicht jedes Mal neu beschaffen. Du stellst den Antrag, gibst dein Einverständnis und dann werden die Daten – Geburtsurkunde, Führerschein, KFZ-Nachweis – automatisiert übernommen. Dafür ist unsere Verwaltung aber noch nicht so ganz vorbereitet. Da müssen Register-Fachverfahren angepasst werden, es wird eine neue Transportinfrastruktur gebaut. Das ist nicht trivial. Da sitzen 150 Kolleginnen und Kollegen dran. Und das Ziel ist im Prinzip, dass es für die Verwaltung einfacher wird, aber auch für uns. Damit man nicht jedes Mal im Aktenordner nach dem z.B. das Abiturzeugnis oder meine Geburtsurkunde suchen muss.
Du hast jetzt ganz viel zur technischen Seite gesagt, was geschaffen werden muss und noch nicht da ist. Wie ist das denn auf der menschlichen Seite: Wie nehmt ihr Mitarbeitende mit auf diese Reise?
Ich mache intern die „Registermodernisierungs-Roadshow“. Ich erkläre in Abteilungen und Veranstaltungen, worum es geht, damit Kolleginnen und Kollegen Anfragen einordnen können. Per se weiß das nicht jeder automatisch.
Das heißt, ganz kurz zur Einordnung, dass du nicht direkt beim Kunden bist?
Auch. Das ist Wissen nach innen zu den Kolleg*innen, dass sie vorbereitet sind. Und nach außen zu unseren Trägern sind wir Ansprechpartner*innen. Da regelmäßig im Austausch zu sein und zu schauen: Was planen sie? Wo unterstützen wir? Wo können wir Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zusammenbringen, damit nichts doppelt entwickelt wird? Und dann gibt es auch noch, dass unsere Träger mit bestimmten Anwendungen oder Register zusammen betreiben. Da müssen wir auch kooperieren. Und da sind wir relativ eng mit ihnen im Gespräch. Ich begleite also ein Thema, sowohl nach innen als auch nach außen mit den Trägern, also unseren Kund*innen. Das ist der Job. Und je nachdem, was aufpoppt, vermittelt man dann z.B. mit dem Rechenzentrum oder anderen Personen, die es braucht, um nach vorne zu kommen.
Also geht‘s auch ganz viel um Transparenz und die Leute mit an die Hand zu nehmen.
Genau, Orientierung – damit nichts doppelt gemacht wird und niemand sich alles selbst zusammensuchen muss. Das wird uns die nächsten Jahre begleiten.
Marcia, ich habe noch eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt – wir kennen uns ja auch aus dem New-Work-Kontext. Du bist jetzt drei Jahre bei Dataport, bist damals im New-Work-Bereich eingestiegen und jetzt bei der Registermodernisierung. Sag mal, was deine Motivation damals war, im New-Work-Bereich im öffentlichen Dienst – wo viele sagen: „Das widerspricht sich doch.“ Und inwiefern hilft dir dein Wissen aus deinem Start im Projekt?
Ich bin eingestiegen in einem Bereich, wo New Work ein Thema war. Da ging es um Tools wie Reservierungstools, Shared Services etc. New Work heißt für mich eigentlich: Wie können wir gut zusammenarbeiten? In welchem Rahmen? Und der Rahmen verändert sich ja auch – Homeoffice, verteiltes Arbeiten oder auch Shared Spaces wie die in Altenholz zum Beispiel. Wie organisiert man das gut? Was brauchen Leute dafür? Du kannst New Work draufschreiben oder es „neues Arbeiten“ nennen. Wir wissen ganz viel darüber, wie gute Zusammenarbeit geht – man muss es nur umsetzen und ausprobieren. Und das ist im Prinzip das Ziel und das hört nicht auf. Also gut zusammenarbeiten – ihr habt das ja auch, klar. Also wie arbeite ich in einer Gruppe zusammen, wie arbeite ich mit meinen Trägern Kolleg*innen zusammen, wie gestalte ich ein vernünftiges Meeting, ohne dass man irgendwie die Aufmerksamkeit setzt und denkt: „Oh Gott, das war wieder alles umsonst, das man nicht hätte brauchen können“. Das sind alles die Themen und die laufen ja immer mit in der ganzen Arbeit. Jetzt mache es halt nicht mehr voll, sage ich mal, oder versuche da auch mit Kund*innen daran zu arbeiten, aber ich setze es natürlich ein und halte es nach wie vor extrem für wichtig.
Das ist ja auch immer alles in Bewegung, wie du schon sagst.
Genau. Es geht darum, herauszufinden, wie man unsere Arbeit und Zusammenarbeit gut gestaltet. Und das kann man am besten zusammen machen.
Euch trennen ja eigentlich 12 Jahre bei Dataport. Wollt ihr mal erzählen, wie ihr Dataport als Arbeitgeber aktuell wahrnehmt? Und was macht für euch Dataport als Arbeitgeber aus?
Ich nehme Dataport so wahr, dass wir viele sind. Wir sind jetzt über 6.000. Als ich angefangen habe, waren wir 1.600. Wir kriegen das hin. In diesen über 15 Jahren, die ich bei Dataport bin, wachsen kontinuierlich.
Und Wachstum wird ja nicht immer positiv assoziiert. Wie stehst du dazu?
Ich stehe tatsächlich positiv dazu. Es gibt Rahmenbedingungen, die uns unterstützen – z. B. New Work, oder ich kenne das noch aus der Pandemie. Da gab es Schulungen aus dem Schulungszentrum, die darum gehen, wie wir virtuell gut zusammenarbeiten. Ich fand das richtig stark und habe all meinen Mitarbeitenden gesagt, dass sie an diesen Schulungen teilnehmen. Wie machen wir das virtuell? Vorher saßen wir im Raum und haben uns gesehen.
