2. Staffel: COUCH CAREER – Entwicklung, die bewegt
Herausforderungen verstehen, Entwicklungen reflektieren, neue Perspektiven gewinnen: Die 2. Staffel von COUCH CAREER geht einen Schritt weiter und richtet den Blick stärker auf individuelle Erfahrungen im Berufsalltag. Im Fokus stehen persönliche Learnings, Wendepunkte und die Frage, wie sich Karrierewege im Laufe der Zeit entwickeln.
Die Gespräche zeigen, dass berufliche Wege nicht geradlinig verlaufen müssen, um erfüllend zu sein. Unterschiedliche Hintergründe, Entscheidungen und Erfahrungen prägen, wie Menschen ihren Platz finden und weitergehen. Dabei werden auch Herausforderungen offen thematisiert – ebenso wie das, was daraus entsteht: neue Chancen, veränderte Blickwinkel und ein tieferes Verständnis für die eigene berufliche Entwicklung.
Alle Folgen der 2. Staffel
Folge 1Tatort Daten – die Zukunft ermittelt digital
Laufzeit: 21:08 Min
In unserer 1. Folge der 2. Staffel von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa sprechen Abteilungsleiter Michael und Solution Manager Cloud BOS Raimo über ihre Arbeit an digitalen Lösungen für Polizei und Justiz. Sie geben Einblicke, wie Vorgangssysteme in mehreren Bundesländern im Einsatz sind, wie Beweismittel mit „Hansken“ ausgewertet werden – und warum IT-Sicherheit, digitale Forensik und digitale Souveränität heute zentrale Bausteine moderner Polizeiarbeit sind. Außerdem geht es um KI-gestützte Analyseverfahren, die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und den Anspruch, dass IT im Polizeikontext jederzeit zuverlässig und fehlerfrei funktionieren muss.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag, ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Michael und Raimo. Ihr habt ja regelmäßig mit der Polizei zu tun – beruflich und ganz ohne Blaulicht im Rückspiegel. Schön, dass ihr da seid. Stellt euch doch einmal kurz vor.
Ja, gerne. Michael mein Name. Ich bin aktuell Abteilungsleiter bei Dataport und verantworte die Vorgangssysteme, die wir als Dataport entwickeln für die Kunden, für die Polizei und auch betreiben bei uns im Hochsicherheitsrechenzentrum.
Ja, moin. Ich bin Raimo und ich nenne mich Solution Manager Cloud BOS bei Dataport und habe ganz viele verschiedene Themen, gerade im Bereich der Forensik und in der Analyse.
Vielen Dank. Wir wollen ja auch immer noch was Persönliches von euch erfahren. Du bist ja mein kleiner LinkedIn-Influencer. Ich werde nie vergessen, wie du mir geschrieben hast: „Isa, ich habe jetzt auf meinen Post 7.000 Impressionen bekommen. Ist das eigentlich viel?“. Und ich habe so bei mir geguckt und dachte so: „Hä, wie hat er das bitte gemacht?“ Ja, Wahnsinn. Was machst du privat?
Also privat ist natürlich meine Familie sehr im Vordergrund. Und ja, wir haben jetzt seit kurzem zwei neue Katzen, nachdem wir im Frühjahr leider unsere 21-jährige Katze gehen lassen mussten. Aber das ist unser Hauptfokus. Und auch privat ein bisschen Sport und wirklich nur ein bisschen Volleyball spiele ich in einer Hobbygruppe. Das ist immer sehr lustig, weil man sich dann eben auch abseits vom Beruf vielleicht noch mal über das Private austauschen kann. Das ist eigentlich immer sehr lustig.
Ist das eine Volleyballgruppe, die auch über Dataport organisiert wurde?
Nein, nein, es ist tatsächlich im Verein in einem Vorort in Kiel.
Und du Raimo, was treibt dich privat so um?
Privat? Ich liebe es, Musik zu machen. Ich setze mich am liebsten ans Klavier und improvisiere für mehrere Stunden einfach drauf los. Das gibt mir immer sehr viel. Und ansonsten ist meine neue große Leidenschaft seit – ich sage mal – anderthalb Jahren ungefähr das Pizza backen. Ich habe mir nämlich so einen italienischen Pizzaofen gekauft. Und so richtig mit Ballenbox und allem genieße ich leckere Pizza.
Stark. Also hier ergibt sich gerade für mich echt so ein kulinarischer Feierabendsnack. Vor allem noch eine Runde Volleyball und dann hat man den Sport auch erfüllt. Finde ich gut.
Übrigens Michael, ich bin auch Katzenmutter neuerdings. Ich habe früher Katzen wirklich gehasst, muss ich zugeben. Ja, und jetzt haben sie auch mein Herz gewonnen. Ganz schlimm eigentlich. Aber ich bin bei dir – auf jeden Fall
Sehr cool.
Okay, genug privat gequatscht. Jetzt wollen wir natürlich wissen: Was gibt es über die Polizei Spannendes zu erzählen? Michi, willst du mal starten?
Was Spannendes für dich über die Polizei? Ich glaube, es ist sehr cool, wenn man als Außenstehender ja gar nicht in der Polizei selbst drin ist, sondern eher als Dienstleister unterwegs ist, einfach mal von draußen auf die Polizeiarbeit draufzuschauen: Was haben die für Sorgen, was haben die für Nöte, womit müssen sie sich eigentlich tagtäglich rumschlagen? Und man sich selber fragt: Welchen Beitrag kann ich eigentlich dazu leisten? Als Dataport? Was kann ich tun, damit sie ihre Polizeiarbeit draußen noch viel besser machen können? Noch mehr Straftäter fangen, noch mehr Verbrechen aufklären? Und so wirkliche Insights gibt es eigentlich – finde ich – nicht. Ich finde das immer ganz cool, wenn man da kollegial unterwegs ist mit den Kollegen von der Polizei. Das ist so mein Thema eigentlich: viel über Kollegialität zu regeln und gar nicht so zu sagen: „Du bist Polizei und du bist Dataport“, sondern: Wir sitzen ja eigentlich gemeinsam in einem Boot und versuchen Dinge nach vorne zu bringen.
Also quasi zusammen in einem Polizeiauto sitzen.
Wenn du’s so willst, ja.
Seid ihr auch mal beim Kunden? Also, dass ihr so mitfährt und ein Verständnis dafür bekommt.
Zumindest wollten wir das mal machen. Also ganz im Polizeiauto sitzen jetzt nicht, aber wir haben schon mal über Hospitationen nachgedacht, zum Beispiel, damit unsere Kollegen mal wissen, wie so ein Polizeialltag eigentlich auf der Wache abläuft. Und damit sie besser verstehen, wie unsere Kunden wirklich arbeiten und was sie im Alltag bewegt. Und das kann man sich als Außenstehender glaube ich immer nur schwer vorstellen, wenn man – ich sage mal – vielleicht einmal im Jahr oder zweimal im Jahr zur Polizeiwache geht, um da sein geklautes Fahrrad anzuzeigen oder mal seinen Parkrempler, den man mal hatte. Dann kann man sich das dahinter überhaupt nicht vorstellen. Und das wäre so mein Wunsch, dass wir das ein bisschen intensivieren und die Kollegen quasi hospitieren lassen.
Du hast jetzt schon ein konkretes Beispiel gebracht. Mir wurde tatsächlich mein Fahrrad geklaut. Was steckt dahinter, wo Dataport seine Finger im Spiel hat?
Viel mehr, als man eigentlich denkt. Gerade jetzt in Schleswig-Holstein und Bremen, zum Beispiel auch Sachsen-Anhalt, stellen wir ja das Vorgangssystem zur Verfügung. Wir entwickeln das selber seit Dataport – seit 2001 übrigens – schon sehr erfolgreich. Wir betreiben das auch bei uns im Rechenzentrum und der Weg geht weiter. Immer mehr Polizeikunden entscheiden sich tatsächlich für unser Vorgangssystem. Jetzt jüngst zum Beispiel Rheinland-Pfalz und das Saarland – also außerhalb der Dataport-Trägerländer – und weitere Kunden sind ein bisschen im Zulauf, weil immer mehr Kunden verstehen, dass wir einheitlich arbeiten müssen, dass wir über Ländergrenzen hinweg arbeiten müssen mit einem einheitlichen System. Das ist übrigens auch der Anspruch des großen Polizeiprogramms im Bund „Polizei 2020“, das zum Ziel hat, ein einheitliches Vorgehen bei allen deutschen Polizeien herbeizuführen. Da leisten wir unseren Beitrag, indem wir unser Vorgangsbearbeitungssystem dort mit einbringen.
Kannst du mal erläutern, wie das konkret jetzt aussieht? Also was bedeutet das für den Polizisten, wenn ich dem sage: „Mein Fahrrad wurde geklaut“? Wie sieht dieses Vorgangssystem dann konkret aus?
Unser System ist so aufgebaut, dass es sich wie ein Formular darstellt. Also es werden erst einmal deine Grunddaten erfasst: Wie heißt du, wo wohnst du, was ist da eigentlich passiert? Und dann werden diese Daten in diesem Formular gespeichert. Es wird dann leider heute noch ausgedruckt und dann musst du es unterschreiben. Aber im Hintergrund laufen dann diese ganzen Prozesse weiter, dass geguckt wird: Ist das Fahrrad vielleicht schon zur Fahndung ausgeschrieben? Ist es irgendwo schon entdeckt worden? Und diese Daten werden dann in diesem Vorgangsbearbeitungssystem bearbeitet. Die fließen übrigens auch in die Kriminalstatistik ein, die ja immer zum Jahresbeginn veröffentlicht wird. Wie viele Fahrraddiebstähle gibt es in der Region Kiel oder in Hamburg? Das sind so Daten, die da mit einfließen.
Und magst du noch mal ganz kurz deine Geschichte bei Dataport erzählen? Also du bist jetzt ja Abteilungsleiter. Wo kommst du her, was hast du vorher gemacht und wie hat sich deine Aufgabe vielleicht auch verändert?
Angefangen habe ich als Projektleiter bei Dataport und mit verschiedensten Projekten, unter anderem Polizeiprojekten, bin ich dann auch aus der Fachabteilung angesprochen worden, ob ich mir nicht vorstellen könnte, eine Gruppenleitung zu übernehmen für das Thema Vorgangsbearbeitung. Und das habe ich natürlich sehr dankend angenommen und gesagt: „Okay, klar, kann ich mir sehr gut vorstellen.“ Und jetzt – mit der Neuausrichtung von Dataport, Kundenzentrierung und Bildung von sogenannten Geschäftsbereichen, die vorne beim Kunden sind – gab es die Möglichkeit, mich noch mal weiterzuentwickeln und eine Abteilungsleitung zu übernehmen. Und das ist ziemlich spannend, weil man da relativ stark an der oberen Managementebene dran ist und auch die Strategie mitgestalten kann und wesentliche Eckpunkte des Geschäftserfolgs von Dataport mitgestalten kann.
Raimo, du hast ja quasi unter Michi gearbeitet, wenn man das so sagen kann. Er war ja dein Gruppenleiter.
Wir sind ja bei Dataport sehr auf Augenhöhe, finde ich zumindest – egal welche Hierarchieebene. Aber dazu kommen wir später noch mal. Erzähl doch mal: Was machst du bei Dataport und hast du vielleicht auch ein konkretes Beispiel, wie man mal in deinen Projektalltag eintauchen kann?
Ja klar. Also ich bin seit ungefähr fünf Jahren bei Dataport und durfte gleich mit einem ganz tollen Projekt starten, wo es um das Thema Beweismittel-Cloud geht. Da konnte ich das Projekt anfangs als Projektleiter von Anfang an mit begleiten und sofort ganz viel Verantwortung übernehmen und mir ganz viele verschiedene Themen anschauen und unter meine Fittiche nehmen. Sei es Projektleitung, wie gerade gesagt, im Endeffekt auch Controlling, Kostenrechnung, Marketing, strategische Produktentwicklung – also alles verschiedene Themen, die alle für sich interessant sind, aber auch zusammen gebündelt irgendwie besonders meine Leidenschaft entfacht haben. Und gerade ein Produkt namens „Hansken“ ist dabei besonders mein Ziehkind, will ich jetzt mal sagen. Das habe ich quasi bei Dataport von Anfang an mit aufgebaut und da sehen wir halt auch große Potenziale, wie das die Polizeiarbeit bundesweit auch verbessern kann. Deswegen steckt da ganz viel Herzblut drin.
