2. Staffel: COUCH CAREER – Entwicklung, die bewegt
Herausforderungen verstehen, Entwicklungen reflektieren, neue Perspektiven gewinnen: Die 2. Staffel von COUCH CAREER geht einen Schritt weiter und richtet den Blick stärker auf individuelle Erfahrungen im Berufsalltag. Im Fokus stehen persönliche Learnings, Wendepunkte und die Frage, wie sich Karrierewege im Laufe der Zeit entwickeln.
Die Gespräche zeigen, dass berufliche Wege nicht geradlinig verlaufen müssen, um erfüllend zu sein. Unterschiedliche Hintergründe, Entscheidungen und Erfahrungen prägen, wie Menschen ihren Platz finden und weitergehen. Dabei werden auch Herausforderungen offen thematisiert – ebenso wie das, was daraus entsteht: neue Chancen, veränderte Blickwinkel und ein tieferes Verständnis für die eigene berufliche Entwicklung.
Alle Folgen der 2. Staffel
Folge 1Tatort Daten – die Zukunft ermittelt digital
Laufzeit: 21:08 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag, ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Michael und Raimo. Ihr habt ja regelmäßig mit der Polizei zu tun – beruflich und ganz ohne Blaulicht im Rückspiegel. Schön, dass ihr da seid. Stellt euch doch einmal kurz vor.
Ja, gerne. Michael mein Name. Ich bin aktuell Abteilungsleiter bei Dataport und verantworte die Vorgangssysteme, die wir als Dataport entwickeln für die Kunden, für die Polizei und auch betreiben bei uns im Hochsicherheitsrechenzentrum.
Ja, moin. Ich bin Raimo und ich nenne mich Solution Manager Cloud BOS bei Dataport und habe ganz viele verschiedene Themen, gerade im Bereich der Forensik und in der Analyse.
Vielen Dank. Wir wollen ja auch immer noch was Persönliches von euch erfahren. Du bist ja mein kleiner LinkedIn-Influencer. Ich werde nie vergessen, wie du mir geschrieben hast: „Isa, ich habe jetzt auf meinen Post 7.000 Impressionen bekommen. Ist das eigentlich viel?“. Und ich habe so bei mir geguckt und dachte so: „Hä, wie hat er das bitte gemacht?“ Ja, Wahnsinn. Was machst du privat?
Also privat ist natürlich meine Familie sehr im Vordergrund. Und ja, wir haben jetzt seit kurzem zwei neue Katzen, nachdem wir im Frühjahr leider unsere 21-jährige Katze gehen lassen mussten. Aber das ist unser Hauptfokus. Und auch privat ein bisschen Sport und wirklich nur ein bisschen Volleyball spiele ich in einer Hobbygruppe. Das ist immer sehr lustig, weil man sich dann eben auch abseits vom Beruf vielleicht noch mal über das Private austauschen kann. Das ist eigentlich immer sehr lustig.
Ist das eine Volleyballgruppe, die auch über Dataport organisiert wurde?
Nein, nein, es ist tatsächlich im Verein in einem Vorort in Kiel.
Und du Raimo, was treibt dich privat so um?
Privat? Ich liebe es, Musik zu machen. Ich setze mich am liebsten ans Klavier und improvisiere für mehrere Stunden einfach drauf los. Das gibt mir immer sehr viel. Und ansonsten ist meine neue große Leidenschaft seit – ich sage mal – anderthalb Jahren ungefähr das Pizza backen. Ich habe mir nämlich so einen italienischen Pizzaofen gekauft. Und so richtig mit Ballenbox und allem genieße ich leckere Pizza.
Stark. Also hier ergibt sich gerade für mich echt so ein kulinarischer Feierabendsnack. Vor allem noch eine Runde Volleyball und dann hat man den Sport auch erfüllt. Finde ich gut.
Übrigens Michael, ich bin auch Katzenmutter neuerdings. Ich habe früher Katzen wirklich gehasst, muss ich zugeben. Ja, und jetzt haben sie auch mein Herz gewonnen. Ganz schlimm eigentlich. Aber ich bin bei dir – auf jeden Fall
Sehr cool.
Okay, genug privat gequatscht. Jetzt wollen wir natürlich wissen: Was gibt es über die Polizei Spannendes zu erzählen? Michi, willst du mal starten?
Was Spannendes für dich über die Polizei? Ich glaube, es ist sehr cool, wenn man als Außenstehender ja gar nicht in der Polizei selbst drin ist, sondern eher als Dienstleister unterwegs ist, einfach mal von draußen auf die Polizeiarbeit draufzuschauen: Was haben die für Sorgen, was haben die für Nöte, womit müssen sie sich eigentlich tagtäglich rumschlagen? Und man sich selber fragt: Welchen Beitrag kann ich eigentlich dazu leisten? Als Dataport? Was kann ich tun, damit sie ihre Polizeiarbeit draußen noch viel besser machen können? Noch mehr Straftäter fangen, noch mehr Verbrechen aufklären? Und so wirkliche Insights gibt es eigentlich – finde ich – nicht. Ich finde das immer ganz cool, wenn man da kollegial unterwegs ist mit den Kollegen von der Polizei. Das ist so mein Thema eigentlich: viel über Kollegialität zu regeln und gar nicht so zu sagen: „Du bist Polizei und du bist Dataport“, sondern: Wir sitzen ja eigentlich gemeinsam in einem Boot und versuchen Dinge nach vorne zu bringen.
Also quasi zusammen in einem Polizeiauto sitzen.
Wenn du’s so willst, ja.
Seid ihr auch mal beim Kunden? Also, dass ihr so mitfährt und ein Verständnis dafür bekommt.
Zumindest wollten wir das mal machen. Also ganz im Polizeiauto sitzen jetzt nicht, aber wir haben schon mal über Hospitationen nachgedacht, zum Beispiel, damit unsere Kollegen mal wissen, wie so ein Polizeialltag eigentlich auf der Wache abläuft. Und damit sie besser verstehen, wie unsere Kunden wirklich arbeiten und was sie im Alltag bewegt. Und das kann man sich als Außenstehender glaube ich immer nur schwer vorstellen, wenn man – ich sage mal – vielleicht einmal im Jahr oder zweimal im Jahr zur Polizeiwache geht, um da sein geklautes Fahrrad anzuzeigen oder mal seinen Parkrempler, den man mal hatte. Dann kann man sich das dahinter überhaupt nicht vorstellen. Und das wäre so mein Wunsch, dass wir das ein bisschen intensivieren und die Kollegen quasi hospitieren lassen.
Du hast jetzt schon ein konkretes Beispiel gebracht. Mir wurde tatsächlich mein Fahrrad geklaut. Was steckt dahinter, wo Dataport seine Finger im Spiel hat?
Viel mehr, als man eigentlich denkt. Gerade jetzt in Schleswig-Holstein und Bremen, zum Beispiel auch Sachsen-Anhalt, stellen wir ja das Vorgangssystem zur Verfügung. Wir entwickeln das selber seit Dataport – seit 2001 übrigens – schon sehr erfolgreich. Wir betreiben das auch bei uns im Rechenzentrum und der Weg geht weiter. Immer mehr Polizeikunden entscheiden sich tatsächlich für unser Vorgangssystem. Jetzt jüngst zum Beispiel Rheinland-Pfalz und das Saarland – also außerhalb der Dataport-Trägerländer – und weitere Kunden sind ein bisschen im Zulauf, weil immer mehr Kunden verstehen, dass wir einheitlich arbeiten müssen, dass wir über Ländergrenzen hinweg arbeiten müssen mit einem einheitlichen System. Das ist übrigens auch der Anspruch des großen Polizeiprogramms im Bund „Polizei 2020“, das zum Ziel hat, ein einheitliches Vorgehen bei allen deutschen Polizeien herbeizuführen. Da leisten wir unseren Beitrag, indem wir unser Vorgangsbearbeitungssystem dort mit einbringen.
Kannst du mal erläutern, wie das konkret jetzt aussieht? Also was bedeutet das für den Polizisten, wenn ich dem sage: „Mein Fahrrad wurde geklaut“? Wie sieht dieses Vorgangssystem dann konkret aus?
Unser System ist so aufgebaut, dass es sich wie ein Formular darstellt. Also es werden erst einmal deine Grunddaten erfasst: Wie heißt du, wo wohnst du, was ist da eigentlich passiert? Und dann werden diese Daten in diesem Formular gespeichert. Es wird dann leider heute noch ausgedruckt und dann musst du es unterschreiben. Aber im Hintergrund laufen dann diese ganzen Prozesse weiter, dass geguckt wird: Ist das Fahrrad vielleicht schon zur Fahndung ausgeschrieben? Ist es irgendwo schon entdeckt worden? Und diese Daten werden dann in diesem Vorgangsbearbeitungssystem bearbeitet. Die fließen übrigens auch in die Kriminalstatistik ein, die ja immer zum Jahresbeginn veröffentlicht wird. Wie viele Fahrraddiebstähle gibt es in der Region Kiel oder in Hamburg? Das sind so Daten, die da mit einfließen.
Und magst du noch mal ganz kurz deine Geschichte bei Dataport erzählen? Also du bist jetzt ja Abteilungsleiter. Wo kommst du her, was hast du vorher gemacht und wie hat sich deine Aufgabe vielleicht auch verändert?
Angefangen habe ich als Projektleiter bei Dataport und mit verschiedensten Projekten, unter anderem Polizeiprojekten, bin ich dann auch aus der Fachabteilung angesprochen worden, ob ich mir nicht vorstellen könnte, eine Gruppenleitung zu übernehmen für das Thema Vorgangsbearbeitung. Und das habe ich natürlich sehr dankend angenommen und gesagt: „Okay, klar, kann ich mir sehr gut vorstellen.“ Und jetzt – mit der Neuausrichtung von Dataport, Kundenzentrierung und Bildung von sogenannten Geschäftsbereichen, die vorne beim Kunden sind – gab es die Möglichkeit, mich noch mal weiterzuentwickeln und eine Abteilungsleitung zu übernehmen. Und das ist ziemlich spannend, weil man da relativ stark an der oberen Managementebene dran ist und auch die Strategie mitgestalten kann und wesentliche Eckpunkte des Geschäftserfolgs von Dataport mitgestalten kann.
Raimo, du hast ja quasi unter Michi gearbeitet, wenn man das so sagen kann. Er war ja dein Gruppenleiter.
Wir sind ja bei Dataport sehr auf Augenhöhe, finde ich zumindest – egal welche Hierarchieebene. Aber dazu kommen wir später noch mal. Erzähl doch mal: Was machst du bei Dataport und hast du vielleicht auch ein konkretes Beispiel, wie man mal in deinen Projektalltag eintauchen kann?