Wie kompensieren wir es, dass wir vielleicht nicht mehr die ganze Körpersprache wahrnehmen, was muss man da sicherstellen auch an Rollen, wer achtet auf die Zeit, wer achtet auf die Inhalte, auf die Ziele, das zum Beispiel ein Puzzle, wo ich einfach merke: wir wachsen und wir haben auch Unterstützung durch unser Schulzentrum, was uns ermöglicht, uns darauf einzustellen, wie wir damit umgehen können, dass wir einfach so stark wachsen. Und heute nehme ich Dataport als innovativ wahr. Früher gab es die Akte, klingt vielleicht witzig. Aber vor 15 Jahren gab es Umlaufmappen. Heute ist vieles digitalisiert – auch intern und in der eigenen Zusammenarbeit. Aber auch dem, wie wir uns selber aufstellen. Ich erlebe das als sehr positiv. Und klar, die Fragen von neuen Mitarbeitenden: „kannst du mir das auch erklären?“. Das müssen wir dann vor die Klammer ziehen. Und dann nicht einen Mitarbeiter*in informieren, sondern viele.
Ich habe auch mal den Bereich gewechselt und man merkt: Bereiche ticken unterschiedlich. Das hängt natürlich auch an den Menschen und der Führung. Das ist normal in großen Organisationen. Große Organisationen haben eigentlich immer Wachstumsschmerzen. Manche tun mehr weh, manche weniger. Aber Dataport bewegt sich – und das ist gut. Das wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Bestimmte Sachen funktionieren ganz gut und bei anderen denkt man sich, dass es noch besser geht. Ich bin ja seit 3 Jahren da und am Anfang war es kulturell sehr anders. Ich komme aus der freien Wirtschaft – vor allem aus dem Bereich der Digital- und Kommunikationsagenturen – das war sehr anders. Nicht schlechter, aber anders. Die Größe hat Vorteile, wie zum Beispiel das Schulungszentrum ist super, Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind da. Andere Dinge sind weniger schnell. Aber wir arbeiten im Verwaltungsrahmen – und der ist rechtlich weniger flexibel. Das muss man wissen.
Eine abschließende Frage noch. Uns bewegt ja auch, dass wir gerne Frauen für die IT gewinnen wollen. Marcia bei euch im D-Bereich ist der Frauenanteil sehr ausgewogen, würde ich sagen. Bei dir Esther, ist es tatsächlich im T-Bereich, also Technikbereich wirklich schwierig, Frauen zu gewinnen. Was gebt ihr Frauen mit, die unsicher sind, sich zu bewerben?
Traut euch wirklich! Bewerbt euch! Es gibt hier viele Chancen. Wenn ich bei mir schaue, ich bin weibliche Führungskraft. Mein Team hat 14 Mitarbeitende – davon eine Frau. Meine Chefin ist eine Frau. Meine Chef-Chef-Chefin ist eine Frau. Von daher: traut euch. Ihr habt Chancen, ihr werdet gesehen, akzeptiert und auch, respektiert. Es macht keinen Unterschied. Auch wenn ihr nicht alles erfüllt – dann lernt ihr es.
Wir haben über 30 % Frauen in Führung. Wie sieht es bei euch Marcia aus? Was würdest du Frauen mitgeben, die sich noch unsicher sind, sich im IT-Bereich zu bewerben?
Unser Bereich ist sehr ausgewogen. Und ich sehe es wie du: Einfach trauen. Unsere Stellenbeschreibungen sind manchmal kryptisch. Bei mir ist das auch noch nicht so lange her, da weiß nicht immer, was dahintersteckt. Wenn man denkt: „Das könnte passen, das finde ich spannend“, bewerben! Nicht abschrecken lassen, wenn bestimmte Sachen nicht ganz übereinstimmen. Wenn es für jemanden passt, einfach bewerben. Die Bedingungen für Frauen hier zu arbeiten sind gut und aufgrund unserer Größe und Aufstellung vielleicht sogar besser als in kleineren Firmen.
Du hast es ja gesagt: die Rahmenbedingungen sind da. Ihr seid zwei Beispiele dafür, dass die Reise nicht endet. Vielen Dank, dass ihr heute da wart. Die Zeit ging rasend schnell vorbei.
Zum Schluss fasse ich nochmal zusammen, was ich gelernt habe.
Ich habe gelernt, dass Führung Orientierung und Präsenz bedeutet – eine Richtung geben, sichtbar sein, Mitarbeitende bewusst wahrzunehmen, gerade in komplexen Organisationen. Ich habe gelernt, dass Projektmanagement Klarheit und Vertrauen schafft und nicht nur aus Planung, sondern aus Transparenz, Begleitung und an die Hand nehmen – intern wie extern, besteht. Ich habe gelernt, dass Karrieren keine geraden Linien sind. Das bedeutet, dass Entwicklungssprünge möglich sind – vom Trainee bis zur Teamleitung. Entscheidend ist, dass du offen und lernbereit bist. Dass New Work und öffentlicher Dienst sehr wohl gehen und sich nicht ausschließen. Digitalisierung, Wachstum und innovative Arbeitsweisen im öffentlichen Sektor realisierbar und möglich sind. Ich habe gelernt, dass Kompetenz durch Zutrauen und Lernen im Tun entsteht. Und hier nochmal mein Appell an euch, an die Frauen da draußen: Bewerbt euch in der IT, übernehmt Verantwortung, entwickelt euch weiter und traut euch, durchaus bei uns zu bewerben.
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