Ich finde das total spannend, was du sagst, weil so habe ich es auch selbst empfunden und das bekomme ich auch immer wieder von innen heraus mit – oder zugetragen –, dass man sehr viel Gestaltungsspielraum in der eigenen Aufgabe hat. Also das finde ich halt wirklich auch. Und zeigt sich auch bei dir, Michi, so ein bisschen: „gekommen, um zu bleiben“. Man kann sich echt weiterentwickeln und seine Aufgaben auch mitgestalten. Das Projekt, das du genannt hast, hat ja glaube ich niederländische Wurzeln. Wie kommt es, dass ihr dann damit arbeitet? Vielleicht kannst du das noch mal erklären. Und was steckt konkret dahinter, wie kann ich mir das vorstellen?
Wir sind ja jetzt im Bereich der Forensik, im Bereich der Beweismittel – auch gerade bei Delikten im Bereich der Kinderpornografie, wo das auch eingesetzt werden kann –, wo man natürlich auch möchte, dass Straftäter gefasst werden und überführt werden und auch verurteilt werden. Da ist es so, dass eine niederländische Behörde, das NFI, ein Produkt, eine Plattform entwickelt hat, wie man Beweismittel auswerten kann. Und diese Beweismittel sollen dann an zentraler Stelle gespeichert werden und über verschiedenste Punkte abgerufen werden können. Da kann die Polizei dran arbeiten, da kann aber auch die Justiz darauf zugreifen. Das ist insbesondere interessant, weil das aus Europa und für Europa gemacht wird. Und gerade der Bereich „digitale Souveränität“ ist momentan in aller Munde. Deswegen bietet das große Potenziale.
Und kannst du mal konkret sagen: Also ich bin jetzt Verdächtige und bei mir werden Geräte beschlagnahmt – wie kann ich mir das konkret vorstellen?
Genau. Die Polizei kommt zu dir in deine Wohnung und schaut sich deinen Rechner an, dein Handy, vielleicht noch das Zweithandy oder den Drittrechner oder dein NAS oder was auch immer. Und diese Festplatten und Speichersysteme werden dann alle quasi kopiert, sodass sie gerichtsfest eine 1-zu-1-Kopie sind, die dann auch beweismittelecht sind, will ich jetzt mal sagen. Und die werden dann alle zusammen in eine zentrale Infrastruktur gebracht und dann mit einer Software auswertbar gemacht.
Und ja, du hast es gerade gesagt: das Delikt Kinderpornografie – ich finde, das geht einen dann schon irgendwie selbst an die Nieren. Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, was die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei täglich an ihrem Job machen, die sich diese Bilder anschauen müssen. Und je länger sie sich das anschauen müssen… also, wenn wir helfen können dabei, dass sie es nicht so lange anschauen müssen oder nicht alle Bilder anschauen müssen, sondern dass es vielleicht ein System für sie automatisiert vormacht, finde ich das auf jeden Fall eine gewinnbringende Situation für alle – sowohl für den Ermittler, der davor sitzt, als auch für die Bürgerinnen und Bürger, die daran interessiert sind, dass ein Straftäter möglichst schnell gefasst und verurteilt wird.
Genau, und da kommt nämlich das nächste Buzzword: KI. Die kann in dieser Software bzw. Plattform genutzt werden, wo man durch KI schon eine Vorfilterung oder eine Kategorisierung von solchen Medien – Bildern oder Videos – haben kann, damit die Ermittler – wie Michael gerade gesagt hat – nicht den ganzen Tag nur dieses scheußliche Material anschauen müssen.
Stark. Wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.
Ja und ich finde, gerade wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt und merkt: Was kann ich denn dafür tun? Was ist eigentlich mein Beitrag, damit das besser und schneller gelingen kann? Dann ist das schon eine extrem hohe Motivation. Das ist so die Frage: Warum stehe ich eigentlich jeden Morgen auf und warum tue ich mir das eigentlich an? Und das ist ein Thema, da kann man nicht die Augen zu machen und sagen: „Das müssen andere lösen“, sondern: Was kann ich dazu beitragen? Und das finde ich ganz ganz wichtig.
Und das ist auch das Coole: Man ist zwar nur ein kleines Zahnrad im ganzen großen Geschehen, aber man merkt trotzdem, dass man etwas bewirken kann und dadurch etwas Positives erreichen kann.
Das zahlt ja noch mal der Sinnfaktor bei Dataport ein. Also das finde ich echt ein super Beispiel, danke.
Ich finde, das ist neben der Sinnfrage auch immer eine Haltungsfrage. Also welche Haltung habe ich eigentlich als Mitarbeiter, als Teil des Unternehmens? Wie denke ich, meine Arbeit richtig zu machen? Und auch: Welche Eigenmotivation habe ich? Das habe ich ja schon gesagt. Aber ich finde diesen Antrieb im Bereich der öffentlichen Sicherheit – das geht uns alle an. Wir alle wollen sicher über die Kieler Woche oder über den Bremer Freimarkt laufen. Und dann braucht es eben eine moderne Polizeiarbeit, die es ermöglicht, dass wir uns sicher fühlen können. Die geopolitische Lage zeigt das ja auch ganz deutlich, dass wir mit unserem sicheren Rechenzentrum und den ganzen Vorhaben, die wir haben, die öffentliche Sicherheit in Deutschland stärken. Und das ist für mich zumindest Antrieb genug, den Job hier zu machen, den ich mache.
Ich finde, du sprichst ein wichtiges Thema an. Denn wenn ich mir vorstelle, ich laufe über die Kieler Woche und Sicherheit ist für uns schon selbstverständlich geworden. Das ist es aber eigentlich nicht. Und was dahinter steckt, ist ja das Spannende. Vielleicht kannst du Raimo noch mal sagen: Gerade im Projektgeschäft ist Sicherheit im Polizeiwesen ein Muss. Inwiefern können Projekte da noch agil sein?
Wir versuchen natürlich, die Projekte so agil wie möglich zu machen. Das machen wir natürlich auch. Nichtsdestotrotz ist immer der Sicherheitsfaktor da. Und gerade bei Dataport, wenn wir im Bereich der Polizei unterwegs sind, müssen wir höchste Sicherheitskriterien erfüllen. Und da hilft uns, dass wir bei Dataport ein modernes BSI-zertifiziertes Rechenzentrum haben, wo wir Sicherheitsmechanismen, die schon aufgebaut sind, nutzen können. Wenn man das alles händisch macht, braucht man dann noch mal zwei Jahre länger. Wir müssen aber trotzdem Sicherheitsmanager und Datenschutz bei allem mit einbeziehen – und das ist natürlich auch richtig so.
Ich finde das Thema Sicherheit noch mal ganz explizit angesprochen versus Agilität. Ich glaube, der Kollege Niels hat das auch in der vorherigen Folge gesagt: Man hat gar nicht viel Toleranz, so ein Thema auf die Straße oder auf den Markt zu bringen. Weil wenn man sich Fehler erlaubt, dann ist das nicht einfach ein Fehler, der abgehakt wird, sondern das kann im Prinzip richtig große Auswirkungen haben. Wenn in der Software ein Fehler ist, der falsche Daten ausspuckt, kann das unter Umständen dazu führen, dass vielleicht jemand anderes verhaftet wird als eigentlich vorgesehen. Das darf nicht passieren. Bei Agilität ist eher im Vordergrund: Ich erstelle etwas, ich prüfe das, ich hole mir Feedback ein und mache dann weiter und gehe so schrittweise vor. Aber das letztendlich produktiv zu setzen, fordert, dass den Sicherheitskriterien Genüge getan wird. Und mit Sicherheit müssen wir dann den richtigen Betrieb gewährleisten.
Oder noch mal an einem ganz einfachen Bild, wenn wir beim Thema „Hansken“ bleiben: Es darf ja nicht passieren, dass auf einmal kinderpornografischer Inhalt durch Server von Dataport oder der Polizei plötzlich in den Umlauf geraten, weil es da irgendwo eine Lücke gibt. Dementsprechend ist das ein absolutes Kriterium, dass so etwas sicher ist und so etwas gar nicht erst passieren kann.
Schöner Abschluss zu diesem wirklich spannenden und wichtigen Thema. Ihr habt ganz viele Aspekte genannt, die Dataport ausmachen – also das Thema Verantwortung, Sicherheit, Komplexität oder auch spannende Aufgaben. Mich würde noch mal interessieren: Was macht für euch den Teamspirit bei Dataport aus? Könnt ihr das noch mal kurz erläutern?
Also den Teamspirit im eigenen Bereich, in der eigenen Abteilung, aber auch bereichsübergreifend, zum Beispiel mit Technik oder Softwareentwicklung – ist es tatsächlich so, dass die Kollegen – und so nehme ich das wahr – für die Themen wirklich brennen. Wenn ich so ein Thema wie öffentliche Sicherheit habe, dann fällt mir keiner ein, der sagt: „Boah, langweilig.“ Sondern das sind Themen, bei denen alle gerne mitziehen. Und jeder ist interessiert, seine Sache gut zu machen, seine Arbeit gut zu machen, seinen Job hervorragend zu machen, um etwas Gutes zu tun. Diese sinnstiftende Arbeit und Teamspirit. Ich versuche zumindest in meinen Abteilungen oder Gruppen diesen Teamspirit dahingehend hochzuhalten und zu sagen: „Hey, wir leisten ja etwas. Wir sind ein Zahnrad im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.“ Und damit fühlt sich eigentlich jeder angesprochen. Das ist mein Verständnis von Teamspirit. Und sich vergegenwärtigen, wofür wir das eigentlich hier tun.
Ja und ich würde sagen: Man baut sich während der Zeit bei Dataport sein Netzwerk auf. Und gerade dieses Netzwerk ist unheimlich wichtig, weil man ja nicht alles selbst machen kann. Man braucht Expert*innen – und die sind auf jeden Fall da. Das heißt: Wenn ich eine Frage habe, weiß ich schon, wen ich fragen kann und bekomme meine Antwort und kann dann auf meiner Flughöhe bleiben und koordinieren, organisieren usw. Und dann Teamspirit natürlich trotzdem das Miteinander – nicht vergessen, dass man zwischendurch auch mal Witze machen kann. Michael war ja mein Gruppenleiter, jetzt ist er stellvertretender Bereichsleiter. Aber man kann sich wie Kollegen oder Freunde miteinander unterhalten und hat nicht nur berufliche Themen. Vorhin haben wir uns über NAS-Technik unterhalten und wie wir Sachen am besten austauschen können.
Heimautomatisierungen, genau.
Da habt ihr was Wichtiges angesprochen: Networking ist das A und O – predige ich auch immer. Und das ist ja das Schöne unseres Podcasts: Der soll ja auch dem bereichsübergreifenden Arbeiten zugutekommen und unser Netzwerken vertiefen. Das heißt: Wenn ihr Fragen habt intern an Michi oder Raimo, dann könnt ihr direkt auf die beiden zugehen. Vielen Dank für den Austausch mit euch. War super spannend. Ich habe auch wieder ganz viel dazugelernt. Und das sage ich euch jetzt:
Ich habe gelernt, dass wir als Zahnrad in einem großen System nicht nur deutschlandweit, sondern europaweit etwas bewegen können. Dass Sicherheit vor Zeit kommt und ein absolut unverzichtbarer Faktor ist, wenn es um Polizeiarbeit geht. Dass sich unsere Arbeit durch das Brennen für sinnstiftende Themen und Leidenschaft auszeichnet. Dass wir Polizeiarbeit vereinfachen, ganzheitlich denken und sicher digital gestalten. Dass wir uns bei Dataport weiterentwickeln und dabei immer noch Mensch bleiben. Und dass Networking das A und O ist.
Vielen Dank lieben Dank, dass ihr meine Gäste wart. Und ja, ich freue mich, noch ganz viel von euch zu erfahren.