Ja klar. Also ich bin seit ungefähr fünf Jahren bei Dataport und durfte gleich mit einem ganz tollen Projekt starten, wo es um das Thema Beweismittel-Cloud geht. Da konnte ich das Projekt anfangs als Projektleiter von Anfang an mit begleiten und sofort ganz viel Verantwortung übernehmen und mir ganz viele verschiedene Themen anschauen und unter meine Fittiche nehmen. Sei es Projektleitung, wie gerade gesagt, im Endeffekt auch Controlling, Kostenrechnung, Marketing, strategische Produktentwicklung – also alles verschiedene Themen, die alle für sich interessant sind, aber auch zusammen gebündelt irgendwie besonders meine Leidenschaft entfacht haben. Und gerade ein Produkt namens „Hansken“ ist dabei besonders mein Ziehkind, will ich jetzt mal sagen. Das habe ich quasi bei Dataport von Anfang an mit aufgebaut und da sehen wir halt auch große Potenziale, wie das die Polizeiarbeit bundesweit auch verbessern kann. Deswegen steckt da ganz viel Herzblut drin.
Ich finde das total spannend, was du sagst, weil so habe ich es auch selbst empfunden und das bekomme ich auch immer wieder von innen heraus mit – oder zugetragen –, dass man sehr viel Gestaltungsspielraum in der eigenen Aufgabe hat. Also das finde ich halt wirklich auch. Und zeigt sich auch bei dir, Michi, so ein bisschen: „gekommen, um zu bleiben“. Man kann sich echt weiterentwickeln und seine Aufgaben auch mitgestalten. Das Projekt, das du genannt hast, hat ja glaube ich niederländische Wurzeln. Wie kommt es, dass ihr dann damit arbeitet? Vielleicht kannst du das noch mal erklären. Und was steckt konkret dahinter, wie kann ich mir das vorstellen?
Wir sind ja jetzt im Bereich der Forensik, im Bereich der Beweismittel – auch gerade bei Delikten im Bereich der Kinderpornografie, wo das auch eingesetzt werden kann –, wo man natürlich auch möchte, dass Straftäter gefasst werden und überführt werden und auch verurteilt werden. Da ist es so, dass eine niederländische Behörde, das NFI, ein Produkt, eine Plattform entwickelt hat, wie man Beweismittel auswerten kann. Und diese Beweismittel sollen dann an zentraler Stelle gespeichert werden und über verschiedenste Punkte abgerufen werden können. Da kann die Polizei dran arbeiten, da kann aber auch die Justiz darauf zugreifen. Das ist insbesondere interessant, weil das aus Europa und für Europa gemacht wird. Und gerade der Bereich „digitale Souveränität“ ist momentan in aller Munde. Deswegen bietet das große Potenziale.
Und kannst du mal konkret sagen: Also ich bin jetzt Verdächtige und bei mir werden Geräte beschlagnahmt – wie kann ich mir das konkret vorstellen?
Genau. Die Polizei kommt zu dir in deine Wohnung und schaut sich deinen Rechner an, dein Handy, vielleicht noch das Zweithandy oder den Drittrechner oder dein NAS oder was auch immer. Und diese Festplatten und Speichersysteme werden dann alle quasi kopiert, sodass sie gerichtsfest eine 1-zu-1-Kopie sind, die dann auch beweismittelecht sind, will ich jetzt mal sagen. Und die werden dann alle zusammen in eine zentrale Infrastruktur gebracht und dann mit einer Software auswertbar gemacht.
Und ja, du hast es gerade gesagt: das Delikt Kinderpornografie – ich finde, das geht einen dann schon irgendwie selbst an die Nieren. Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, was die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei täglich an ihrem Job machen, die sich diese Bilder anschauen müssen. Und je länger sie sich das anschauen müssen… also, wenn wir helfen können dabei, dass sie es nicht so lange anschauen müssen oder nicht alle Bilder anschauen müssen, sondern dass es vielleicht ein System für sie automatisiert vormacht, finde ich das auf jeden Fall eine gewinnbringende Situation für alle – sowohl für den Ermittler, der davor sitzt, als auch für die Bürgerinnen und Bürger, die daran interessiert sind, dass ein Straftäter möglichst schnell gefasst und verurteilt wird.
Genau, und da kommt nämlich das nächste Buzzword: KI. Die kann in dieser Software bzw. Plattform genutzt werden, wo man durch KI schon eine Vorfilterung oder eine Kategorisierung von solchen Medien – Bildern oder Videos – haben kann, damit die Ermittler – wie Michael gerade gesagt hat – nicht den ganzen Tag nur dieses scheußliche Material anschauen müssen.
Stark. Wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.
Ja und ich finde, gerade wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt und merkt: Was kann ich denn dafür tun? Was ist eigentlich mein Beitrag, damit das besser und schneller gelingen kann? Dann ist das schon eine extrem hohe Motivation. Das ist so die Frage: Warum stehe ich eigentlich jeden Morgen auf und warum tue ich mir das eigentlich an? Und das ist ein Thema, da kann man nicht die Augen zu machen und sagen: „Das müssen andere lösen“, sondern: Was kann ich dazu beitragen? Und das finde ich ganz ganz wichtig.
Und das ist auch das Coole: Man ist zwar nur ein kleines Zahnrad im ganzen großen Geschehen, aber man merkt trotzdem, dass man etwas bewirken kann und dadurch etwas Positives erreichen kann.
Das zahlt ja noch mal der Sinnfaktor bei Dataport ein. Also das finde ich echt ein super Beispiel, danke.
Ich finde, das ist neben der Sinnfrage auch immer eine Haltungsfrage. Also welche Haltung habe ich eigentlich als Mitarbeiter, als Teil des Unternehmens? Wie denke ich, meine Arbeit richtig zu machen? Und auch: Welche Eigenmotivation habe ich? Das habe ich ja schon gesagt. Aber ich finde diesen Antrieb im Bereich der öffentlichen Sicherheit – das geht uns alle an. Wir alle wollen sicher über die Kieler Woche oder über den Bremer Freimarkt laufen. Und dann braucht es eben eine moderne Polizeiarbeit, die es ermöglicht, dass wir uns sicher fühlen können. Die geopolitische Lage zeigt das ja auch ganz deutlich, dass wir mit unserem sicheren Rechenzentrum und den ganzen Vorhaben, die wir haben, die öffentliche Sicherheit in Deutschland stärken. Und das ist für mich zumindest Antrieb genug, den Job hier zu machen, den ich mache.
Ich finde, du sprichst ein wichtiges Thema an. Denn wenn ich mir vorstelle, ich laufe über die Kieler Woche und Sicherheit ist für uns schon selbstverständlich geworden. Das ist es aber eigentlich nicht. Und was dahinter steckt, ist ja das Spannende. Vielleicht kannst du Raimo noch mal sagen: Gerade im Projektgeschäft ist Sicherheit im Polizeiwesen ein Muss. Inwiefern können Projekte da noch agil sein?
Wir versuchen natürlich, die Projekte so agil wie möglich zu machen. Das machen wir natürlich auch. Nichtsdestotrotz ist immer der Sicherheitsfaktor da. Und gerade bei Dataport, wenn wir im Bereich der Polizei unterwegs sind, müssen wir höchste Sicherheitskriterien erfüllen. Und da hilft uns, dass wir bei Dataport ein modernes BSI-zertifiziertes Rechenzentrum haben, wo wir Sicherheitsmechanismen, die schon aufgebaut sind, nutzen können. Wenn man das alles händisch macht, braucht man dann noch mal zwei Jahre länger. Wir müssen aber trotzdem Sicherheitsmanager und Datenschutz bei allem mit einbeziehen – und das ist natürlich auch richtig so.
Ich finde das Thema Sicherheit noch mal ganz explizit angesprochen versus Agilität. Ich glaube, der Kollege Niels hat das auch in der vorherigen Folge gesagt: Man hat gar nicht viel Toleranz, so ein Thema auf die Straße oder auf den Markt zu bringen. Weil wenn man sich Fehler erlaubt, dann ist das nicht einfach ein Fehler, der abgehakt wird, sondern das kann im Prinzip richtig große Auswirkungen haben. Wenn in der Software ein Fehler ist, der falsche Daten ausspuckt, kann das unter Umständen dazu führen, dass vielleicht jemand anderes verhaftet wird als eigentlich vorgesehen. Das darf nicht passieren. Bei Agilität ist eher im Vordergrund: Ich erstelle etwas, ich prüfe das, ich hole mir Feedback ein und mache dann weiter und gehe so schrittweise vor. Aber das letztendlich produktiv zu setzen, fordert, dass den Sicherheitskriterien Genüge getan wird. Und mit Sicherheit müssen wir dann den richtigen Betrieb gewährleisten.
Oder noch mal an einem ganz einfachen Bild, wenn wir beim Thema „Hansken“ bleiben: Es darf ja nicht passieren, dass auf einmal kinderpornografischer Inhalt durch Server von Dataport oder der Polizei plötzlich in den Umlauf geraten, weil es da irgendwo eine Lücke gibt. Dementsprechend ist das ein absolutes Kriterium, dass so etwas sicher ist und so etwas gar nicht erst passieren kann.
Schöner Abschluss zu diesem wirklich spannenden und wichtigen Thema. Ihr habt ganz viele Aspekte genannt, die Dataport ausmachen – also das Thema Verantwortung, Sicherheit, Komplexität oder auch spannende Aufgaben. Mich würde noch mal interessieren: Was macht für euch den Teamspirit bei Dataport aus? Könnt ihr das noch mal kurz erläutern?
Also den Teamspirit im eigenen Bereich, in der eigenen Abteilung, aber auch bereichsübergreifend, zum Beispiel mit Technik oder Softwareentwicklung – ist es tatsächlich so, dass die Kollegen – und so nehme ich das wahr – für die Themen wirklich brennen. Wenn ich so ein Thema wie öffentliche Sicherheit habe, dann fällt mir keiner ein, der sagt: „Boah, langweilig.“ Sondern das sind Themen, bei denen alle gerne mitziehen. Und jeder ist interessiert, seine Sache gut zu machen, seine Arbeit gut zu machen, seinen Job hervorragend zu machen, um etwas Gutes zu tun. Diese sinnstiftende Arbeit und Teamspirit. Ich versuche zumindest in meinen Abteilungen oder Gruppen diesen Teamspirit dahingehend hochzuhalten und zu sagen: „Hey, wir leisten ja etwas. Wir sind ein Zahnrad im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.“ Und damit fühlt sich eigentlich jeder angesprochen. Das ist mein Verständnis von Teamspirit. Und sich vergegenwärtigen, wofür wir das eigentlich hier tun.
Ja und ich würde sagen: Man baut sich während der Zeit bei Dataport sein Netzwerk auf. Und gerade dieses Netzwerk ist unheimlich wichtig, weil man ja nicht alles selbst machen kann. Man braucht Expert*innen – und die sind auf jeden Fall da. Das heißt: Wenn ich eine Frage habe, weiß ich schon, wen ich fragen kann und bekomme meine Antwort und kann dann auf meiner Flughöhe bleiben und koordinieren, organisieren usw. Und dann Teamspirit natürlich trotzdem das Miteinander – nicht vergessen, dass man zwischendurch auch mal Witze machen kann. Michael war ja mein Gruppenleiter, jetzt ist er stellvertretender Bereichsleiter. Aber man kann sich wie Kollegen oder Freunde miteinander unterhalten und hat nicht nur berufliche Themen. Vorhin haben wir uns über NAS-Technik unterhalten und wie wir Sachen am besten austauschen können.
Heimautomatisierungen, genau.
Da habt ihr was Wichtiges angesprochen: Networking ist das A und O – predige ich auch immer. Und das ist ja das Schöne unseres Podcasts: Der soll ja auch dem bereichsübergreifenden Arbeiten zugutekommen und unser Netzwerken vertiefen. Das heißt: Wenn ihr Fragen habt intern an Michi oder Raimo, dann könnt ihr direkt auf die beiden zugehen. Vielen Dank für den Austausch mit euch. War super spannend. Ich habe auch wieder ganz viel dazugelernt. Und das sage ich euch jetzt:
Ich habe gelernt, dass wir als Zahnrad in einem großen System nicht nur deutschlandweit, sondern europaweit etwas bewegen können. Dass Sicherheit vor Zeit kommt und ein absolut unverzichtbarer Faktor ist, wenn es um Polizeiarbeit geht. Dass sich unsere Arbeit durch das Brennen für sinnstiftende Themen und Leidenschaft auszeichnet. Dass wir Polizeiarbeit vereinfachen, ganzheitlich denken und sicher digital gestalten. Dass wir uns bei Dataport weiterentwickeln und dabei immer noch Mensch bleiben. Und dass Networking das A und O ist.
Vielen Dank lieben Dank, dass ihr meine Gäste wart. Und ja, ich freue mich, noch ganz viel von euch zu erfahren.
Teile doch gerne mal in den Kommentaren dein Highlight und was dich besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 2 Once Only, volle Wirkung – Digitale Verwaltung neu gedacht
Laufzeit: 23:36 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft – und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht’s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Esther und Marcia. Stellt euch doch mal vor.
Mein Name ist Esther. Ich bin Teamleiterin im Rechenzentrum bei Dataport.
Genau, ich bin Marcia. Ich bin IT-Beraterin für Registermodernisierung bei Dataport.
Schön, dass ihr heute da seid. Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch. Erzählt doch mal was Persönliches von euch.
Ich selbst mache nach der Arbeit gerne etwas mit den Händen. Und zwar ist meine Leidenschaft Holzhacken. Ich habe einen Kleingarten und da gab es so viel Kram und so viele Bäume, dass ich gedacht habe: Irgendwie macht das Laune. Dann habe ich mir so einen Block geholt. Dann habe ich von meinen Eltern tatsächlich eine Axt zum Geburtstag bekommen. Und da hacke ich tatsächlich gerne Holz. Und eine zweite Leidenschaft von mir ist im Garten das Obst zu verwerten. Wir haben zwei riesige Gartenbäume und die dann abzuernten und daraus etwas zu erstellen – Saft oder auch Gelee oder Marmeladen. Und das probieren dann die Kollegen oder man teilt es mit seinen Liebsten – das finde ich einfach schön.
Ich finde, Holzhacken ist ja auch eine super Methode, um so ein bisschen Aggressionen vom Alltag vielleicht auch loszuwerden. Oder hast du die gar nicht?
Ich würde sagen: Energie loszuwerden.
Und ein gutes Workout.
Auf jeden Fall.
Und eine Axt zum Geburtstag zu bekommen, ist auch ein verrücktes Geschenk.
Schön – das ist ein schönes Geschenk.
Und bei dir, Marcia? Mal was Persönliches von dir.
Genau. Die, die mit mir mehr zu tun haben, wissen: Ich paddle. Ich fahre Seekajak auf dem Meer und bin bevorzugt auf der Ostsee oder auf der Nordsee unterwegs – oder gerne noch weiter weg. Das ist eigentlich die große Leidenschaft. Und ich bin jedes Jahr mindestens zwei bis drei Wochen irgendwo auf dem Meer.
Also hast du schon mal eine Tour gemacht, die über zwei, drei Wochen ging?
Drei Wochen noch nicht, aber zwei Wochen – im Mittelmeer, in Nordnorwegen oder in Schweden. Und das Tollste war Grönland – also mit Eisbergen.
Okay, also Kajak zwischen Eisbergen. Das war der Hammer.
Und machst du das alleine?
Das macht man eigentlich immer in der Gruppe, weil es sonst zu gefährlich ist. Also aus Sicherheitsgründen versuchst du, das in der Gruppe zu machen. Ja, aber es macht auch ein bisschen mehr Spaß.
Dann seid ihr ja richtige Outdoor-Menschen. Da haben wir witzigerweise auch ganz viel über Dataport gesprochen.
Ich kenne dich ja schon ein bisschen länger, Esther. Wir haben uns damals bei WIDA - Women in Digital Areas richtig kennengelernt. Da hast du ja Dataport einem Frauennetzwerk vorgestellt. Was genau machst du bei Dataport? Du bist jetzt schon seit 2010 dabei und hast ja wirklich eine Reise hinter dir, würde ich sagen. Ich habe 2018 angefangen. Wenn ich da zurückdenke, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das damals war. Magst du uns mal mit auf deine Reise nehmen?
Sehr gerne. Auf der WIDA hatte ich auch so eine schöne Folie, wo dann auch mein Weg aufgezeigt war. Angefangen bin ich bei Dataport als IT-Trainee tatsächlich. Anderthalb Jahre war das damals bei Dataport. Ich hatte drei Stationen. Erst war ich im Sicherheitsmanagement, dann war ich sechs Monate im Rechenzentrum – meine jetzige Passion. Das war ganz toll. Da habe ich gemerkt: Das ist wirklich das Herz unserer IT. Und dann im Rechenzentrum zu sein, fand ich ganz toll – als Informatikingenieurin. Und als Drittes war ich dann im Projektmanagement. Und da bin ich quasi auch gleich geblieben. Da habe ich ein Projekt schon als Trainee geleitet und dann haben sie gesagt: „Esther, ganz toll – wir würden dich gerne bei uns behalten, damit du uns Projekte leitest.“
Ganz kurz zum IT-Trainee. Das ist ja auch das Spannende. Du kannst ja deine Einstiegspunkte im Unternehmen so ein bisschen selbst aussuchen – also wo deine Reise hingehen soll. Wie hast du dich denn für diese Stationen entschieden?
Das Erste war tatsächlich vorgegeben. Ich kannte Dataport nur aus dem Internet. Und sie sagten zu mir, sie hätten gerne jemanden im Sicherheitsmanagement. Da habe ich gesagt: Oh, das ist ja so gar nicht mein Schwerpunkt, aber gerne. Wenn ihr mich da seht, öffne ich meinen Geist und lasse mich drauf ein. Und wenn ich die Aufgabe machen kann – gerne. Und dann durfte ich tatsächlich mitwählen. Ich habe gesagt: Gerne Rechenzentrum, gerne Projektmanagement, weil ich dachte: Projektmanagement könnte bisher mehr sein als ein Fachbereich. Und das war es auch. Genau, nach den anderthalb Jahren bin ich dann ins Projektmanagement gegangen und durfte dort sehr große Kundenprojekte leiten. Mein Highlight war damals „Speicherstadt Digital“. Dadurch hat Dataport auch Kultur. Tatsächlich gab es keinen Kulturbereich vor diesem Projekt. Und das war einer der Treiber zu sagen: „Hey, Dataport versteht Kultur.“ Das sind doch ganz viele ITler! Das Gute war: Ich hatte damals einen Kollegen an meiner Seite, der selbst im Kulturbereich tätig war. Mein IT-Verständnis und seine Kultur-Expertise haben damals die Kunden in Hamburg überzeugt. Und was ich auch spannend finde, ist, dass es auch offen ist. Auch im Projektmanagement durfte ich mitgestalten. Also nicht Esther: „Da ist ein Projekt – mach mal“, sondern: „Als Nächstes könnten wir uns vorstellen, dass du folgendes Projekt machst – oder das.“ Und dann konnte ich auswählen. Und so bin ich in den sechs Jahren auch zur Senior Projektmanagerin geworden. Ich habe da auch einige Schulungen bekommen. Weil das ist auch nicht das, was ein Informatikingenieur mal eben mitkriegt. Da gehört natürlich viel gesunder Menschenverstand zu. Aber die Methoden und Skills bringt man sich nicht während des Studiums bei. Das war eine große Chance, Wissen aufzubauen.
Und dann habe ich gemerkt: Ich muss mich immer von den Leuten trennen, mit denen ich die Projekte mache. Ich mochte die Menschen und ich mochte die Themen. Und dann dachte ich: Es wäre stark, in die Linie zu gehen. Und ich hatte das Bedürfnis, in eine Leitungsfunktion zu gehen. So bin ich auf die Teamleiterstelle aufmerksam geworden. Und dachte irgendwie war das „Back to the roots“. Ich war ja schon im Rechenzentrum, ich kannte die Leute, ich kannte die Abteilungsleiterin. Sie hatte mich auch angestupst und gesagt: „Wenn du irgendwann nicht mehr Projekt machen willst, melde dich.“ Und dann gab es eine große Reorganisation. Und so ist das dann gekommen. Vor acht Jahren – also 2017 – bin ich ins Rechenzentrum gewechselt.
Was würdest du sagen: Was macht für dich Führung aus?
Für mich ist das Orientierung geben. Das merke ich ganz stark. Dass die Mitarbeitenden bei mir im Team Orientierung brauchen. Und ich finde wichtig, dass man gesehen wird und dass wir die Leute sehen. Das gibt den Mitarbeitenden viel – und mir auch. Und das matcht an der Stelle. Und dann dieses: Wir sind beieinander. Wir trennen uns nicht nach kurzer Zeit wie in einem Projekt – da lernt man sich kennen, dann mag man sich, weiß wie der andere tickt und dann ist es vorbei. Sondern wir haben eine gemeinsame Strecke in der Entwicklung und Zusammenarbeit.
Hast du denn eine Frage an Marcia, die du unbedingt loswerden möchtest?