Teile doch gerne mal in den Kommentaren dein Highlight und was dich besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 2 Once Only, volle Wirkung – Digitale Verwaltung neu gedacht
Laufzeit: 23:36 Min
In Folge 2 von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa sprechen Teamleiterin Esther und IT-Beraterin Marcia über Registermodernisierung, Rechenzentren und die digitale Transformation der Verwaltung im föderalen Umfeld. Sie erklären das Once-Only-Prinzip, zeigen, warum Registerfachverfahren angepasst werden müssen und wie Dataport die Modernisierung intern sowie gemeinsam mit den Trägern gestaltet. Außerdem geht es um Zusammenarbeit in komplexen Strukturen, New Work im öffentlichen Kontext, Wachstum und Kulturwandel in technischen Teams – und um individuelle Karrierewege: vom Trainee zur Teamleitung, vom New-Work-Start in die Registermodernisierung. Ein klares Signal dabei: Verantwortung übernehmen, Chancen nutzen – auch und gerade für Frauen in der IT.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft – und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht’s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Esther und Marcia. Stellt euch doch mal vor.
Mein Name ist Esther. Ich bin Teamleiterin im Rechenzentrum bei Dataport.
Genau, ich bin Marcia. Ich bin IT-Beraterin für Registermodernisierung bei Dataport.
Schön, dass ihr heute da seid. Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch. Erzählt doch mal was Persönliches von euch.
Ich selbst mache nach der Arbeit gerne etwas mit den Händen. Und zwar ist meine Leidenschaft Holzhacken. Ich habe einen Kleingarten und da gab es so viel Kram und so viele Bäume, dass ich gedacht habe: Irgendwie macht das Laune. Dann habe ich mir so einen Block geholt. Dann habe ich von meinen Eltern tatsächlich eine Axt zum Geburtstag bekommen. Und da hacke ich tatsächlich gerne Holz. Und eine zweite Leidenschaft von mir ist im Garten das Obst zu verwerten. Wir haben zwei riesige Gartenbäume und die dann abzuernten und daraus etwas zu erstellen – Saft oder auch Gelee oder Marmeladen. Und das probieren dann die Kollegen oder man teilt es mit seinen Liebsten – das finde ich einfach schön.
Ich finde, Holzhacken ist ja auch eine super Methode, um so ein bisschen Aggressionen vom Alltag vielleicht auch loszuwerden. Oder hast du die gar nicht?
Ich würde sagen: Energie loszuwerden.
Und ein gutes Workout.
Auf jeden Fall.
Und eine Axt zum Geburtstag zu bekommen, ist auch ein verrücktes Geschenk.
Schön – das ist ein schönes Geschenk.
Und bei dir, Marcia? Mal was Persönliches von dir.
Genau. Die, die mit mir mehr zu tun haben, wissen: Ich paddle. Ich fahre Seekajak auf dem Meer und bin bevorzugt auf der Ostsee oder auf der Nordsee unterwegs – oder gerne noch weiter weg. Das ist eigentlich die große Leidenschaft. Und ich bin jedes Jahr mindestens zwei bis drei Wochen irgendwo auf dem Meer.
Also hast du schon mal eine Tour gemacht, die über zwei, drei Wochen ging?
Drei Wochen noch nicht, aber zwei Wochen – im Mittelmeer, in Nordnorwegen oder in Schweden. Und das Tollste war Grönland – also mit Eisbergen.
Okay, also Kajak zwischen Eisbergen. Das war der Hammer.
Und machst du das alleine?
Das macht man eigentlich immer in der Gruppe, weil es sonst zu gefährlich ist. Also aus Sicherheitsgründen versuchst du, das in der Gruppe zu machen. Ja, aber es macht auch ein bisschen mehr Spaß.
Dann seid ihr ja richtige Outdoor-Menschen. Da haben wir witzigerweise auch ganz viel über Dataport gesprochen.
Ich kenne dich ja schon ein bisschen länger, Esther. Wir haben uns damals bei WIDA - Women in Digital Areas richtig kennengelernt. Da hast du ja Dataport einem Frauennetzwerk vorgestellt. Was genau machst du bei Dataport? Du bist jetzt schon seit 2010 dabei und hast ja wirklich eine Reise hinter dir, würde ich sagen. Ich habe 2018 angefangen. Wenn ich da zurückdenke, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das damals war. Magst du uns mal mit auf deine Reise nehmen?
Sehr gerne. Auf der WIDA hatte ich auch so eine schöne Folie, wo dann auch mein Weg aufgezeigt war. Angefangen bin ich bei Dataport als IT-Trainee tatsächlich. Anderthalb Jahre war das damals bei Dataport. Ich hatte drei Stationen. Erst war ich im Sicherheitsmanagement, dann war ich sechs Monate im Rechenzentrum – meine jetzige Passion. Das war ganz toll. Da habe ich gemerkt: Das ist wirklich das Herz unserer IT. Und dann im Rechenzentrum zu sein, fand ich ganz toll – als Informatikingenieurin. Und als Drittes war ich dann im Projektmanagement. Und da bin ich quasi auch gleich geblieben. Da habe ich ein Projekt schon als Trainee geleitet und dann haben sie gesagt: „Esther, ganz toll – wir würden dich gerne bei uns behalten, damit du uns Projekte leitest.“
Ganz kurz zum IT-Trainee. Das ist ja auch das Spannende. Du kannst ja deine Einstiegspunkte im Unternehmen so ein bisschen selbst aussuchen – also wo deine Reise hingehen soll. Wie hast du dich denn für diese Stationen entschieden?
Das Erste war tatsächlich vorgegeben. Ich kannte Dataport nur aus dem Internet. Und sie sagten zu mir, sie hätten gerne jemanden im Sicherheitsmanagement. Da habe ich gesagt: Oh, das ist ja so gar nicht mein Schwerpunkt, aber gerne. Wenn ihr mich da seht, öffne ich meinen Geist und lasse mich drauf ein. Und wenn ich die Aufgabe machen kann – gerne. Und dann durfte ich tatsächlich mitwählen. Ich habe gesagt: Gerne Rechenzentrum, gerne Projektmanagement, weil ich dachte: Projektmanagement könnte bisher mehr sein als ein Fachbereich. Und das war es auch. Genau, nach den anderthalb Jahren bin ich dann ins Projektmanagement gegangen und durfte dort sehr große Kundenprojekte leiten. Mein Highlight war damals „Speicherstadt Digital“. Dadurch hat Dataport auch Kultur. Tatsächlich gab es keinen Kulturbereich vor diesem Projekt. Und das war einer der Treiber zu sagen: „Hey, Dataport versteht Kultur.“ Das sind doch ganz viele ITler! Das Gute war: Ich hatte damals einen Kollegen an meiner Seite, der selbst im Kulturbereich tätig war. Mein IT-Verständnis und seine Kultur-Expertise haben damals die Kunden in Hamburg überzeugt. Und was ich auch spannend finde, ist, dass es auch offen ist. Auch im Projektmanagement durfte ich mitgestalten. Also nicht Esther: „Da ist ein Projekt – mach mal“, sondern: „Als Nächstes könnten wir uns vorstellen, dass du folgendes Projekt machst – oder das.“ Und dann konnte ich auswählen. Und so bin ich in den sechs Jahren auch zur Senior Projektmanagerin geworden. Ich habe da auch einige Schulungen bekommen. Weil das ist auch nicht das, was ein Informatikingenieur mal eben mitkriegt. Da gehört natürlich viel gesunder Menschenverstand zu. Aber die Methoden und Skills bringt man sich nicht während des Studiums bei. Das war eine große Chance, Wissen aufzubauen.
Und dann habe ich gemerkt: Ich muss mich immer von den Leuten trennen, mit denen ich die Projekte mache. Ich mochte die Menschen und ich mochte die Themen. Und dann dachte ich: Es wäre stark, in die Linie zu gehen. Und ich hatte das Bedürfnis, in eine Leitungsfunktion zu gehen. So bin ich auf die Teamleiterstelle aufmerksam geworden. Und dachte irgendwie war das „Back to the roots“. Ich war ja schon im Rechenzentrum, ich kannte die Leute, ich kannte die Abteilungsleiterin. Sie hatte mich auch angestupst und gesagt: „Wenn du irgendwann nicht mehr Projekt machen willst, melde dich.“ Und dann gab es eine große Reorganisation. Und so ist das dann gekommen. Vor acht Jahren – also 2017 – bin ich ins Rechenzentrum gewechselt.
Was würdest du sagen: Was macht für dich Führung aus?
Für mich ist das Orientierung geben. Das merke ich ganz stark. Dass die Mitarbeitenden bei mir im Team Orientierung brauchen. Und ich finde wichtig, dass man gesehen wird und dass wir die Leute sehen. Das gibt den Mitarbeitenden viel – und mir auch. Und das matcht an der Stelle. Und dann dieses: Wir sind beieinander. Wir trennen uns nicht nach kurzer Zeit wie in einem Projekt – da lernt man sich kennen, dann mag man sich, weiß wie der andere tickt und dann ist es vorbei. Sondern wir haben eine gemeinsame Strecke in der Entwicklung und Zusammenarbeit.
Hast du denn eine Frage an Marcia, die du unbedingt loswerden möchtest?
Ja. Ich habe mitbekommen, du bist in der Beratung tätig. Bei mir sind es technische Berater. Mich würde echt mal interessieren, was Beratung bei euch auszeichnet.
Also ich bin nicht im Consulting-Bereich, sondern in einem Bereich, der beides hat. Ich habe Kolleginnen und Kollegen, die relativ technisch unterwegs sind, die beraten dann zum Beispiel: „Wie kriege ich ein Thema zu euch ins Rechenzentrum?“ Das machen die. Das mache ich eher nicht, weil ich nicht so technisch unterwegs bin. Dann haben wir Menschen wie mich, die eher strukturell, konzeptionell, organisatorisch beraten. Wir haben also beides. Und es hängt vom Thema ab. Ich bin im Kompetenzteam Registermodernisierung. Die Registermodernisierung ist eines der größten digitalen Vorhaben, die die deutsche Verwaltung in den nächsten Jahren zu bieten hat. Damit haben alle zu tun und werden alle zu tun haben.
Wir sind ein kleines Team, das die Fragen unserer Träger aus Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt entgegennimmt. Die beschäftigen sich damit und wir sind deren Anlaufstelle. Wir sagen: „Okay, ihr plant das – an dieser Stelle könnt ihr kooperieren, hier können wir unterstützen, hier vielleicht nicht, weil ihr müsst fachliche Themen selber machen und regeln.“ Es gibt manchmal technische Fragen, das übernimmt oft jemand aus dem Team, der tiefer im Thema ist. Oder wir arbeiten mit Kolleg*innen z.B. aus einem Bereich zusammen, die sich viel mit Registern beschäftigen, weil so tief haben wir das nicht. Und wir verbinden dann die richtigen Kolleginnen und Kollegen, damit die Träger bestmöglich unterstützt werden. Alles kannst du nicht wissen – geht ja gar nicht.
Kannst du mal konkret erklären, was Registermodernisierung bedeutet? Ich stelle mir da einen Aktenschrank vor – verstaubt – und man macht ihn auf und findet Registermappen.
Genau. Heute ist das digital. Registermodernisierung bedeutet: Wir kennen alle Melderegister oder Personenstandsregister – ledig, geschieden, verheiratet – und andere Register, die bei Kommunen oder Ländern liegen. Wir haben alle Daten da drin liegen. Wenn du einen Online-Parkausweis beantragen willst, lädst du heute ein Papierdokument hoch, obwohl die Daten längst in der Verwaltung liegen. Das Once-Only-Prinzip sagt: Wenn du einmal Daten abgegeben hast, können diese wiederverwendet werden. Du musst sie als Bürger*in also nicht jedes Mal neu beschaffen. Du stellst den Antrag, gibst dein Einverständnis und dann werden die Daten – Geburtsurkunde, Führerschein, KFZ-Nachweis – automatisiert übernommen. Dafür ist unsere Verwaltung aber noch nicht so ganz vorbereitet. Da müssen Register-Fachverfahren angepasst werden, es wird eine neue Transportinfrastruktur gebaut. Das ist nicht trivial. Da sitzen 150 Kolleginnen und Kollegen dran. Und das Ziel ist im Prinzip, dass es für die Verwaltung einfacher wird, aber auch für uns. Damit man nicht jedes Mal im Aktenordner nach dem z.B. das Abiturzeugnis oder meine Geburtsurkunde suchen muss.