Ja. Ich habe mitbekommen, du bist in der Beratung tätig. Bei mir sind es technische Berater. Mich würde echt mal interessieren, was Beratung bei euch auszeichnet.
Also ich bin nicht im Consulting-Bereich, sondern in einem Bereich, der beides hat. Ich habe Kolleginnen und Kollegen, die relativ technisch unterwegs sind, die beraten dann zum Beispiel: „Wie kriege ich ein Thema zu euch ins Rechenzentrum?“ Das machen die. Das mache ich eher nicht, weil ich nicht so technisch unterwegs bin. Dann haben wir Menschen wie mich, die eher strukturell, konzeptionell, organisatorisch beraten. Wir haben also beides. Und es hängt vom Thema ab. Ich bin im Kompetenzteam Registermodernisierung. Die Registermodernisierung ist eines der größten digitalen Vorhaben, die die deutsche Verwaltung in den nächsten Jahren zu bieten hat. Damit haben alle zu tun und werden alle zu tun haben.
Wir sind ein kleines Team, das die Fragen unserer Träger aus Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt entgegennimmt. Die beschäftigen sich damit und wir sind deren Anlaufstelle. Wir sagen: „Okay, ihr plant das – an dieser Stelle könnt ihr kooperieren, hier können wir unterstützen, hier vielleicht nicht, weil ihr müsst fachliche Themen selber machen und regeln.“ Es gibt manchmal technische Fragen, das übernimmt oft jemand aus dem Team, der tiefer im Thema ist. Oder wir arbeiten mit Kolleg*innen z.B. aus einem Bereich zusammen, die sich viel mit Registern beschäftigen, weil so tief haben wir das nicht. Und wir verbinden dann die richtigen Kolleginnen und Kollegen, damit die Träger bestmöglich unterstützt werden. Alles kannst du nicht wissen – geht ja gar nicht.
Kannst du mal konkret erklären, was Registermodernisierung bedeutet? Ich stelle mir da einen Aktenschrank vor – verstaubt – und man macht ihn auf und findet Registermappen.
Genau. Heute ist das digital. Registermodernisierung bedeutet: Wir kennen alle Melderegister oder Personenstandsregister – ledig, geschieden, verheiratet – und andere Register, die bei Kommunen oder Ländern liegen. Wir haben alle Daten da drin liegen. Wenn du einen Online-Parkausweis beantragen willst, lädst du heute ein Papierdokument hoch, obwohl die Daten längst in der Verwaltung liegen. Das Once-Only-Prinzip sagt: Wenn du einmal Daten abgegeben hast, können diese wiederverwendet werden. Du musst sie als Bürger*in also nicht jedes Mal neu beschaffen. Du stellst den Antrag, gibst dein Einverständnis und dann werden die Daten – Geburtsurkunde, Führerschein, KFZ-Nachweis – automatisiert übernommen. Dafür ist unsere Verwaltung aber noch nicht so ganz vorbereitet. Da müssen Register-Fachverfahren angepasst werden, es wird eine neue Transportinfrastruktur gebaut. Das ist nicht trivial. Da sitzen 150 Kolleginnen und Kollegen dran. Und das Ziel ist im Prinzip, dass es für die Verwaltung einfacher wird, aber auch für uns. Damit man nicht jedes Mal im Aktenordner nach dem z.B. das Abiturzeugnis oder meine Geburtsurkunde suchen muss.
Du hast jetzt ganz viel zur technischen Seite gesagt, was geschaffen werden muss und noch nicht da ist. Wie ist das denn auf der menschlichen Seite: Wie nehmt ihr Mitarbeitende mit auf diese Reise?
Ich mache intern die „Registermodernisierungs-Roadshow“. Ich erkläre in Abteilungen und Veranstaltungen, worum es geht, damit Kolleginnen und Kollegen Anfragen einordnen können. Per se weiß das nicht jeder automatisch.
Das heißt, ganz kurz zur Einordnung, dass du nicht direkt beim Kunden bist?
Auch. Das ist Wissen nach innen zu den Kolleg*innen, dass sie vorbereitet sind. Und nach außen zu unseren Trägern sind wir Ansprechpartner*innen. Da regelmäßig im Austausch zu sein und zu schauen: Was planen sie? Wo unterstützen wir? Wo können wir Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zusammenbringen, damit nichts doppelt entwickelt wird? Und dann gibt es auch noch, dass unsere Träger mit bestimmten Anwendungen oder Register zusammen betreiben. Da müssen wir auch kooperieren. Und da sind wir relativ eng mit ihnen im Gespräch. Ich begleite also ein Thema, sowohl nach innen als auch nach außen mit den Trägern, also unseren Kund*innen. Das ist der Job. Und je nachdem, was aufpoppt, vermittelt man dann z.B. mit dem Rechenzentrum oder anderen Personen, die es braucht, um nach vorne zu kommen.
Also geht‘s auch ganz viel um Transparenz und die Leute mit an die Hand zu nehmen.
Genau, Orientierung – damit nichts doppelt gemacht wird und niemand sich alles selbst zusammensuchen muss. Das wird uns die nächsten Jahre begleiten.
Marcia, ich habe noch eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt – wir kennen uns ja auch aus dem New-Work-Kontext. Du bist jetzt drei Jahre bei Dataport, bist damals im New-Work-Bereich eingestiegen und jetzt bei der Registermodernisierung. Sag mal, was deine Motivation damals war, im New-Work-Bereich im öffentlichen Dienst – wo viele sagen: „Das widerspricht sich doch.“ Und inwiefern hilft dir dein Wissen aus deinem Start im Projekt?
Ich bin eingestiegen in einem Bereich, wo New Work ein Thema war. Da ging es um Tools wie Reservierungstools, Shared Services etc. New Work heißt für mich eigentlich: Wie können wir gut zusammenarbeiten? In welchem Rahmen? Und der Rahmen verändert sich ja auch – Homeoffice, verteiltes Arbeiten oder auch Shared Spaces wie die in Altenholz zum Beispiel. Wie organisiert man das gut? Was brauchen Leute dafür? Du kannst New Work draufschreiben oder es „neues Arbeiten“ nennen. Wir wissen ganz viel darüber, wie gute Zusammenarbeit geht – man muss es nur umsetzen und ausprobieren. Und das ist im Prinzip das Ziel und das hört nicht auf. Also gut zusammenarbeiten – ihr habt das ja auch, klar. Also wie arbeite ich in einer Gruppe zusammen, wie arbeite ich mit meinen Trägern Kolleg*innen zusammen, wie gestalte ich ein vernünftiges Meeting, ohne dass man irgendwie die Aufmerksamkeit setzt und denkt: „Oh Gott, das war wieder alles umsonst, das man nicht hätte brauchen können“. Das sind alles die Themen und die laufen ja immer mit in der ganzen Arbeit. Jetzt mache es halt nicht mehr voll, sage ich mal, oder versuche da auch mit Kund*innen daran zu arbeiten, aber ich setze es natürlich ein und halte es nach wie vor extrem für wichtig.
Das ist ja auch immer alles in Bewegung, wie du schon sagst.
Genau. Es geht darum, herauszufinden, wie man unsere Arbeit und Zusammenarbeit gut gestaltet. Und das kann man am besten zusammen machen.
Euch trennen ja eigentlich 12 Jahre bei Dataport. Wollt ihr mal erzählen, wie ihr Dataport als Arbeitgeber aktuell wahrnehmt? Und was macht für euch Dataport als Arbeitgeber aus?
Ich nehme Dataport so wahr, dass wir viele sind. Wir sind jetzt über 6.000. Als ich angefangen habe, waren wir 1.600. Wir kriegen das hin. In diesen über 15 Jahren, die ich bei Dataport bin, wachsen kontinuierlich.
Und Wachstum wird ja nicht immer positiv assoziiert. Wie stehst du dazu?
Ich stehe tatsächlich positiv dazu. Es gibt Rahmenbedingungen, die uns unterstützen – z. B. New Work, oder ich kenne das noch aus der Pandemie. Da gab es Schulungen aus dem Schulungszentrum, die darum gehen, wie wir virtuell gut zusammenarbeiten. Ich fand das richtig stark und habe all meinen Mitarbeitenden gesagt, dass sie an diesen Schulungen teilnehmen. Wie machen wir das virtuell? Vorher saßen wir im Raum und haben uns gesehen.
Wie kompensieren wir es, dass wir vielleicht nicht mehr die ganze Körpersprache wahrnehmen, was muss man da sicherstellen auch an Rollen, wer achtet auf die Zeit, wer achtet auf die Inhalte, auf die Ziele, das zum Beispiel ein Puzzle, wo ich einfach merke: wir wachsen und wir haben auch Unterstützung durch unser Schulzentrum, was uns ermöglicht, uns darauf einzustellen, wie wir damit umgehen können, dass wir einfach so stark wachsen. Und heute nehme ich Dataport als innovativ wahr. Früher gab es die Akte, klingt vielleicht witzig. Aber vor 15 Jahren gab es Umlaufmappen. Heute ist vieles digitalisiert – auch intern und in der eigenen Zusammenarbeit. Aber auch dem, wie wir uns selber aufstellen. Ich erlebe das als sehr positiv. Und klar, die Fragen von neuen Mitarbeitenden: „kannst du mir das auch erklären?“. Das müssen wir dann vor die Klammer ziehen. Und dann nicht einen Mitarbeiter*in informieren, sondern viele.
Ich habe auch mal den Bereich gewechselt und man merkt: Bereiche ticken unterschiedlich. Das hängt natürlich auch an den Menschen und der Führung. Das ist normal in großen Organisationen. Große Organisationen haben eigentlich immer Wachstumsschmerzen. Manche tun mehr weh, manche weniger. Aber Dataport bewegt sich – und das ist gut. Das wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Bestimmte Sachen funktionieren ganz gut und bei anderen denkt man sich, dass es noch besser geht. Ich bin ja seit 3 Jahren da und am Anfang war es kulturell sehr anders. Ich komme aus der freien Wirtschaft – vor allem aus dem Bereich der Digital- und Kommunikationsagenturen – das war sehr anders. Nicht schlechter, aber anders. Die Größe hat Vorteile, wie zum Beispiel das Schulungszentrum ist super, Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind da. Andere Dinge sind weniger schnell. Aber wir arbeiten im Verwaltungsrahmen – und der ist rechtlich weniger flexibel. Das muss man wissen.
Eine abschließende Frage noch. Uns bewegt ja auch, dass wir gerne Frauen für die IT gewinnen wollen. Marcia bei euch im D-Bereich ist der Frauenanteil sehr ausgewogen, würde ich sagen. Bei dir Esther, ist es tatsächlich im T-Bereich, also Technikbereich wirklich schwierig, Frauen zu gewinnen. Was gebt ihr Frauen mit, die unsicher sind, sich zu bewerben?