Du hast jetzt ganz viel zur technischen Seite gesagt, was geschaffen werden muss und noch nicht da ist. Wie ist das denn auf der menschlichen Seite: Wie nehmt ihr Mitarbeitende mit auf diese Reise?
Ich mache intern die „Registermodernisierungs-Roadshow“. Ich erkläre in Abteilungen und Veranstaltungen, worum es geht, damit Kolleginnen und Kollegen Anfragen einordnen können. Per se weiß das nicht jeder automatisch.
Das heißt, ganz kurz zur Einordnung, dass du nicht direkt beim Kunden bist?
Auch. Das ist Wissen nach innen zu den Kolleg*innen, dass sie vorbereitet sind. Und nach außen zu unseren Trägern sind wir Ansprechpartner*innen. Da regelmäßig im Austausch zu sein und zu schauen: Was planen sie? Wo unterstützen wir? Wo können wir Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zusammenbringen, damit nichts doppelt entwickelt wird? Und dann gibt es auch noch, dass unsere Träger mit bestimmten Anwendungen oder Register zusammen betreiben. Da müssen wir auch kooperieren. Und da sind wir relativ eng mit ihnen im Gespräch. Ich begleite also ein Thema, sowohl nach innen als auch nach außen mit den Trägern, also unseren Kund*innen. Das ist der Job. Und je nachdem, was aufpoppt, vermittelt man dann z.B. mit dem Rechenzentrum oder anderen Personen, die es braucht, um nach vorne zu kommen.
Also geht‘s auch ganz viel um Transparenz und die Leute mit an die Hand zu nehmen.
Genau, Orientierung – damit nichts doppelt gemacht wird und niemand sich alles selbst zusammensuchen muss. Das wird uns die nächsten Jahre begleiten.
Marcia, ich habe noch eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt – wir kennen uns ja auch aus dem New-Work-Kontext. Du bist jetzt drei Jahre bei Dataport, bist damals im New-Work-Bereich eingestiegen und jetzt bei der Registermodernisierung. Sag mal, was deine Motivation damals war, im New-Work-Bereich im öffentlichen Dienst – wo viele sagen: „Das widerspricht sich doch.“ Und inwiefern hilft dir dein Wissen aus deinem Start im Projekt?
Ich bin eingestiegen in einem Bereich, wo New Work ein Thema war. Da ging es um Tools wie Reservierungstools, Shared Services etc. New Work heißt für mich eigentlich: Wie können wir gut zusammenarbeiten? In welchem Rahmen? Und der Rahmen verändert sich ja auch – Homeoffice, verteiltes Arbeiten oder auch Shared Spaces wie die in Altenholz zum Beispiel. Wie organisiert man das gut? Was brauchen Leute dafür? Du kannst New Work draufschreiben oder es „neues Arbeiten“ nennen. Wir wissen ganz viel darüber, wie gute Zusammenarbeit geht – man muss es nur umsetzen und ausprobieren. Und das ist im Prinzip das Ziel und das hört nicht auf. Also gut zusammenarbeiten – ihr habt das ja auch, klar. Also wie arbeite ich in einer Gruppe zusammen, wie arbeite ich mit meinen Trägern Kolleg*innen zusammen, wie gestalte ich ein vernünftiges Meeting, ohne dass man irgendwie die Aufmerksamkeit setzt und denkt: „Oh Gott, das war wieder alles umsonst, das man nicht hätte brauchen können“. Das sind alles die Themen und die laufen ja immer mit in der ganzen Arbeit. Jetzt mache es halt nicht mehr voll, sage ich mal, oder versuche da auch mit Kund*innen daran zu arbeiten, aber ich setze es natürlich ein und halte es nach wie vor extrem für wichtig.
Das ist ja auch immer alles in Bewegung, wie du schon sagst.
Genau. Es geht darum, herauszufinden, wie man unsere Arbeit und Zusammenarbeit gut gestaltet. Und das kann man am besten zusammen machen.
Euch trennen ja eigentlich 12 Jahre bei Dataport. Wollt ihr mal erzählen, wie ihr Dataport als Arbeitgeber aktuell wahrnehmt? Und was macht für euch Dataport als Arbeitgeber aus?
Ich nehme Dataport so wahr, dass wir viele sind. Wir sind jetzt über 6.000. Als ich angefangen habe, waren wir 1.600. Wir kriegen das hin. In diesen über 15 Jahren, die ich bei Dataport bin, wachsen kontinuierlich.
Und Wachstum wird ja nicht immer positiv assoziiert. Wie stehst du dazu?
Ich stehe tatsächlich positiv dazu. Es gibt Rahmenbedingungen, die uns unterstützen – z. B. New Work, oder ich kenne das noch aus der Pandemie. Da gab es Schulungen aus dem Schulungszentrum, die darum gehen, wie wir virtuell gut zusammenarbeiten. Ich fand das richtig stark und habe all meinen Mitarbeitenden gesagt, dass sie an diesen Schulungen teilnehmen. Wie machen wir das virtuell? Vorher saßen wir im Raum und haben uns gesehen.
Wie kompensieren wir es, dass wir vielleicht nicht mehr die ganze Körpersprache wahrnehmen, was muss man da sicherstellen auch an Rollen, wer achtet auf die Zeit, wer achtet auf die Inhalte, auf die Ziele, das zum Beispiel ein Puzzle, wo ich einfach merke: wir wachsen und wir haben auch Unterstützung durch unser Schulzentrum, was uns ermöglicht, uns darauf einzustellen, wie wir damit umgehen können, dass wir einfach so stark wachsen. Und heute nehme ich Dataport als innovativ wahr. Früher gab es die Akte, klingt vielleicht witzig. Aber vor 15 Jahren gab es Umlaufmappen. Heute ist vieles digitalisiert – auch intern und in der eigenen Zusammenarbeit. Aber auch dem, wie wir uns selber aufstellen. Ich erlebe das als sehr positiv. Und klar, die Fragen von neuen Mitarbeitenden: „kannst du mir das auch erklären?“. Das müssen wir dann vor die Klammer ziehen. Und dann nicht einen Mitarbeiter*in informieren, sondern viele.
Ich habe auch mal den Bereich gewechselt und man merkt: Bereiche ticken unterschiedlich. Das hängt natürlich auch an den Menschen und der Führung. Das ist normal in großen Organisationen. Große Organisationen haben eigentlich immer Wachstumsschmerzen. Manche tun mehr weh, manche weniger. Aber Dataport bewegt sich – und das ist gut. Das wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Bestimmte Sachen funktionieren ganz gut und bei anderen denkt man sich, dass es noch besser geht. Ich bin ja seit 3 Jahren da und am Anfang war es kulturell sehr anders. Ich komme aus der freien Wirtschaft – vor allem aus dem Bereich der Digital- und Kommunikationsagenturen – das war sehr anders. Nicht schlechter, aber anders. Die Größe hat Vorteile, wie zum Beispiel das Schulungszentrum ist super, Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind da. Andere Dinge sind weniger schnell. Aber wir arbeiten im Verwaltungsrahmen – und der ist rechtlich weniger flexibel. Das muss man wissen.
Eine abschließende Frage noch. Uns bewegt ja auch, dass wir gerne Frauen für die IT gewinnen wollen. Marcia bei euch im D-Bereich ist der Frauenanteil sehr ausgewogen, würde ich sagen. Bei dir Esther, ist es tatsächlich im T-Bereich, also Technikbereich wirklich schwierig, Frauen zu gewinnen. Was gebt ihr Frauen mit, die unsicher sind, sich zu bewerben?
Traut euch wirklich! Bewerbt euch! Es gibt hier viele Chancen. Wenn ich bei mir schaue, ich bin weibliche Führungskraft. Mein Team hat 14 Mitarbeitende – davon eine Frau. Meine Chefin ist eine Frau. Meine Chef-Chef-Chefin ist eine Frau. Von daher: traut euch. Ihr habt Chancen, ihr werdet gesehen, akzeptiert und auch, respektiert. Es macht keinen Unterschied. Auch wenn ihr nicht alles erfüllt – dann lernt ihr es.
Wir haben über 30 % Frauen in Führung. Wie sieht es bei euch Marcia aus? Was würdest du Frauen mitgeben, die sich noch unsicher sind, sich im IT-Bereich zu bewerben?
Unser Bereich ist sehr ausgewogen. Und ich sehe es wie du: Einfach trauen. Unsere Stellenbeschreibungen sind manchmal kryptisch. Bei mir ist das auch noch nicht so lange her, da weiß nicht immer, was dahintersteckt. Wenn man denkt: „Das könnte passen, das finde ich spannend“, bewerben! Nicht abschrecken lassen, wenn bestimmte Sachen nicht ganz übereinstimmen. Wenn es für jemanden passt, einfach bewerben. Die Bedingungen für Frauen hier zu arbeiten sind gut und aufgrund unserer Größe und Aufstellung vielleicht sogar besser als in kleineren Firmen.
Du hast es ja gesagt: die Rahmenbedingungen sind da. Ihr seid zwei Beispiele dafür, dass die Reise nicht endet. Vielen Dank, dass ihr heute da wart. Die Zeit ging rasend schnell vorbei.
Zum Schluss fasse ich nochmal zusammen, was ich gelernt habe.
Ich habe gelernt, dass Führung Orientierung und Präsenz bedeutet – eine Richtung geben, sichtbar sein, Mitarbeitende bewusst wahrzunehmen, gerade in komplexen Organisationen. Ich habe gelernt, dass Projektmanagement Klarheit und Vertrauen schafft und nicht nur aus Planung, sondern aus Transparenz, Begleitung und an die Hand nehmen – intern wie extern, besteht. Ich habe gelernt, dass Karrieren keine geraden Linien sind. Das bedeutet, dass Entwicklungssprünge möglich sind – vom Trainee bis zur Teamleitung. Entscheidend ist, dass du offen und lernbereit bist. Dass New Work und öffentlicher Dienst sehr wohl gehen und sich nicht ausschließen. Digitalisierung, Wachstum und innovative Arbeitsweisen im öffentlichen Sektor realisierbar und möglich sind. Ich habe gelernt, dass Kompetenz durch Zutrauen und Lernen im Tun entsteht. Und hier nochmal mein Appell an euch, an die Frauen da draußen: Bewerbt euch in der IT, übernehmt Verantwortung, entwickelt euch weiter und traut euch, durchaus bei uns zu bewerben.
Teilt doch gern mal in den Kommentaren euer Highlight oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 3„Der erste Schuss muss sitzen“ – Mobile Entwicklung zwischen Anspruch und Realität
Laufzeit: 24:53 Min
In Folge 3 von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa sprechen Niels aus der mobilen Entwicklung und Tom, Leiter IT-Services, über mobile Entwicklung bei Dataport und warum es entscheidend ist, Nutzer*innen von Anfang an mitzudenken. Es geht um intuitive Bedienung, Barrierefreiheit als festen Bestandteil und darum, digitale Lösungen so zu gestalten, dass sie im Alltag wirklich funktionieren. Gleichzeitig geben sie Einblicke in den IT-Service-Alltag, Supportprozesse und die Zusammenarbeit in großen, verteilten Teams. Sie sprechen offen über das Spannungsfeld zwischen hohen Qualitätsansprüchen und gelebter Fehlerkultur – und warum es wichtig ist, Dinge auszuprobieren, auch wenn nicht jede Idee am Ende ein Produkt wird. Ein ehrlicher Blick darauf, wie digitale Souveränität entsteht: Schritt für Schritt, im Zusammenspiel von Technik, Menschen und Verantwortung.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag, ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht‘s euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Niels und Tom. Stellt euch doch einmal ganz kurz vor und sagt, was ihr bei Dataport macht.
Ich bin Niels und ich kümmere mich um mobile Entwicklung in Projektleitung und Organisationsform.
Ja, hallo, ich bin Tom und ich leite die Abteilung IT-Services – und das seit knapp drei Jahren.
Vielen Dank euch schon mal. Wir sind super neugierig, was euch eigentlich jeden Tag bewegt und wie euer Arbeitsalltag bei Dataport aussieht. Jetzt sind wir natürlich auch brennend gespannt darauf, was euch so privat umtreibt. Und Tom, kleiner Spoiler: Bei dir könnte man ja sagen, wenn du nicht für Dataport im Einsatz bist, dann trittst du meditativ Trauben.