Traut euch wirklich! Bewerbt euch! Es gibt hier viele Chancen. Wenn ich bei mir schaue, ich bin weibliche Führungskraft. Mein Team hat 14 Mitarbeitende – davon eine Frau. Meine Chefin ist eine Frau. Meine Chef-Chef-Chefin ist eine Frau. Von daher: traut euch. Ihr habt Chancen, ihr werdet gesehen, akzeptiert und auch, respektiert. Es macht keinen Unterschied. Auch wenn ihr nicht alles erfüllt – dann lernt ihr es.
Wir haben über 30 % Frauen in Führung. Wie sieht es bei euch Marcia aus? Was würdest du Frauen mitgeben, die sich noch unsicher sind, sich im IT-Bereich zu bewerben?
Unser Bereich ist sehr ausgewogen. Und ich sehe es wie du: Einfach trauen. Unsere Stellenbeschreibungen sind manchmal kryptisch. Bei mir ist das auch noch nicht so lange her, da weiß nicht immer, was dahintersteckt. Wenn man denkt: „Das könnte passen, das finde ich spannend“, bewerben! Nicht abschrecken lassen, wenn bestimmte Sachen nicht ganz übereinstimmen. Wenn es für jemanden passt, einfach bewerben. Die Bedingungen für Frauen hier zu arbeiten sind gut und aufgrund unserer Größe und Aufstellung vielleicht sogar besser als in kleineren Firmen.
Du hast es ja gesagt: die Rahmenbedingungen sind da. Ihr seid zwei Beispiele dafür, dass die Reise nicht endet. Vielen Dank, dass ihr heute da wart. Die Zeit ging rasend schnell vorbei.
Zum Schluss fasse ich nochmal zusammen, was ich gelernt habe.
Ich habe gelernt, dass Führung Orientierung und Präsenz bedeutet – eine Richtung geben, sichtbar sein, Mitarbeitende bewusst wahrzunehmen, gerade in komplexen Organisationen. Ich habe gelernt, dass Projektmanagement Klarheit und Vertrauen schafft und nicht nur aus Planung, sondern aus Transparenz, Begleitung und an die Hand nehmen – intern wie extern, besteht. Ich habe gelernt, dass Karrieren keine geraden Linien sind. Das bedeutet, dass Entwicklungssprünge möglich sind – vom Trainee bis zur Teamleitung. Entscheidend ist, dass du offen und lernbereit bist. Dass New Work und öffentlicher Dienst sehr wohl gehen und sich nicht ausschließen. Digitalisierung, Wachstum und innovative Arbeitsweisen im öffentlichen Sektor realisierbar und möglich sind. Ich habe gelernt, dass Kompetenz durch Zutrauen und Lernen im Tun entsteht. Und hier nochmal mein Appell an euch, an die Frauen da draußen: Bewerbt euch in der IT, übernehmt Verantwortung, entwickelt euch weiter und traut euch, durchaus bei uns zu bewerben.
Teilt doch gern mal in den Kommentaren euer Highlight oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 3„Der erste Schuss muss sitzen“ – Mobile Entwicklung zwischen Anspruch und Realität
Laufzeit: 24:53 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag, ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Niels und Tom. Stellt euch doch einmal ganz kurz vor und sagt, was ihr bei Dataport macht.
Ich bin Niels und ich kümmere mich um mobile Entwicklung in Projektleitung und Organisationsform.
Ja, hallo, ich bin Tom und ich leite die Abteilung IT-Services – und das seit knapp drei Jahren.
Vielen Dank euch schon mal. Wir sind super neugierig, was euch eigentlich jeden Tag bewegt und wie euer Arbeitsalltag bei Dataport aussieht. Jetzt sind wir natürlich auch brennend gespannt darauf, was euch so privat umtreibt. Und Tom, kleiner Spoiler: Bei dir könnte man ja sagen, wenn du nicht für Dataport im Einsatz bist, dann trittst du meditativ Trauben.
Ja, das ist ganz gut übergeleitet. Seit knapp zwei Jahren betreiben meine Frau und ich ein Weinverkaufsdepot für einen Winzer bei uns zu Hause. Und ja, es macht sehr viel Spaß, sich mit dem Thema Wein nicht nur im Sinne von Trinken zu beschäftigen, sondern auch: Wie kommt er eigentlich her? Was läuft da alles drumherum?
Kann man bei dir in der Weingarage sitzen quasi?
Ja, man kann. Also wir sind kein Ausschank, sondern ein Verkaufsdepot. Man kann aber natürlich probieren, gerade die Neukund*innen.
Aber es schreit eigentlich nach einer Afterworkparty, bei dir in der Garage.
Ihr seid alle herzlich willkommen.
Und bei dir, Niels – was machst du privat, erzähl mal?
Privat gehe ich zumindest im Sommer segeln. Jetzt ist ja eine andere Jahreszeit, aber dann kommt das Boot ins Wasser. Ich habe eine kleine Jolle am Strand, ganz alleine segeln. Und dann bin ich Teil einer Mannschaft auf einem zehn Meter ausgerüsteten Regattaboot in Kiel, wo wir an den meisten Regatten teilnehmen.
Auf einer Jolle kann man nicht schlafen, oder? Ich habe da gar keine Ahnung.
Na ja, auf meiner Jolle gibt es zwei Trampoline, das nehme ich an Zimmer ran.
Aber nein, schlafen kann man da nicht. Das geht eher auf dem Boot von meinem Bruder, das ich mir mit meiner Frau ausleihe. Das liegt in Dänemark.
Cool. Also für die Zuhörer*innen, die es noch nicht wussten: Es ist ja die erste Folge unserer zweiten Staffel und es ist eine Ikonen-Folge, wie ich sagen würde. Jetzt denken alle so „Uhhhh…“. Weil, ich habe heute ein kleines Fan-Girl-Moment. Zum einen mit Tom, weil den kenne ich jetzt schon seit ich bei Dataport bin, seit sieben Jahren. Und ich habe mal so überlegt: Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir zusammengekommen sind, aber du hast echt wesentliche Meilensteine meiner Dataport-Employer-Branding-Karriere begleitet. Ob das die erste Out-of-Home-Kampagne war oder das Führungskräftenachwuchsprogramm, an dem ich teilnehmen durfte.
Und bei Niels ist es tatsächlich so – von dir habe ich vorher schon viel gehört – du bist ja so ein Macher. Und dich erlebe ich jetzt das erste Mal in live und du bist der erste Webentwickler bei Dataport gewesen. Magst du uns mal mitnehmen auf deine Reise? Wo hast du angefangen, wo stehst du heute?
Ja, also ich bin 2017 zu Dataport gekommen. Da war schon eine erste mobile App entstanden, von einer Reihe von .NET-Entwicklern, die .NET auf mobil umgesetzt hatten. Und da wurde uns gesagt, dass eine richtige Mobile-Entwicklung gewünscht ist. Und ich glaube, kam meine Bewerbung gerade recht. Ich hatte Erfahrung mit mobilen Lösungen, die gehen zurück auf die Palm PDAs – diese kleinen grünen Dinger, die man mit einem Stift bedient hat. Die gab es lange, bevor es überhaupt ein iPhone gab. Und da haben wir 2017 angefangen, und nach und nach sind wir gewachsen. Und wir sind jetzt richtig gut aufgestellt, um gute mobile Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.
Da fällt mir direkt ein Satz ein, den du gesagt hast, als wir uns vorab kurz abgesprochen haben: „Der erste Schuss muss sitzen.“ Willst du das mal kurz erläutern?
Wer ein Mobiltelefon nutzt, weiß aus Erfahrung: Wenn eine neu installierte App nicht funktioniert, wird sie innerhalb von zwei Minuten wieder gelöscht. Insofern ist es wichtig, dass eine App erstens fokussiert ist auf das, was sie tun soll, dass Erwartungen erfüllt werden – und zweitens, dass sie auch funktioniert. Und da sind wir aktuell auf zwei Apps besonders stolz. Die Zeit-App, die wir intern für Dataport rausgegeben haben, hat inzwischen 3.000 Nutzer. Das sind etwa 50 % Marktdurchdringung – völlig geräuschlos. Niemand hat gemeckert, sie wird einfach genutzt. Und dann haben wir für die Beihilfe eine App rausgebracht, mit der Beihilfeberechtigte ihre Anträge einreichen können. Da haben wir, weil das ja häufig auch ältere Leute sind, sehr viel Mühe in die Barrierefreiheit gesteckt. Die App hat jetzt schon fünfstellige Nutzerzahlen und ist auch in Sachen Barrierefreiheit sehr gut aufgestellt.
Wir sind bei Dataport insgesamt gut aufgestellt und Barrierefreiheit ist bei uns inzwischen Standard. Wenn wir anfangen, etwas zu entwickeln, dann rufen wir auch direkt Barrierefreiheitstester dazu. Bei der Beihilfe-Plus-App hat der barrierefreie Tester sich schon die Wireframes angeguckt, bevor wir überhaupt angefangen haben, richtige Pixel zu bauen.
Und sag mal, da fällt mir spontan ein – du sagst jetzt auch, das ist eine ältere Zielgruppe. Wie ist das denn, wenn der Kunde zum Beispiel mit bestimmten Erwartungen auf euch zukommt? Wie findet ihr heraus, was der Nutzer wirklich braucht?
Nun ja, das ist ein Teil unseres Jobs in der Beratung. Der Kunde kommt mit bestimmten Vorstellungen: Er will eine App, sie soll so und so aussehen. Und dann fragen wir: Welches Problem soll diese App für wen lösen? Das ist das, was ich nutze, um den Kunden auf unsere Seite zu bringen. Es wird eine App, der erste Schuss muss sitzen. Sie muss gut zu bedienen sein. Und wir denken den Nutzer von Anfang an mit. Das ist auch meine Frage an Tom: Du bist ja auch sehr nah am Nutzer dran. Wie löst du das mit dem Anspruch „Der erste Schuss muss sitzen“?
Da wir im Support darauf angewiesen sind, dass Software möglichst nie in eine Störung geht, ist das für uns ein Mehrwert, den man kaum messen kann. Es sorgt einfach für Zufriedenheit. Wenn etwas Neues rauskommt und der erste Schuss sitzt, müssen wir uns nicht tagelang oder wochenlang mit Fehlerbildern beschäftigen, um eine Lösung zu finden.
Aber ist das denn realistisch? Gehört nicht auch eine gewisse Fehlerkultur dazu?