Ja, das ist ganz gut übergeleitet. Seit knapp zwei Jahren betreiben meine Frau und ich ein Weinverkaufsdepot für einen Winzer bei uns zu Hause. Und ja, es macht sehr viel Spaß, sich mit dem Thema Wein nicht nur im Sinne von Trinken zu beschäftigen, sondern auch: Wie kommt er eigentlich her? Was läuft da alles drumherum?
Kann man bei dir in der Weingarage sitzen quasi?
Ja, man kann. Also wir sind kein Ausschank, sondern ein Verkaufsdepot. Man kann aber natürlich probieren, gerade die Neukund*innen.
Aber es schreit eigentlich nach einer Afterworkparty, bei dir in der Garage.
Ihr seid alle herzlich willkommen.
Und bei dir, Niels – was machst du privat, erzähl mal?
Privat gehe ich zumindest im Sommer segeln. Jetzt ist ja eine andere Jahreszeit, aber dann kommt das Boot ins Wasser. Ich habe eine kleine Jolle am Strand, ganz alleine segeln. Und dann bin ich Teil einer Mannschaft auf einem zehn Meter ausgerüsteten Regattaboot in Kiel, wo wir an den meisten Regatten teilnehmen.
Auf einer Jolle kann man nicht schlafen, oder? Ich habe da gar keine Ahnung.
Na ja, auf meiner Jolle gibt es zwei Trampoline, das nehme ich an Zimmer ran.
Aber nein, schlafen kann man da nicht. Das geht eher auf dem Boot von meinem Bruder, das ich mir mit meiner Frau ausleihe. Das liegt in Dänemark.
Cool. Also für die Zuhörer*innen, die es noch nicht wussten: Es ist ja die erste Folge unserer zweiten Staffel und es ist eine Ikonen-Folge, wie ich sagen würde. Jetzt denken alle so „Uhhhh…“. Weil, ich habe heute ein kleines Fan-Girl-Moment. Zum einen mit Tom, weil den kenne ich jetzt schon seit ich bei Dataport bin, seit sieben Jahren. Und ich habe mal so überlegt: Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir zusammengekommen sind, aber du hast echt wesentliche Meilensteine meiner Dataport-Employer-Branding-Karriere begleitet. Ob das die erste Out-of-Home-Kampagne war oder das Führungskräftenachwuchsprogramm, an dem ich teilnehmen durfte.
Und bei Niels ist es tatsächlich so – von dir habe ich vorher schon viel gehört – du bist ja so ein Macher. Und dich erlebe ich jetzt das erste Mal in live und du bist der erste Webentwickler bei Dataport gewesen. Magst du uns mal mitnehmen auf deine Reise? Wo hast du angefangen, wo stehst du heute?
Ja, also ich bin 2017 zu Dataport gekommen. Da war schon eine erste mobile App entstanden, von einer Reihe von .NET-Entwicklern, die .NET auf mobil umgesetzt hatten. Und da wurde uns gesagt, dass eine richtige Mobile-Entwicklung gewünscht ist. Und ich glaube, kam meine Bewerbung gerade recht. Ich hatte Erfahrung mit mobilen Lösungen, die gehen zurück auf die Palm PDAs – diese kleinen grünen Dinger, die man mit einem Stift bedient hat. Die gab es lange, bevor es überhaupt ein iPhone gab. Und da haben wir 2017 angefangen, und nach und nach sind wir gewachsen. Und wir sind jetzt richtig gut aufgestellt, um gute mobile Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.
Da fällt mir direkt ein Satz ein, den du gesagt hast, als wir uns vorab kurz abgesprochen haben: „Der erste Schuss muss sitzen.“ Willst du das mal kurz erläutern?
Wer ein Mobiltelefon nutzt, weiß aus Erfahrung: Wenn eine neu installierte App nicht funktioniert, wird sie innerhalb von zwei Minuten wieder gelöscht. Insofern ist es wichtig, dass eine App erstens fokussiert ist auf das, was sie tun soll, dass Erwartungen erfüllt werden – und zweitens, dass sie auch funktioniert. Und da sind wir aktuell auf zwei Apps besonders stolz. Die Zeit-App, die wir intern für Dataport rausgegeben haben, hat inzwischen 3.000 Nutzer. Das sind etwa 50 % Marktdurchdringung – völlig geräuschlos. Niemand hat gemeckert, sie wird einfach genutzt. Und dann haben wir für die Beihilfe eine App rausgebracht, mit der Beihilfeberechtigte ihre Anträge einreichen können. Da haben wir, weil das ja häufig auch ältere Leute sind, sehr viel Mühe in die Barrierefreiheit gesteckt. Die App hat jetzt schon fünfstellige Nutzerzahlen und ist auch in Sachen Barrierefreiheit sehr gut aufgestellt.
Wir sind bei Dataport insgesamt gut aufgestellt und Barrierefreiheit ist bei uns inzwischen Standard. Wenn wir anfangen, etwas zu entwickeln, dann rufen wir auch direkt Barrierefreiheitstester dazu. Bei der Beihilfe-Plus-App hat der barrierefreie Tester sich schon die Wireframes angeguckt, bevor wir überhaupt angefangen haben, richtige Pixel zu bauen.
Und sag mal, da fällt mir spontan ein – du sagst jetzt auch, das ist eine ältere Zielgruppe. Wie ist das denn, wenn der Kunde zum Beispiel mit bestimmten Erwartungen auf euch zukommt? Wie findet ihr heraus, was der Nutzer wirklich braucht?
Nun ja, das ist ein Teil unseres Jobs in der Beratung. Der Kunde kommt mit bestimmten Vorstellungen: Er will eine App, sie soll so und so aussehen. Und dann fragen wir: Welches Problem soll diese App für wen lösen? Das ist das, was ich nutze, um den Kunden auf unsere Seite zu bringen. Es wird eine App, der erste Schuss muss sitzen. Sie muss gut zu bedienen sein. Und wir denken den Nutzer von Anfang an mit. Das ist auch meine Frage an Tom: Du bist ja auch sehr nah am Nutzer dran. Wie löst du das mit dem Anspruch „Der erste Schuss muss sitzen“?
Da wir im Support darauf angewiesen sind, dass Software möglichst nie in eine Störung geht, ist das für uns ein Mehrwert, den man kaum messen kann. Es sorgt einfach für Zufriedenheit. Wenn etwas Neues rauskommt und der erste Schuss sitzt, müssen wir uns nicht tagelang oder wochenlang mit Fehlerbildern beschäftigen, um eine Lösung zu finden.
Aber ist das denn realistisch? Gehört nicht auch eine gewisse Fehlerkultur dazu?
Ja, natürlich gehört das dazu. Wichtig ist, dass wir bei Dataport alle betroffenen Bereiche mitnehmen – auch nach der Einführung eines Produktes. So bekommen wir ein Gefühl dafür, warum etwas vielleicht nicht funktioniert und können mit den Anwendern ins Gespräch kommen.
Tom, wir sind jetzt direkt eingestiegen. Erzähl doch mal, wie ein typischer Arbeitsalltag bei dir aussieht.
Ja Isa, das kann man so pauschal gar nicht sagen. Ich leite die Abteilung im Tandem mit meinem Kollegen zusammen. Wir haben ca. 170 Mitarbeitende über nahezu alle Standorte verteilt. Aktuell fehlen nur Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Ansonsten sitzen unsere Mitarbeitenden an allen Standorten und dadurch bedingt ist es jeden Tag ein hoher Abstimmungsbedarf, der dann den Tag bestimmt. Was hat der eine gemacht – was der andere? Was haben die Mitarbeitenden gemacht und welche Probleme tauchen auf? Damit fängt der Tag so an – sich zu organisieren, zu priorisieren, was wir an dem Tag machen und dazu kommen dann geplante Termine, die den Tag abrunden.
Das heißt, du und dein Tandem-Partner habt euch gar nicht fest eingeteilt, sondern ihr schaut nach Bedarf?
Genau, das haben wir ganz bewusst so gemacht und uns nicht nach Standort oder Themen aufgeteilt. Wir machen es im Tandem, also wir reden über alles und sind gut informiert, sodass wir nicht nur eine Urlaubsvertretung sind, sondern so, dass wenn einer ausfällt, der andere direkt einspringen kann.
Und wenn du mal einer außenstehenden Person erläutern müsstest, was du mit deinem Team so bewegst? Wie würdest du das zusammenfassen?
Wir sind der sogenannte IT-Service und diese Abteilung leite ich. Wir machen den nachgelagerten Support, Second-Level-Support. Aber nicht nur das, wir unterstützen auch Projekte, die wir technisch begleiten. Wir machen aber auch Individuallösungen. Wenn ein Kunde keine Standardhardware hat, gucken wir uns das an, regeln es vertraglich und dann supporten wir.
Kannst du mal ein konkretes Beispiel nennen, wann ihr zum Beispiel gerufen werdet oder wann bei euch ein Ticket aufpoppt?
Wir rufen eigentlich alles über Tickets oder Aufträge ab. Das läuft bei uns alles über die ITSM-Suite. Und wenn der UHD, also unsere Hotline, ein Ticket aufgemacht hat und die Hotline nicht direkt helfen kann, dann landet das Ticket in vielen Fällen bei uns – und dann werden meine Mitarbeitenden tätig.
UHD bedeutet übrigens User Help Desk, für alle, die es nicht wissen. Sag mal, du bist schon über 20 Jahre bei Dataport. Gibt es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, den gibt es tatsächlich. Ich habe, als ich mich auf dieses Gespräch vorbereitet habe, mir Gedanken dazu gemacht. Es gibt einige, aber der, der mir am prägnantesten im Gedächtnis bleibt, ist der, weil er immer wieder hochkommt. Es gab hier mal eine Wiese in Richtung Südparkplatz. Und da soll mal ein Teletubby gesichtet worden sein, der auch über die Wiese gelaufen ist.
Witzigerweise wurde mir die Story gestern erzählt. Rate mal, wer der Teletubby war – du!
Ja, ich kann mir das auch nur schwer vorstellen. Ich hatte eine Wette verloren und den Mund einfach zu voll genommen und dann haben die Kolleg*innen – und das zeichnet sie bei Dataport auch aus – lange gesucht. Ich habe nämlich gesagt, dass ich in einem Teletubby-Kostüm über die Wiese laufe, wenn es eines in meiner Größe gibt. Sie haben über ein Dreivierteljahr gesucht und eines Morgens durfte ich mich dann umziehen.
Mir wurde versprochen, dass ich noch ein Video dazu sehen werde.
Es gibt mehrere Videos und Bildmaterial.
Und gibt es noch einen beruflichen Moment, abgesehen von der selbstgemachten Mittagspause, also einen beruflichen Erfolg oder Meilenstein, der dir in Erinnerung geblieben ist?
Ja, als ich den User Help Desk mal als Gruppenleiter geleitet habe. Ich habe bei Dataport viel implementiert, was heute noch genutzt wird. Zum Beispiel eine Anmeldeformel, also wenn der Kunde anruft, wie dieser begrüßt wird, also eine Begrüßungsformel. Ich habe den UHD aus dem Dornröschenschlaf nach oben geholt – das sind so Momente, auf die ich sehr stolz bin.
Schön.
Niels,ich habe ja auch schon Erfahrungen mit dir sammeln dürfen. Ich hatte bei dir ja auch schon mal eine App angefragt und mich würde interessieren: Du als Entwickler steckst dein Herzblut in eine App. Und wenn diese nicht vermarktet wird, obwohl du sie entwickelt hast, wie gehst du damit um?
Naja, erst verärgert durch einen Raum rennen und gegen alles mögliche poltern. Und dann auf zum nächsten. Also jetzt in deinem Fall, du bist auf uns zugekommen mit einem Use Case. „Das und das brauche ich“, das war etwas mit Nottelefonnummern, die immer verfügbar sein. Und da kamst du auf uns zu und ich sagte, weißt du was, wir haben hier diese App, da habe ich ein Testsystem. Ich kann es direkt einbauen und dann kriegst du es übermorgen. Und das kommt auf ein Testsystem und die App ist da und wir bauen es ein. Das war Teil von einem größeren System, wo wir aus einer bestimmten App ein Produkt machen wollten. Und da habe ich versucht, die Produktentwicklung voranzutreiben und rauszufinden, wie man das kalkulieren und zum Kunden bringen kann. Und in dem Zuge habe ich, weil ein Ankerkunde abgesprungen ist, erkennen müssen: Das wird nichts, ich kriege dieses Produkt nicht entwickelt. Das ist ärgerlich, da musste ich in den sauren Apfel beißen. Es ist kein Business Case dahinter, also konnte ich so froh sein wie ich wollte. Und daraus musste ich mit hängenden Ohren zu Tom und sagen, dass sein Spin-off nichts wird. Auf der anderen Seite durfte ich es versuchen. Wir haben eine App gebaut, die lief sechs Jahre als Unterstützung für die Ministerpräsidentin. Eine ganz kleine Nutzergruppe, vielleicht 200 Personen, die sich drei Mal im Jahr getroffen und über die App organisiert haben. Cooles kleines Ding, hat gut funktioniert. Ich hatte die Chance, wir haben eine Marktuntersuchung gemacht und so weiter. In diesem Fall, ich hatte Tom mehr versprochen als ich halten konnte – schade, aber ja.
Das nehme ich dir nicht übel Niels.
Verbucht man das dann unter „try & error“?
Ich verbuche sowas unter der 10-Prozent-Regel. Wenn du nie im falschen Film sitzt oder nie in einem Restaurant sitzt, wo du denkst „hier muss ich nicht wieder hin“, verbringst du dein ganzes Leben in einer immer kleiner werdenden Komfortzone. Heißt nicht, dass man immer 10 Prozent verschwunden haben muss, aber manchmal geht es schief. Und wenn zu lange nicht schief geht, wird es Zeit sich zu fragen: Habe ich genug versucht?
Da schließt sich eine Frage an, du sagtest gerade, dass du es versuchen durftest. Was wiegt für dich denn mehr, also als Entwickler: Den „geilen Scheiß“ wie meine Tochter sagen würde auszuprobieren, oder die App auch zu vermarkten?
Und zum Schluss: Warum Dataport? Was wollt ihr hier bewegen?
Naja, beides. Also, ich habe es eingangs erzählt, wir haben jetzt zwei Apps gebaut, die gut einkommen. Klasse, und ich habe ein Umfeld, einen Chef, einen Vorgesetzten und auch ein Unternehmen, wo ich mit einer Idee, mit etwas Energie auch die Chance kriege, zumindest zu gucken, ob daraus was werden kann. Und solange ich die Freiheit habe, dann bin ich eigentlich gut davor.
Ich habe mal ein Zitat mitgebracht aus kununu, das lautet: „Tolle Kolleg*innen, aber Veränderungen dauern oft zu lang“. Jetzt sagst du ja, „wir haben zwei Apps entwickelt, die sind super“. Würdest du das unterstreichen? Dass es manchmal ein bisschen länger dauert. Wie gehst du mit so einem Spannungsfeld um bei Dataport?
Nun ja, das ist, weil wir Dataport sind. Wir haben eine Verantwortung dafür, dass alle, das sind alle Bürger, wir werden von der Öffentlichkeit bezahlt, alle Bürger müssen das nutzen, was wir haben. Mein Paradebeispiel dafür stammt von meiner Mutter. In Dänemark war sie auf dem Markt und wollte Porree kaufen. Und in Dänemark ist sie ein bisschen weiter in Digitalisierung und erzählt sie so, naja, dann steht das Mädchen da hinter dem Wagen und ich will meinen Porree und ich will da in mein Portemonnaie und will das Geld rausholen und das Mädchen sagt: „hast kein Mobile Pay“. Und dann steht meine alte Mutter da und hat kein Mobile Pay auf ihrem Telefon. Was sie dann später eingerichtet hat. Wir müssen alle mitnehmen. Punkt eins. Und das heißt, wir müssen uns ein bisschen mehr Mühe geben.
Super Beispiel.
Und wenn das ein bisschen Zeit kostet und Geld, ist das so. Zweitens, unsere Fallhöhe in Sachen gehackt werden ist null. Wir haben null Fehlermark. Das heißt, wir müssen auf bestimmte Sicherheiten achten. Und das kostet dann ein bisschen Zeit. Und ja, für den gewöhnlichen mobilen Entwickler kann es gelegentlich träge sein. Das ist, ja, ich bin mobiler Entwickler und du setzt dich hin und baust das fertig und es sieht gut aus und es kann alles tun, was es soll. Das kann nerven, aber es ist der Grund, weshalb wir da sind.
Da komme ich jetzt eigentlich auch schon zur letzten Frage. Wieso seid ihr bei Dataport? Was wollt ihr hier bewegen und wie seid ihr zu Dataport gekommen? Also ich habe noch so viele Fragen, wie ihr merkt, aber du spielst jetzt ja auch so ein bisschen auf den Sinn an, also das Sinnstiftende, was wir tun. Ist das der Grund gewesen, warum ihr zu Dataport gekommen seid?
Na, ich bin ja nicht erst seit gestern bei Dataport, sondern seit 2007. Und damals kam ich aus der Arbeitslosigkeit, hatte mich initiativ bei Dataport beworben und hatte keine große Vorstellung davon, was Dataport macht. Rückblickend war es die beste berufliche Entscheidung, die ich jemals treffen konnte für mich. Weil ich mich hier entwickeln kann, ich habe hier tolle Kolleginnen und Kollegen. Es werden Fehler zugelassen, man darf hier Fehler machen, genauso wie man sich streiten darf. Und die Sinnhaftigkeit, etwas zurückzugeben für die Behörde – daran teilzuhaben, das ist gepaart mit der Technik, meine Erfüllung gewesen.
Geiler Scheiß.
Kann man so sagen.
Bei mir war es 2017. Ich war 50 Jahre alt und die Firma, wo ich gearbeitet habe, wurde aufgelöst oder nach Bayern verlagert. Hey, ich habe eine Jolle am Strand in der Eckernförder Bucht. Wie auch immer, ich war auf der Suche und 2017 als 50-Jähriger eine neue Arbeit zu finden, ist nicht ganz so einfach. Und das Erste, was ich tat, weil es ja Kiel ist, habe ich mich in der IT-Branche umgeschaut. Und da habe ich festgestellt, dass fast alles in dem Bereich in Kiel mit Rüstung zu tun hat und da habe ich mich nicht gesehen. Ein Bekannter war bei Dataport und dann habe ich mich beworben, wie anfangs erzählt und hängen geblieben bin ich, weil ich die Freiheit, Mobile-Entwicklung mitzugestalten.
Ihr habt gerade in den letzten Sätzen noch so viel gesagt, was Dataport auch ausmacht. Also, ob es die Flexibilität ist, ob es die grüne Wiese ist, mitzugestalten. Und auch die Tatsache, dass jede*r Zweite über Empfehlung zu Dataport kommt, von Freunden, Bekannten, Verwandten. Das ist immer noch, heute auch noch der Fall.
Vielen lieben Dank, dass ihr uns mitgenommen habt in euren Arbeitsalltag. Ich fand es super spannend heute, habe sehr viel gelernt und hoffe es ging den Zuhörer*innen genauso.
Und am Ende fasse ich ja nochmal kurz zusammen, was ich gelernt habe und das ist folgendes. Ich habe gelernt, dass es einen Erfolg bedeutet, wenn etwas still und heimlich angenommen wird, wie zum Beispiel, wenn eine App funktioniert und sich niemand beschwert. Dass Fehler zu unserem Tun dazugehören, denn nur so entsteht Fortschritt und wir lernen dazu. Dass der erste Schuss sitzen muss, wir dabei aber alle mitnehmen müssen und dass es eben manchmal Zeit kostet. Dass digitale Souveränität kein Zustand ist, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wir jeden Tag mitgestalten.
Teilt doch gerne mal in den Kommentaren eure Highlights oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 4Digitalisierung braucht Strategie – und die richtigen Systeme
Laufzeit: 22:59 Min
In Folge 4 der 2. Staffel von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa sprechen Strategieberaterin Kim und Abteilungsleiter Markus über strategische Digitalisierung und technische Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Sie geben Einblicke, wie Digitalisierungsstrategien gemeinsam mit Behörden entwickelt werden und welche Rolle SAP-Lösungen dabei spielen, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Außerdem geht es um Zusammenarbeit in großen IT-Projekten, Vernetzung innerhalb von Dataport und strategische Beratung für die Trägerländer. Ein weiterer Blick gilt der Verbindung von Technik und Menschen – etwa durch Initiativen wie Frauen@Dataport, die Austausch, Sichtbarkeit und Netzwerkbildung im Unternehmen fördern.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin. Und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft – und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht euch bequem. Los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Kim und Markus. Schön, dass ihr da seid und uns Insights gebt. Stellt euch doch einmal kurz vor.
Ja, hallo, ich bin Kim. Ich bin Strategieberaterin aus dem Bereich Consulting und jetzt seit 2017 schon bei Dataport.
Ja, hallo, ich bin Markus. Ich bin seit 20 Jahren bei Dataport und leite bei uns eine Abteilung im SAP-Bereich. Wir kümmern uns um die Entwicklung von SAP-Anwendungen und Fachverfahren.
Und wenn wir jetzt mal privat bei euch reinschnuppern dürfen: Was gibt es denn da so zu erzählen? Markus, du hast mir gerade schon etwas Privates übergeben, darüber habe ich mich sehr gefreut. Erzähl doch mal, was treibst du so privat?
Ja, ich bin gern draußen unterwegs. Alles, was man im Grünen so machen kann – Ausflüge. Ich jogge gerne, fahre gerne Fahrrad. Und ein neues Hobby seit ein paar Monaten ist tatsächlich Brotbacken. Ich versuche mich am Sauerteigbrot. Das ist das, was ich vorhin gerade mal mitgebracht habe.
Hat das was Meditatives?
Also anfangs war es weniger meditativ, sondern eher stressig, weil es nicht so richtig funktioniert hatte. Aber mittlerweile mache ich das tatsächlich mit Hingabe und dann ist es auch totale Entspannung, weil jetzt eine gewisse Routine reingekommen ist.
Schön. Okay. Ja, ich habe das mit dem Sauerteigbrot auch vor ein paar Jahren mal probiert. Ich habe dann abgebrochen. Insofern: Wenn ich noch mal darauf komme, melde ich mich auf jeden Fall bei dir für gute Tipps und Tricks. Wir haben noch eine Sache gemeinsam. Ich bin auch gerne draußen. Tatsächlich bin ich super gerne bei uns im Garten und schaue, dass ich da das eine oder andere anbaue. Die ein oder andere Tomatensorte habe ich da schon großgezogen. Und manchmal sitze ich auch einfach nur da und beobachte meine Hühner. Also ganz idyllisch.
Wie viele hast du?
Ich habe fünf Hühner.
Und wie heißt das Huhn, das du dir als erstes gekauft hast?
Die Chefin sozusagen bei uns ist Siena.
Siena, ist ja cool! Sehr schön. Vielen Dank schon mal. Dann lass uns direkt einsteigen in den Deep Dive von Dataport. Markus, hast du etwas, das du Kim unbedingt fragen möchtest?
Ja, auf jeden Fall. Wir kennen uns ja so ein bisschen vom Sehen, aber ich weiß gar nicht so richtig genau, was du machst und was ihr tatsächlich bei euch im Bereich tut.
Ja, da kann ich gerne ein bisschen erzählen. Und zwar ist es so: Ich bin ja im Consulting seit 2019, nachdem ich mein Traineeprogramm abgeschlossen habe, direkt gestartet. Wir haben unterschiedliche Bereiche, in denen wir beraten. Also wir haben Prozessmanagement, Innovationsberatung, Organisationsentwicklung, Change Management und neuerdings auch KI- und Datenberatung. Ich bin tatsächlich in der Strategieberatung. Das heißt, ich berate unsere Kunden in unseren Trägerländern. Ich bin vor allem am Standort Hamburg und schaue, dass sie Strategien entwickeln, wie sie ihre Digitalisierung vorantreiben können und vor allen Dingen digitale Transformation begleiten können. Dabei geht es einerseits darum, ein Strategiepapier zu entwickeln. Auf der anderen Seite geht es auch darum, ein bisschen rauszuzoomen und das eigene Tun auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen: Was will man eigentlich angehen? Wie kann man vielleicht auch Aufgaben priorisieren, die in einer Vielzahl vorhanden sind? Dabei unterstütze ich vor allen Dingen.