Ja, natürlich gehört das dazu. Wichtig ist, dass wir bei Dataport alle betroffenen Bereiche mitnehmen – auch nach der Einführung eines Produktes. So bekommen wir ein Gefühl dafür, warum etwas vielleicht nicht funktioniert und können mit den Anwendern ins Gespräch kommen.
Tom, wir sind jetzt direkt eingestiegen. Erzähl doch mal, wie ein typischer Arbeitsalltag bei dir aussieht.
Ja Isa, das kann man so pauschal gar nicht sagen. Ich leite die Abteilung im Tandem mit meinem Kollegen zusammen. Wir haben ca. 170 Mitarbeitende über nahezu alle Standorte verteilt. Aktuell fehlen nur Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Ansonsten sitzen unsere Mitarbeitenden an allen Standorten und dadurch bedingt ist es jeden Tag ein hoher Abstimmungsbedarf, der dann den Tag bestimmt. Was hat der eine gemacht – was der andere? Was haben die Mitarbeitenden gemacht und welche Probleme tauchen auf? Damit fängt der Tag so an – sich zu organisieren, zu priorisieren, was wir an dem Tag machen und dazu kommen dann geplante Termine, die den Tag abrunden.
Das heißt, du und dein Tandem-Partner habt euch gar nicht fest eingeteilt, sondern ihr schaut nach Bedarf?
Genau, das haben wir ganz bewusst so gemacht und uns nicht nach Standort oder Themen aufgeteilt. Wir machen es im Tandem, also wir reden über alles und sind gut informiert, sodass wir nicht nur eine Urlaubsvertretung sind, sondern so, dass wenn einer ausfällt, der andere direkt einspringen kann.
Und wenn du mal einer außenstehenden Person erläutern müsstest, was du mit deinem Team so bewegst? Wie würdest du das zusammenfassen?
Wir sind der sogenannte IT-Service und diese Abteilung leite ich. Wir machen den nachgelagerten Support, Second-Level-Support. Aber nicht nur das, wir unterstützen auch Projekte, die wir technisch begleiten. Wir machen aber auch Individuallösungen. Wenn ein Kunde keine Standardhardware hat, gucken wir uns das an, regeln es vertraglich und dann supporten wir.
Kannst du mal ein konkretes Beispiel nennen, wann ihr zum Beispiel gerufen werdet oder wann bei euch ein Ticket aufpoppt?
Wir rufen eigentlich alles über Tickets oder Aufträge ab. Das läuft bei uns alles über die ITSM-Suite. Und wenn der UHD, also unsere Hotline, ein Ticket aufgemacht hat und die Hotline nicht direkt helfen kann, dann landet das Ticket in vielen Fällen bei uns – und dann werden meine Mitarbeitenden tätig.
UHD bedeutet übrigens User Help Desk, für alle, die es nicht wissen. Sag mal, du bist schon über 20 Jahre bei Dataport. Gibt es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, den gibt es tatsächlich. Ich habe, als ich mich auf dieses Gespräch vorbereitet habe, mir Gedanken dazu gemacht. Es gibt einige, aber der, der mir am prägnantesten im Gedächtnis bleibt, ist der, weil er immer wieder hochkommt. Es gab hier mal eine Wiese in Richtung Südparkplatz. Und da soll mal ein Teletubby gesichtet worden sein, der auch über die Wiese gelaufen ist.
Witzigerweise wurde mir die Story gestern erzählt. Rate mal, wer der Teletubby war – du!
Ja, ich kann mir das auch nur schwer vorstellen. Ich hatte eine Wette verloren und den Mund einfach zu voll genommen und dann haben die Kolleg*innen – und das zeichnet sie bei Dataport auch aus – lange gesucht. Ich habe nämlich gesagt, dass ich in einem Teletubby-Kostüm über die Wiese laufe, wenn es eines in meiner Größe gibt. Sie haben über ein Dreivierteljahr gesucht und eines Morgens durfte ich mich dann umziehen.
Mir wurde versprochen, dass ich noch ein Video dazu sehen werde.
Es gibt mehrere Videos und Bildmaterial.
Und gibt es noch einen beruflichen Moment, abgesehen von der selbstgemachten Mittagspause, also einen beruflichen Erfolg oder Meilenstein, der dir in Erinnerung geblieben ist?
Ja, als ich den User Help Desk mal als Gruppenleiter geleitet habe. Ich habe bei Dataport viel implementiert, was heute noch genutzt wird. Zum Beispiel eine Anmeldeformel, also wenn der Kunde anruft, wie dieser begrüßt wird, also eine Begrüßungsformel. Ich habe den UHD aus dem Dornröschenschlaf nach oben geholt – das sind so Momente, auf die ich sehr stolz bin.
Schön.
Niels,ich habe ja auch schon Erfahrungen mit dir sammeln dürfen. Ich hatte bei dir ja auch schon mal eine App angefragt und mich würde interessieren: Du als Entwickler steckst dein Herzblut in eine App. Und wenn diese nicht vermarktet wird, obwohl du sie entwickelt hast, wie gehst du damit um?
Naja, erst verärgert durch einen Raum rennen und gegen alles mögliche poltern. Und dann auf zum nächsten. Also jetzt in deinem Fall, du bist auf uns zugekommen mit einem Use Case. „Das und das brauche ich“, das war etwas mit Nottelefonnummern, die immer verfügbar sein. Und da kamst du auf uns zu und ich sagte, weißt du was, wir haben hier diese App, da habe ich ein Testsystem. Ich kann es direkt einbauen und dann kriegst du es übermorgen. Und das kommt auf ein Testsystem und die App ist da und wir bauen es ein. Das war Teil von einem größeren System, wo wir aus einer bestimmten App ein Produkt machen wollten. Und da habe ich versucht, die Produktentwicklung voranzutreiben und rauszufinden, wie man das kalkulieren und zum Kunden bringen kann. Und in dem Zuge habe ich, weil ein Ankerkunde abgesprungen ist, erkennen müssen: Das wird nichts, ich kriege dieses Produkt nicht entwickelt. Das ist ärgerlich, da musste ich in den sauren Apfel beißen. Es ist kein Business Case dahinter, also konnte ich so froh sein wie ich wollte. Und daraus musste ich mit hängenden Ohren zu Tom und sagen, dass sein Spin-off nichts wird. Auf der anderen Seite durfte ich es versuchen. Wir haben eine App gebaut, die lief sechs Jahre als Unterstützung für die Ministerpräsidentin. Eine ganz kleine Nutzergruppe, vielleicht 200 Personen, die sich drei Mal im Jahr getroffen und über die App organisiert haben. Cooles kleines Ding, hat gut funktioniert. Ich hatte die Chance, wir haben eine Marktuntersuchung gemacht und so weiter. In diesem Fall, ich hatte Tom mehr versprochen als ich halten konnte – schade, aber ja.
Das nehme ich dir nicht übel Niels.
Verbucht man das dann unter „try & error“?
Ich verbuche sowas unter der 10-Prozent-Regel. Wenn du nie im falschen Film sitzt oder nie in einem Restaurant sitzt, wo du denkst „hier muss ich nicht wieder hin“, verbringst du dein ganzes Leben in einer immer kleiner werdenden Komfortzone. Heißt nicht, dass man immer 10 Prozent verschwunden haben muss, aber manchmal geht es schief. Und wenn zu lange nicht schief geht, wird es Zeit sich zu fragen: Habe ich genug versucht?
Da schließt sich eine Frage an, du sagtest gerade, dass du es versuchen durftest. Was wiegt für dich denn mehr, also als Entwickler: Den „geilen Scheiß“ wie meine Tochter sagen würde auszuprobieren, oder die App auch zu vermarkten?
Und zum Schluss: Warum Dataport? Was wollt ihr hier bewegen?
Naja, beides. Also, ich habe es eingangs erzählt, wir haben jetzt zwei Apps gebaut, die gut einkommen. Klasse, und ich habe ein Umfeld, einen Chef, einen Vorgesetzten und auch ein Unternehmen, wo ich mit einer Idee, mit etwas Energie auch die Chance kriege, zumindest zu gucken, ob daraus was werden kann. Und solange ich die Freiheit habe, dann bin ich eigentlich gut davor.
Ich habe mal ein Zitat mitgebracht aus kununu, das lautet: „Tolle Kolleg*innen, aber Veränderungen dauern oft zu lang“. Jetzt sagst du ja, „wir haben zwei Apps entwickelt, die sind super“. Würdest du das unterstreichen? Dass es manchmal ein bisschen länger dauert. Wie gehst du mit so einem Spannungsfeld um bei Dataport?
Nun ja, das ist, weil wir Dataport sind. Wir haben eine Verantwortung dafür, dass alle, das sind alle Bürger, wir werden von der Öffentlichkeit bezahlt, alle Bürger müssen das nutzen, was wir haben. Mein Paradebeispiel dafür stammt von meiner Mutter. In Dänemark war sie auf dem Markt und wollte Porree kaufen. Und in Dänemark ist sie ein bisschen weiter in Digitalisierung und erzählt sie so, naja, dann steht das Mädchen da hinter dem Wagen und ich will meinen Porree und ich will da in mein Portemonnaie und will das Geld rausholen und das Mädchen sagt: „hast kein Mobile Pay“. Und dann steht meine alte Mutter da und hat kein Mobile Pay auf ihrem Telefon. Was sie dann später eingerichtet hat. Wir müssen alle mitnehmen. Punkt eins. Und das heißt, wir müssen uns ein bisschen mehr Mühe geben.
Super Beispiel.
Und wenn das ein bisschen Zeit kostet und Geld, ist das so. Zweitens, unsere Fallhöhe in Sachen gehackt werden ist null. Wir haben null Fehlermark. Das heißt, wir müssen auf bestimmte Sicherheiten achten. Und das kostet dann ein bisschen Zeit. Und ja, für den gewöhnlichen mobilen Entwickler kann es gelegentlich träge sein. Das ist, ja, ich bin mobiler Entwickler und du setzt dich hin und baust das fertig und es sieht gut aus und es kann alles tun, was es soll. Das kann nerven, aber es ist der Grund, weshalb wir da sind.
Da komme ich jetzt eigentlich auch schon zur letzten Frage. Wieso seid ihr bei Dataport? Was wollt ihr hier bewegen und wie seid ihr zu Dataport gekommen? Also ich habe noch so viele Fragen, wie ihr merkt, aber du spielst jetzt ja auch so ein bisschen auf den Sinn an, also das Sinnstiftende, was wir tun. Ist das der Grund gewesen, warum ihr zu Dataport gekommen seid?