Okay, spannend. Und die Strategien – wenn ihr die erarbeitet: Kommen die Kunden dann schon mit konkreten Vorstellungen zu euch oder fangt ihr bei null an?
Also meistens fangen wir tatsächlich relativ bei null an. Es gibt natürlich immer schon etwas Vorarbeit, wo man sich inspirieren lassen kann und zusammensammelt, was schon da ist. Aber oft ist es so, dass wir tatsächlich mit die ersten sind, die eine ganz umfassende Strategie mit den Kunden entwickeln. Und insofern macht es Sinn, da auch ein bisschen früher anzusetzen. Vor allen Dingen kommt bei uns gut an, dass wir sehr partizipativ arbeiten. Das heißt, wir beziehen die Mitarbeitenden in den Behörden, Bezirksämtern oder Landesbetrieben mit ein.
Okay. Sind die da sehr offen und interessiert oder eher zurückhaltend?
Ich würde sagen: interessiert schon, aber am Anfang eher ein bisschen zurückhaltend. Also skeptisch, weil sie natürlich erst einmal nicht so richtig wissen: Was bedeutet das für ihre Arbeit? Verändern sich vielleicht Dinge? Häufig gibt es auch Erfahrungen mit vorherigen Initiativen, bei denen etwas angekündigt wurde, das dann vielleicht nicht so umgesetzt wurde. Dann ist natürlich eine gewisse Zurückhaltung da, weil man nicht genau weiß: Was passiert jetzt tatsächlich? Oder machen wir wieder ganz viel Aufwand und am Ende passiert doch nichts?
Kim, Mythos oder Wahrheit: Wenn man sagen würde, in der IT geht es nur um Technik und nicht um Menschen – wie stehst du dazu?
Da würde ich sagen, das ist tatsächlich ein Mythos. Es geht ganz viel um Menschen. Ich würde sagen: eher zwei Drittel Mensch und ein Drittel Technik. Die Technik kann man relativ gut überblicken und auch die Möglichkeiten. Vor allem in unserem Kontext gibt es gewisse Restriktionen. Das heißt, ich habe nicht die komplette Auswahl aus der Palette. Wir schauen natürlich, dass die Technik passt. Aber im Endeffekt ist jede Lösung, die wir entwickeln, für Menschen gedacht: für Mitarbeitende oder Bürgerinnen und Bürger. Also für diejenigen, die am Ende davon profitieren, dass Verwaltung digitalisiert ist. Und da geht es ganz viel um Mitnehmen, um Weiterentwicklung von Prozessen und um Menschen, die diese Prozesse ausführen oder davon profitieren.
Wie wichtig ist denn Vernetzung für deine Arbeit?
Ich denke, das ist ein wichtiger Teil. Einerseits geht es darum, unsere Kunden gut zu kennen. Andererseits geht es auch darum, sich innerhalb von Dataport gut zu vernetzen. Oft geht es nämlich nicht nur darum, eine Strategie zu entwickeln, sondern auch Anknüpfungspunkte zu schaffen – etwa mit Fachbereichen, die Lösungen anbieten können oder Projekte begleiten können. Da geht es auch darum, Know-how einzubringen. Deshalb würde ich schon sagen, dass Vernetzung ein großer Teil ist. Und es lohnt sich auch, Kolleginnen und Kollegen einfach mal anzusprechen und zu fragen: Was macht ihr eigentlich? Damit man auch up to date ist und ein Gefühl dafür bekommt, wo man Empfehlungen aussprechen kann.
Du hast ja zusammen mit anderen Kolleginnen 2021 die Initiative Frauen@Dataport gegründet. Da geht es an erster Stelle, Frauen bei Dataport miteinander zu vernetzen. Ihr habt inzwischen über 850 Kolleginnen in der Community. Warum liegt dir dieses Thema so am Herzen?
Tatsächlich ist das ganz klein gestartet. Wir waren zu dritt und haben geschaut: Gibt es bei Dataport eigentlich eine Möglichkeit, sich zu vernetzen? Einen Verteiler nur für Frauen oder eine Art Frauennetzwerk? Wir haben festgestellt: nein. Und dann dachten wir: Warum starten wir das nicht selbst? Dann hat jede von uns zehn Namen aufgeschrieben und wir haben diese Kolleginnen zu unserem ersten Treffen eingeladen. Durch Weiterempfehlungen und unser Social Intranet hat sich das dann sehr schnell verbreitet. Mir liegt das Thema sehr am Herzen, weil wir ein IT-Unternehmen sind und ungefähr ein Drittel Frauen in der Belegschaft haben. Das ist für ein IT-Unternehmen total gut. Allerdings ist die Verteilung in den Bereichen sehr unterschiedlich. Gerade in Bereichen mit weniger Frauen hatten wir das Gefühl, dass ein Bedarf da ist, Verbindungen zu anderen Kolleginnen aufzubauen. Deshalb wollten wir von Mitarbeiterinnen für Mitarbeiterinnen einen Raum schaffen, in dem Austausch möglich ist, man sich vernetzen kann und auch unabhängig von der Fachlichkeit miteinander ins Gespräch kommt. Und die Chance erhöht wird, Frauen zu haben, die man bei Herausforderungen oder fachlichen Fragen ansprechen kann. Natürlich kann man sich auch gut mit Männern austauschen. Aber es war uns wichtig, auch einen vertrauten Rahmen zu schaffen, in dem Themen angesprochen werden können, die insbesondere Frauen betreffen – zum Beispiel Vereinbarkeit, Weiterbildung oder persönliche Entwicklung.
Ja, super spannend. Ich finde es toll, dass ihr das macht. Gerade auch bei dem Event mit über 100 Frauen vor Ort bei Dataport – da merkt man erst, wie viele Kolleg*innen man eigentlich noch gar nicht kennt. Vielen Dank, dass ihr euch um sowas kümmert.
Ja, Kim, hast du eine Frage an Markus?
Ich würde gerne wissen, was du eigentlich in deinem Bereich machst und was deine Abteilung konkret tut.
Gerne, unser Bereich kümmert sich um Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung von SAP-Systemen. SAP ist ein deutsches Unternehmen und der größte Softwarehersteller Europas. Sie bieten sogenannte ERP-Systeme an – Enterprise Resource Planning. Und das sind IT-Systeme, mit denen man im Grunde den gesamten Geschäftsprozess eines Unternehmens abbilden kann: vom Einkauf über Produktionsprozesse bis hin zur Personalverwaltung oder zum Vertrieb. Das bieten wir auch für unsere Kunden im öffentlichen Sektor an. Dort werden die SAP-Systeme vor allem für Haushaltsplanung, Haushaltsaufstellung und Bewirtschaftung eingesetzt. Im Kern geht es also häufig um Finanzprozesse, Controlling, Bilanzierung, Buchführung und ähnliches. Meine Abteilung kümmert sich dabei um die Entwicklung und Anpassung an kundenspezifische Bedürfnisse. SAP bietet eine Standardsoftware an, die wir auf die Kundenbedürfnisse anpassen. Dabei entstehen häufig besondere Anforderungen, die individuell umgesetzt werden müssen. Ein weiterer Teil unserer Arbeit ist die Anbindung von Fachverfahren an SAP-Systeme. Das dient vor allem dazu, Finanzströme abzubilden. Um ein Beispiel zu nennen: In der Verwaltung gibt es viele Zahlungsverfahren. Ein Beispiel ist BAföG. Wenn jemand Ausbildungsförderung beantragt, geschieht das online über einen entsprechenden Antrag. Die Daten werden dann an die zuständige Behörde weitergeleitet. Dort gibt es ein Fachverfahren, das speziell für BAföG entwickelt wurde. Sachbearbeitende prüfen dort mit der Software die Anspruchsvoraussetzungen und berechnen die Höhe. Wenn alles entschieden ist, wird der Zahlungsprozess ausgelöst – und an dieser Stelle kommen wir ins Spiel, weil das SAP-System den Zahlungsverkehr organisiert.
Markus, du bist auch an Hochschulen aktiv und hältst Fachvorträge. Warum ist es dir wichtig, dein Wissen dort zu teilen?
Ich finde es sinnvoll, für Studierende greifbar zu machen, was wir tun. Außerdem ist es für uns wichtig, Nachwuchskräfte für Dataport zu gewinnen. Wir haben über viele Jahre einen hohen Personalbedarf gehabt. Deshalb investieren wir bewusst in Ausbildung und Qualifizierung. Und dafür ist es wichtig, früh anzusetzen – zum Beispiel schon im Studium zu zeigen, was Dataport macht, welche Aufgaben wir haben und welche Visionen wir verfolgen.
Lernst du dabei auch selbst etwas von den Studierenden?
Absolut. Eigentlich jedes Mal. Es kommen oft sehr interessante Fragen und auch kritische Perspektiven. Daraus entstehen dann ganz natürliche Gespräche.
Für dich auch nochmal, Mythos oder Wahrheit: Hier wird mehr verwaltet als gestaltet?
Das würde ich so nicht unterschreiben. Natürlich sind wir ein großes Unternehmen und stark gewachsen. Dadurch entstehen auch Verwaltungsprozesse. Manchmal gehen Dinge dadurch nicht so schnell, wie man es sich wünschen würde. Aber vieles ist erforderlich, damit ein großes Unternehmen funktioniert. Trotzdem steht für mich die Gestaltung im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Es wäre fatal, wenn wir uns zu sehr auf die eigene Verwaltung fokussieren würden.
Markus, du sagtest eben, du hast in deiner Rolle Möglichkeiten. Welche Entscheidungen triffst du so tagtäglich und was hilft dir dabei, diese Entscheidungen zu treffen?
Zu den Entscheidungen gehören unter anderem Fragestellungen, bei denen wir zwischen einzelnen Kundenanforderungen priorisieren müssen. Was die Umsetzung angeht, wo es dann auch darum geht, mit den Kunden in Kontakt zu treten, zu vermitteln und zu klären, ob wir den einen Auftrag vielleicht vorziehen oder einen anderen dann zum Beispiel zeitlich später umsetzen. Da geht es dann um Priorisierung, Kundenkontakt oder Kommunikation. Wovon ich da profitiere ist, würde ich sagen: Vieles ist durch gute Kundenbeziehung und den regelmäßigen Austausch mit Kunden gestaltbar. Da haben wir mit unseren Kunden – da wir auch langfristige Kundenbeziehungen haben – ein gutes Verhältnis und eine persönliche Ebene, wo wir offen miteinander kommunizieren können. Und wenn wir Schwierigkeiten in der Umsetzung haben, sind das Dinge, die wir mit dem Kunden ganz offen kommunizieren und in den Austausch gehen können, um eine Lösung zu finden.
Und gibt es da auch einen Austausch zwischen euch Abteilungsleitern und Führungskräften, wo ihr euch regelmäßig beratet und schaut, wie ihr euch gegenseitig stützen könnt? Ihr habt ja wahrscheinlich ähnliche Themen trotz vielleicht verschiedener Schwerpunkte.
Wir haben einen intensiven Austausch in unserem Bereich. Wöchentlich tauschen wir uns zu aktuellen Themen aus. Und tatsächlich haben wir sehr unterschiedliche Erfahrungen und können davon profitieren, dadurch dass wir in den Austausch gehen. Wir haben da einen engen Draht zueinander, sodass man sich bei Fragen oder Hilfestellungen einfach kurz kontaktiert oder anskyped. Das ist ziemlich schnell machbar.
Ich habe noch eine Frage an euch beide. Wenn ihr auf eure Zeit bei Dataport zurückdenkt: Was macht das Arbeiten hier besonders?