Na, ich bin ja nicht erst seit gestern bei Dataport, sondern seit 2007. Und damals kam ich aus der Arbeitslosigkeit, hatte mich initiativ bei Dataport beworben und hatte keine große Vorstellung davon, was Dataport macht. Rückblickend war es die beste berufliche Entscheidung, die ich jemals treffen konnte für mich. Weil ich mich hier entwickeln kann, ich habe hier tolle Kolleginnen und Kollegen. Es werden Fehler zugelassen, man darf hier Fehler machen, genauso wie man sich streiten darf. Und die Sinnhaftigkeit, etwas zurückzugeben für die Behörde – daran teilzuhaben, das ist gepaart mit der Technik, meine Erfüllung gewesen.
Geiler Scheiß.
Kann man so sagen.
Bei mir war es 2017. Ich war 50 Jahre alt und die Firma, wo ich gearbeitet habe, wurde aufgelöst oder nach Bayern verlagert. Hey, ich habe eine Jolle am Strand in der Eckernförder Bucht. Wie auch immer, ich war auf der Suche und 2017 als 50-Jähriger eine neue Arbeit zu finden, ist nicht ganz so einfach. Und das Erste, was ich tat, weil es ja Kiel ist, habe ich mich in der IT-Branche umgeschaut. Und da habe ich festgestellt, dass fast alles in dem Bereich in Kiel mit Rüstung zu tun hat und da habe ich mich nicht gesehen. Ein Bekannter war bei Dataport und dann habe ich mich beworben, wie anfangs erzählt und hängen geblieben bin ich, weil ich die Freiheit, Mobile-Entwicklung mitzugestalten.
Ihr habt gerade in den letzten Sätzen noch so viel gesagt, was Dataport auch ausmacht. Also, ob es die Flexibilität ist, ob es die grüne Wiese ist, mitzugestalten. Und auch die Tatsache, dass jede*r Zweite über Empfehlung zu Dataport kommt, von Freunden, Bekannten, Verwandten. Das ist immer noch, heute auch noch der Fall.
Vielen lieben Dank, dass ihr uns mitgenommen habt in euren Arbeitsalltag. Ich fand es super spannend heute, habe sehr viel gelernt und hoffe es ging den Zuhörer*innen genauso.
Und am Ende fasse ich ja nochmal kurz zusammen, was ich gelernt habe und das ist folgendes. Ich habe gelernt, dass es einen Erfolg bedeutet, wenn etwas still und heimlich angenommen wird, wie zum Beispiel, wenn eine App funktioniert und sich niemand beschwert. Dass Fehler zu unserem Tun dazugehören, denn nur so entsteht Fortschritt und wir lernen dazu. Dass der erste Schuss sitzen muss, wir dabei aber alle mitnehmen müssen und dass es eben manchmal Zeit kostet. Dass digitale Souveränität kein Zustand ist, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wir jeden Tag mitgestalten.
Teilt doch gerne mal in den Kommentaren eure Highlights oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 4Digitalisierung braucht Strategie – und die richtigen Systeme
Laufzeit: 22:59 Min
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft – und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Kim und Markus. Schön, dass ihr da seid und uns Insights gebt. Stellt euch doch einmal kurz vor.
Ja, hallo, ich bin Kim. Ich bin Strategieberaterin aus dem Bereich Consulting und jetzt seit 2017 schon bei Dataport.
Ja, hallo, ich bin Markus. Ich bin seit 20 Jahren bei Dataport und leite bei uns eine Abteilung im SAP-Bereich. Wir kümmern uns um die Entwicklung von SAP-Anwendungen und Fachverfahren.
Und wenn wir jetzt mal privat bei euch reinschnuppern dürfen: Was gibt es denn da so zu erzählen? Markus, du hast mir gerade schon etwas Privates übergeben, darüber habe ich mich sehr gefreut. Erzähl doch mal, was treibst du so privat?
Ja, ich bin gern draußen unterwegs. Alles, was man im Grünen so machen kann – Ausflüge. Ich jogge gerne, fahre gerne Fahrrad. Und ein neues Hobby seit ein paar Monaten ist tatsächlich Brotbacken. Ich versuche mich am Sauerteigbrot. Das ist das, was ich vorhin gerade mal mitgebracht habe.
Hat das was Meditatives?
Also anfangs war es weniger meditativ, sondern eher stressig, weil es nicht so richtig funktioniert hatte. Aber mittlerweile mache ich das tatsächlich mit Hingabe und dann ist es auch totale Entspannung, weil jetzt eine gewisse Routine reingekommen ist.
Schön. Okay. Ja, ich habe das mit dem Sauerteigbrot auch vor ein paar Jahren mal probiert. Ich habe dann abgebrochen. Insofern: Wenn ich noch mal darauf komme, melde ich mich auf jeden Fall bei dir für gute Tipps und Tricks. Wir haben noch eine Sache gemeinsam. Ich bin auch gerne draußen. Tatsächlich bin ich super gerne bei uns im Garten und schaue, dass ich da das eine oder andere anbaue. Die ein oder andere Tomatensorte habe ich da schon großgezogen. Und manchmal sitze ich auch einfach nur da und beobachte meine Hühner. Also ganz idyllisch.
Wie viele hast du?
Ich habe fünf Hühner.
Und wie heißt das Huhn, das du dir als erstes gekauft hast?
Die Chefin sozusagen bei uns ist Siena.
Siena, ist ja cool! Sehr schön. Vielen Dank schon mal. Dann lass uns direkt einsteigen in den Deep Dive von Dataport. Markus, hast du etwas, das du Kim unbedingt fragen möchtest?
Ja, auf jeden Fall. Wir kennen uns ja so ein bisschen vom Sehen, aber ich weiß gar nicht so richtig genau, was du machst und was ihr tatsächlich bei euch im Bereich tut.
Ja, da kann ich gerne ein bisschen erzählen. Und zwar ist es so: Ich bin ja im Consulting seit 2019, nachdem ich mein Traineeprogramm abgeschlossen habe, direkt gestartet. Wir haben unterschiedliche Bereiche, in denen wir beraten. Also wir haben Prozessmanagement, Innovationsberatung, Organisationsentwicklung, Change Management und neuerdings auch KI- und Datenberatung. Ich bin tatsächlich in der Strategieberatung. Das heißt, ich berate unsere Kunden in unseren Trägerländern. Ich bin vor allem am Standort Hamburg und schaue, dass sie Strategien entwickeln, wie sie ihre Digitalisierung vorantreiben können und vor allen Dingen digitale Transformation begleiten können. Dabei geht es einerseits darum, ein Strategiepapier zu entwickeln. Auf der anderen Seite geht es auch darum, ein bisschen rauszuzoomen und das eigene Tun auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen: Was will man eigentlich angehen? Wie kann man vielleicht auch Aufgaben priorisieren, die in einer Vielzahl vorhanden sind? Dabei unterstütze ich vor allen Dingen.
Okay, spannend. Und die Strategien – wenn ihr die erarbeitet: Kommen die Kunden dann schon mit konkreten Vorstellungen zu euch oder fangt ihr bei null an?
Also meistens fangen wir tatsächlich relativ bei null an. Es gibt natürlich immer schon etwas Vorarbeit, wo man sich inspirieren lassen kann und zusammensammelt, was schon da ist. Aber oft ist es so, dass wir tatsächlich mit die ersten sind, die eine ganz umfassende Strategie mit den Kunden entwickeln. Und insofern macht es Sinn, da auch ein bisschen früher anzusetzen. Vor allen Dingen kommt bei uns gut an, dass wir sehr partizipativ arbeiten. Das heißt, wir beziehen die Mitarbeitenden in den Behörden, Bezirksämtern oder Landesbetrieben mit ein.
Okay. Sind die da sehr offen und interessiert oder eher zurückhaltend?
Ich würde sagen: interessiert schon, aber am Anfang eher ein bisschen zurückhaltend. Also skeptisch, weil sie natürlich erst einmal nicht so richtig wissen: Was bedeutet das für ihre Arbeit? Verändern sich vielleicht Dinge? Häufig gibt es auch Erfahrungen mit vorherigen Initiativen, bei denen etwas angekündigt wurde, das dann vielleicht nicht so umgesetzt wurde. Dann ist natürlich eine gewisse Zurückhaltung da, weil man nicht genau weiß: Was passiert jetzt tatsächlich? Oder machen wir wieder ganz viel Aufwand und am Ende passiert doch nichts?
Kim, Mythos oder Wahrheit: Wenn man sagen würde, in der IT geht es nur um Technik und nicht um Menschen – wie stehst du dazu?
Da würde ich sagen, das ist tatsächlich ein Mythos. Es geht ganz viel um Menschen. Ich würde sagen: eher zwei Drittel Mensch und ein Drittel Technik. Die Technik kann man relativ gut überblicken und auch die Möglichkeiten. Vor allem in unserem Kontext gibt es gewisse Restriktionen. Das heißt, ich habe nicht die komplette Auswahl aus der Palette. Wir schauen natürlich, dass die Technik passt. Aber im Endeffekt ist jede Lösung, die wir entwickeln, für Menschen gedacht: für Mitarbeitende oder Bürgerinnen und Bürger. Also für diejenigen, die am Ende davon profitieren, dass Verwaltung digitalisiert ist. Und da geht es ganz viel um Mitnehmen, um Weiterentwicklung von Prozessen und um Menschen, die diese Prozesse ausführen oder davon profitieren.
Wie wichtig ist denn Vernetzung für deine Arbeit?
Ich denke, das ist ein wichtiger Teil. Einerseits geht es darum, unsere Kunden gut zu kennen. Andererseits geht es auch darum, sich innerhalb von Dataport gut zu vernetzen. Oft geht es nämlich nicht nur darum, eine Strategie zu entwickeln, sondern auch Anknüpfungspunkte zu schaffen – etwa mit Fachbereichen, die Lösungen anbieten können oder Projekte begleiten können. Da geht es auch darum, Know-how einzubringen. Deshalb würde ich schon sagen, dass Vernetzung ein großer Teil ist. Und es lohnt sich auch, Kolleginnen und Kollegen einfach mal anzusprechen und zu fragen: Was macht ihr eigentlich? Damit man auch up to date ist und ein Gefühl dafür bekommt, wo man Empfehlungen aussprechen kann.
Du hast ja zusammen mit anderen Kolleginnen 2021 die Initiative Frauen@Dataport gegründet. Da geht es an erster Stelle, Frauen bei Dataport miteinander zu vernetzen. Ihr habt inzwischen über 850 Kolleginnen in der Community. Warum liegt dir dieses Thema so am Herzen?
Tatsächlich ist das ganz klein gestartet. Wir waren zu dritt und haben geschaut: Gibt es bei Dataport eigentlich eine Möglichkeit, sich zu vernetzen? Einen Verteiler nur für Frauen oder eine Art Frauennetzwerk? Wir haben festgestellt: nein. Und dann dachten wir: Warum starten wir das nicht selbst? Dann hat jede von uns zehn Namen aufgeschrieben und wir haben diese Kolleginnen zu unserem ersten Treffen eingeladen. Durch Weiterempfehlungen und unser Social Intranet hat sich das dann sehr schnell verbreitet. Mir liegt das Thema sehr am Herzen, weil wir ein IT-Unternehmen sind und ungefähr ein Drittel Frauen in der Belegschaft haben. Das ist für ein IT-Unternehmen total gut. Allerdings ist die Verteilung in den Bereichen sehr unterschiedlich. Gerade in Bereichen mit weniger Frauen hatten wir das Gefühl, dass ein Bedarf da ist, Verbindungen zu anderen Kolleginnen aufzubauen. Deshalb wollten wir von Mitarbeiterinnen für Mitarbeiterinnen einen Raum schaffen, in dem Austausch möglich ist, man sich vernetzen kann und auch unabhängig von der Fachlichkeit miteinander ins Gespräch kommt. Und die Chance erhöht wird, Frauen zu haben, die man bei Herausforderungen oder fachlichen Fragen ansprechen kann. Natürlich kann man sich auch gut mit Männern austauschen. Aber es war uns wichtig, auch einen vertrauten Rahmen zu schaffen, in dem Themen angesprochen werden können, die insbesondere Frauen betreffen – zum Beispiel Vereinbarkeit, Weiterbildung oder persönliche Entwicklung.
Ja, super spannend. Ich finde es toll, dass ihr das macht. Gerade auch bei dem Event mit über 100 Frauen vor Ort bei Dataport – da merkt man erst, wie viele Kolleg*innen man eigentlich noch gar nicht kennt. Vielen Dank, dass ihr euch um sowas kümmert.
Ja, Kim, hast du eine Frage an Markus?
Ich würde gerne wissen, was du eigentlich in deinem Bereich machst und was deine Abteilung konkret tut.
Gerne, unser Bereich kümmert sich um Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung von SAP-Systemen. SAP ist ein deutsches Unternehmen und der größte Softwarehersteller Europas. Sie bieten sogenannte ERP-Systeme an – Enterprise Resource Planning. Und das sind IT-Systeme, mit denen man im Grunde den gesamten Geschäftsprozess eines Unternehmens abbilden kann: vom Einkauf über Produktionsprozesse bis hin zur Personalverwaltung oder zum Vertrieb. Das bieten wir auch für unsere Kunden im öffentlichen Sektor an. Dort werden die SAP-Systeme vor allem für Haushaltsplanung, Haushaltsaufstellung und Bewirtschaftung eingesetzt. Im Kern geht es also häufig um Finanzprozesse, Controlling, Bilanzierung, Buchführung und ähnliches. Meine Abteilung kümmert sich dabei um die Entwicklung und Anpassung an kundenspezifische Bedürfnisse. SAP bietet eine Standardsoftware an, die wir auf die Kundenbedürfnisse anpassen. Dabei entstehen häufig besondere Anforderungen, die individuell umgesetzt werden müssen. Ein weiterer Teil unserer Arbeit ist die Anbindung von Fachverfahren an SAP-Systeme. Das dient vor allem dazu, Finanzströme abzubilden. Um ein Beispiel zu nennen: In der Verwaltung gibt es viele Zahlungsverfahren. Ein Beispiel ist BAföG. Wenn jemand Ausbildungsförderung beantragt, geschieht das online über einen entsprechenden Antrag. Die Daten werden dann an die zuständige Behörde weitergeleitet. Dort gibt es ein Fachverfahren, das speziell für BAföG entwickelt wurde. Sachbearbeitende prüfen dort mit der Software die Anspruchsvoraussetzungen und berechnen die Höhe. Wenn alles entschieden ist, wird der Zahlungsprozess ausgelöst – und an dieser Stelle kommen wir ins Spiel, weil das SAP-System den Zahlungsverkehr organisiert.
Markus, du bist auch an Hochschulen aktiv und hältst Fachvorträge. Warum ist es dir wichtig, dein Wissen dort zu teilen?
Ich finde es sinnvoll, für Studierende greifbar zu machen, was wir tun. Außerdem ist es für uns wichtig, Nachwuchskräfte für Dataport zu gewinnen. Wir haben über viele Jahre einen hohen Personalbedarf gehabt. Deshalb investieren wir bewusst in Ausbildung und Qualifizierung. Und dafür ist es wichtig, früh anzusetzen – zum Beispiel schon im Studium zu zeigen, was Dataport macht, welche Aufgaben wir haben und welche Visionen wir verfolgen.
Lernst du dabei auch selbst etwas von den Studierenden?
Absolut. Eigentlich jedes Mal. Es kommen oft sehr interessante Fragen und auch kritische Perspektiven. Daraus entstehen dann ganz natürliche Gespräche.
Für dich auch nochmal, Mythos oder Wahrheit: Hier wird mehr verwaltet als gestaltet?
Das würde ich so nicht unterschreiben. Natürlich sind wir ein großes Unternehmen und stark gewachsen. Dadurch entstehen auch Verwaltungsprozesse. Manchmal gehen Dinge dadurch nicht so schnell, wie man es sich wünschen würde. Aber vieles ist erforderlich, damit ein großes Unternehmen funktioniert. Trotzdem steht für mich die Gestaltung im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Es wäre fatal, wenn wir uns zu sehr auf die eigene Verwaltung fokussieren würden.
Markus, du sagtest eben, du hast in deiner Rolle Möglichkeiten. Welche Entscheidungen triffst du so tagtäglich und was hilft dir dabei, diese Entscheidungen zu treffen?
Zu den Entscheidungen gehören unter anderem Fragestellungen, bei denen wir zwischen einzelnen Kundenanforderungen priorisieren müssen. Was die Umsetzung angeht, wo es dann auch darum geht, mit den Kunden in Kontakt zu treten, zu vermitteln und zu klären, ob wir den einen Auftrag vielleicht vorziehen oder einen anderen dann zum Beispiel zeitlich später umsetzen. Da geht es dann um Priorisierung, Kundenkontakt oder Kommunikation. Wovon ich da profitiere ist, würde ich sagen: Vieles ist durch gute Kundenbeziehung und den regelmäßigen Austausch mit Kunden gestaltbar. Da haben wir mit unseren Kunden – da wir auch langfristige Kundenbeziehungen haben – ein gutes Verhältnis und eine persönliche Ebene, wo wir offen miteinander kommunizieren können. Und wenn wir Schwierigkeiten in der Umsetzung haben, sind das Dinge, die wir mit dem Kunden ganz offen kommunizieren und in den Austausch gehen können, um eine Lösung zu finden.
Und gibt es da auch einen Austausch zwischen euch Abteilungsleitern und Führungskräften, wo ihr euch regelmäßig beratet und schaut, wie ihr euch gegenseitig stützen könnt? Ihr habt ja wahrscheinlich ähnliche Themen trotz vielleicht verschiedener Schwerpunkte.
Wir haben einen intensiven Austausch in unserem Bereich. Wöchentlich tauschen wir uns zu aktuellen Themen aus. Und tatsächlich haben wir sehr unterschiedliche Erfahrungen und können davon profitieren, dadurch dass wir in den Austausch gehen. Wir haben da einen engen Draht zueinander, sodass man sich bei Fragen oder Hilfestellungen einfach kurz kontaktiert oder anskyped. Das ist ziemlich schnell machbar.
Ich habe noch eine Frage an euch beide. Wenn ihr auf eure Zeit bei Dataport zurückdenkt: Was macht das Arbeiten hier besonders?
Für mich ist es vor allem das Miteinander. Schon vom ersten Tag an habe ich ein starkes kollegiales Umfeld erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass mir viel zugetraut wird. Der Support untereinander war total spürbar. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen und es ist in unterschiedlichen Bereichen auch verschieden, inwiefern man im Team arbeiten kann, weil es von den Aufgaben eventuell auch nicht so gefordert ist. Ich habe es so erlebt, dass ich seit meinem Start nur offene Türen und Arme gesehen habe. Mein erstes Projekt war so: Ich habe einfach angefangen. Ich wusste weder, was die ganzen Abkürzungen bei Dataport bedeuten, noch, was das Projekt genau macht und habe mich so schnell einfinden können, weil das Umfeld einfach so toll war und ich auch gemerkt habe, dass mir zugetraut wird, dass ich es kann und das trotz dessen, dass ich es noch gar nicht beweisen konnte, da ich so neu war. Und das hat sich über die Jahre so durchgezogen. Über verschiedene Stationen hinweg habe ich auch in meinem direkten Umfeld sehr viel Support erlebt und gebe das auch gerne zurück. Das ist ein Geben und Nehmen. Und das macht die Teamarbeit auch so fruchtbar, diese verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen von den unterschiedlichen Kolleg*innen.
Bei mir ist es, dass ich vor allem die Aufgabenvielfalt beeindruckend finde. Ich arbeite schon lange bei Dataport und es gab keinen einzigen Tag, an dem mir langweilig war. Es gibt viele Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen und an der Gestaltung mitzuwirken. Dadurch habe ich immer wieder neue spannende Aufgaben gefunden. Ich finde es toll, jeden Tag bei Dataport zu arbeiten und letztlich neue Sachen zu erleben. Häufig ist es so, dass ich morgens nicht weiß, welche Aufgaben ich am Mittag habe. Insofern ist da viel Veränderung und Wandel drin, das macht die Arbeit bei Dataport sehr spannend und sinnstiftend für mich.
Super, schöner Abschluss. Vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt. Danke, dass ihr da wart und uns in euren Arbeitsalltag mitgenommen habt.
Ich fasse ja zum Schluss noch einmal kurz zusammen, was ich gelernt habe:
Dass IT-Lösungen in erster Linie für Menschen gemacht sind. Technik ist wichtig, aber der Fokus liegt klar auf den Bedürfnissen der Nutzer*innen. Dass Vernetzung entscheidend ist – sowohl mit Kund*innen als auch intern über Abteilungen hinweg, um unterschiedliche Perspektiven zu sehen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dass der Spagat zwischen Standardisierung und Individualität einen Mehrwert für Kunden schafft, zum Beispiel bei Fachverfahren wie im BAföG-Kontext. Dass Gestaltungsspielräume auch in großen Organisationen möglich sind. Initiativen wie Frauen@Dataport zeigen, wie Mitarbeitende aktiv Räume für Austausch und Mitgestaltung schaffen. Und dass eine offene Unternehmenskultur dafür sorgt, dass man sich schnell einarbeiten kann, eigene Ideen einbringen kann und es fachlich nie langweilig wird.
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