Für mich ist es vor allem das Miteinander. Schon vom ersten Tag an habe ich ein starkes kollegiales Umfeld erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass mir viel zugetraut wird. Der Support untereinander war total spürbar. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen und es ist in unterschiedlichen Bereichen auch verschieden, inwiefern man im Team arbeiten kann, weil es von den Aufgaben eventuell auch nicht so gefordert ist. Ich habe es so erlebt, dass ich seit meinem Start nur offene Türen und Arme gesehen habe. Mein erstes Projekt war so: Ich habe einfach angefangen. Ich wusste weder, was die ganzen Abkürzungen bei Dataport bedeuten, noch, was das Projekt genau macht und habe mich so schnell einfinden können, weil das Umfeld einfach so toll war und ich auch gemerkt habe, dass mir zugetraut wird, dass ich es kann und das trotz dessen, dass ich es noch gar nicht beweisen konnte, da ich so neu war. Und das hat sich über die Jahre so durchgezogen. Über verschiedene Stationen hinweg habe ich auch in meinem direkten Umfeld sehr viel Support erlebt und gebe das auch gerne zurück. Das ist ein Geben und Nehmen. Und das macht die Teamarbeit auch so fruchtbar, diese verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen von den unterschiedlichen Kolleg*innen.
Bei mir ist es, dass ich vor allem die Aufgabenvielfalt beeindruckend finde. Ich arbeite schon lange bei Dataport und es gab keinen einzigen Tag, an dem mir langweilig war. Es gibt viele Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen und an der Gestaltung mitzuwirken. Dadurch habe ich immer wieder neue spannende Aufgaben gefunden. Ich finde es toll, jeden Tag bei Dataport zu arbeiten und letztlich neue Sachen zu erleben. Häufig ist es so, dass ich morgens nicht weiß, welche Aufgaben ich am Mittag habe. Insofern ist da viel Veränderung und Wandel drin, das macht die Arbeit bei Dataport sehr spannend und sinnstiftend für mich.
Super, schöner Abschluss. Vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt. Danke, dass ihr da wart und uns in euren Arbeitsalltag mitgenommen habt.
Ich fasse ja zum Schluss noch einmal kurz zusammen, was ich gelernt habe:
Dass IT-Lösungen in erster Linie für Menschen gemacht sind. Technik ist wichtig, aber der Fokus liegt klar auf den Bedürfnissen der Nutzer*innen. Dass Vernetzung entscheidend ist – sowohl mit Kund*innen als auch intern über Abteilungen hinweg, um unterschiedliche Perspektiven zu sehen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dass der Spagat zwischen Standardisierung und Individualität einen Mehrwert für Kunden schafft, zum Beispiel bei Fachverfahren wie im BAföG-Kontext. Dass Gestaltungsspielräume auch in großen Organisationen möglich sind. Initiativen wie Frauen@Dataport zeigen, wie Mitarbeitende aktiv Räume für Austausch und Mitgestaltung schaffen. Und dass eine offene Unternehmenskultur dafür sorgt, dass man sich schnell einarbeiten kann, eigene Ideen einbringen kann und es fachlich nie langweilig wird.
Teilt doch gerne mal in den Kommentaren euer Highlight oder was ihr besonders interessant fandet. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei. Und wer weiß – vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job dabei.
Folge 5Digitale Formate, die Menschen verbinden
Laufzeit: 17:11 Min
In Folge 5 der 2. Staffel von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa sprechen Mira und Benjamin über modernes Lernen, digitale Events und kreative Zusammenarbeit bei Dataport. Die beiden geben spannende Einblicke in ihre Arbeit rund um Qualifizierung, Veranstaltungsmanagement und die Produktion digitaler Formate für über 6.000 Mitarbeitende und Kund*innen der öffentlichen Verwaltung. Dabei geht es um die Entwicklung des Dataport-eigenen Film- und Tonstudios, hochwertige Livestreams und Content-Produktionen sowie die Frage, wie Wissen heute flexibel, ortsunabhängig und nachhaltig vermittelt werden kann. Außerdem erfahrt ihr, welche Rolle Weiterbildung, Change Management und digitale Kompetenzen für die erfolgreiche Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung spielen. Persönlich wird es ebenfalls: Benjamin erzählt von seiner Leidenschaft als DJ und Eventmanager, während Mira erklärt, wie ihre Begeisterung für Technik und Wissensvermittlung schon früh begann – mit Kamera und Bauernhofreportage lange vor Social Media. Die Folge zeigt, wie vielseitig, modern und menschlich Arbeiten bei Dataport ist – geprägt von Eigenverantwortung, Weiterentwicklung und echter Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport. Ich bin Isabella, Employer Branding Managerin und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn zwei Expert*innen sich gegenseitig interviewen. Ihr erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht es euch bequem, los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Mira und Benjamin. Schön, dass ihr da seid. Stellt euch doch mal kurz vor.
Ja, hallo, mein Name ist Mira. Ich bin Abteilungsleiterin und Produktgruppenmanagerin für den Lerncampus. Dahinter verbirgt sich ein ganz umfangreiches Produktportfolio für die Qualifizierung von unseren internen und externen Kund*innen.
Da hören wir gleich noch ein bisschen mehr drüber. Benjamin, was machst du bei Dataport?
Ich bin stellvertretende Gruppenleitung im Veranstaltungsmanagement bei Dataport und darf mich gleichzeitig auch noch Studioleitung nennen.
Da erfahren wir auch gleich noch ein bisschen mehr. Was muss man da noch Persönliches über euch wissen? Benjamin, zu deinen Beats habe ich ja schon mal die Hüfte geschwungen, kann man sagen.
Ja, genau, wenn meine Freizeit das erlaubt, weil da auch meine Wurzeln liegen. Für den ganzen Eventbereich bin ich auch als DJ unterwegs und bringe die Leute zu den Beats zum Tanzen.
Und organisierst den ein oder anderen After Work für Dataport?
Auch das mache ich, wenn ich die Zeit dazu finde. Das mache ich aber gerne.
Und du, Mira, was machst du in deiner privaten Zeit?
Ich habe tatsächlich eine Geschichte aus der Vergangenheit mitgebracht. Ich behaupte, ich hätte eine der ersten Influencerinnen schon 1992 werden können, weil ich damals für das Betriebspraktikum in der Schule schon eine Filmkamera parat hatte und all das, was ich auf dem Bauernhof – dort war ich nämlich eingesetzt – erlebt habe, für die Mitschüler und Lehrer gefilmt habe und hinterher gezeigt habe. Und das fand großen Anklang. Und das hat bei mir die Neugierde für Technik geprägt, aber auch für das Thema Wissen teilen und Wissen mit anderen Menschen.
Und dann bist du auch privat mit deiner Kamera weiter unterwegs?
Genau.
Cool. Und fängst du dann private Momente ein?
Genau, schön für die Ewigkeit.
Ja, da ergänzt ihr euch ja beide auch sehr gut, wenn wir gleich noch mal darauf eingehen. Sag mal, Benjamin, also ihr beiden, ihr habt ja ähnliche Startpunkte. Und als ich mich mit eurem Job auseinandergesetzt habe, habe ich so festgestellt: Mensch, öffentlicher Dienst kann ja doch modern sein, überraschend modern. Und ihr habt ja beide im Januar 2019 bei Dataport angefangen und dann haben sich eure Wege ja komplett unterschiedlich entwickelt und es ist super viel passiert in der Zeit. Und wenn ich bei dir noch mal schaue: Bei LinkedIn, im Mai 2022 wurde ja das Dataport-eigene Film- und Tonstudio umgesetzt. Das finde ich super spannend. Außenstehende würden wahrscheinlich denken: Moment, ihr seid doch im öffentlichen Dienst tätig, wie passt das denn? Erzähl doch mal kurz: Was machst du bei Dataport und wie kam es dazu, dass wir ein eigenes Studio bekommen?
Also eigentlich bin ich im Veranstaltungsmanagement. Als ich zu Dataport kam, war ich Veranstaltungstechniker, wurde dann relativ schnell von meinen Kolleg*innen zum Veranstaltungsplaner umfunktioniert, mit einem technischen Background. Und durch diese Corona-Geschichte, die wir nun hatten, kam die Idee auf: Mensch, Veranstaltungen in Präsenz können nicht stattfinden, wollen wir nicht ein Studio machen? Macht doch mal ein Studio. Und das hatte ich tatsächlich in meiner Karriereplanung nicht auf meiner Bingo-Karte stehen, dass ich noch mal ein Studio leiten werde. Also Fernsehen war schon immer irgendwie ein Highlight. Hat man auch irgendwie mal bei Besichtigungen, auch mal beim NDR, gesehen oder im Fernsehen hinter die Kulissen geschaut. Aber dass das mal Realität wird, hätte ich mir nie vorstellen können. Das ist wirklich spannend.
Und welche Formate sieht man denn da? Also was produziert ihr da so? Wie kann ich mir das als Außenstehende vorstellen?
Also tatsächlich machen wir viele Livestreams. Wir sind bei Dataport bestimmt an die 6000 Mitarbeitenden über das ganze Bundesgebiet verstreut. Und diese Leute müssen erreicht werden, die müssen Informationen kriegen, Strategien erfahren, wissen, wo es langgeht. Und Videokonferenzen, egal welches Tool man nimmt, sind halt begrenzt. Und Streaming, hochwertig produziert in einem Studio, bietet halt unendliche Skalierung und vor allem auch dieses Nachverwerten des Contents. Also bei einer Präsenzveranstaltung oder Videokonferenz: Wenn man es verpasst, ist es weg. Man muss sich die Info holen. Und das fangen wir damit auf. Wir haben so ein bisschen eine kleine Reise gemacht. Am Anfang war Streaming und mittlerweile haben wir gemerkt: Wir können auch richtig Content produzieren. Also es muss gar nicht alles live stattfinden. Das bedeutet auch immer, dass die Leute Zeit haben müssen. Wir können das auch gut vorproduzieren, häppchenweise. Wir können es auch vernünftig proben und die Qualität dadurch noch steigern. Das ist eine schöne Erfahrung, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, dass es nicht heißt: Wir haben jetzt ein Studio und das ist fertig, sondern dass wir kontinuierlich den Prozess verbessern und uns da weiterentwickeln.
Mich würde interessieren, in Bezug auf die Leistung, die wir ja auch für die Dataport-Mitarbeitenden erbringen: Hast du ja sicherlich auch schon an der einen oder anderen Schulung teilgenommen in deiner Zeit seit 2019. Gibt es da vielleicht eine Schulung, die dir in Erinnerung geblieben ist?
Ja, absolut. Also Schulungen mache ich so gerne – nicht, weil ich gerne Schulungen mache, sondern weil ich gerne Skills entwickle und mich weiterentwickeln möchte. Was mir wirklich in Erinnerung geblieben ist, ist das Thema Entscheidungen treffen, also Entscheidungen treffen im Team. Wir müssen fürs Studio ständig Entscheidungen treffen, auch abwägen: Welche Veranstaltungen machen wir? Wie viel Zeit investieren wir? Welche Inhalte machen wir? Und das hat mir tatsächlich rückblickend auch geholfen, diesen Studioalltag gut zu bewältigen, weil wir im Team agieren und nicht jeder einfach sagt: Ich habe noch eine bessere Idee, sondern wir abwägen müssen. Das hat mir sehr geholfen.
Als Veranstaltungsplaner trägst du ja auch sehr viel Verantwortung. Wie machst du das, dass du nachts noch gut schlafen kannst?
Ich habe tatsächlich keine Ahnung. Man wird vielleicht als so ein Mensch geboren. Man sagt ja auch über Leute im Projektmanagement, das sind besondere Typen. Ich lebe nach dem 80-20-Prinzip und sage: Wenn ich 80 % habe, dann wird schon alles glattgehen. Und bis jetzt ist immer noch alles glattgegangen.
Mira, du hast es ja gerade schon mal angeteasert. Du bringst ja eine andere Perspektive rein, nämlich die Weiterentwicklung von Menschen. Und da bist du ja wirklich Head of Qualifizierung, ob intern oder extern. Erzähl doch mal, was du bei Dataport machst.
Ich erzähle mal, was unsere Abteilung macht, weil das relativ vielfältig ist. Mittlerweile habe ich 97 Köpfe in der Abteilung und wachse weiter. Wir agieren als Full-Service-Dienstleister. Das heißt, wir machen alles rund um Qualifizierung: von didaktischer Konzeption über Durchführung bis hin zu E-Learnings. Wir betreiben auch ein Lernmanagementsystem für interne und externe Kund*innen, um das Thema Qualifizierung und Personalentwicklung für die personalentscheidenden Organisationseinheiten gut unterstützen zu können.
Ihr bietet da wirklich eine breite Range an Schulungen an. Also aktuell sind es bei uns intern im Angebot so um die 340 Schulungen zu Schwerpunkten wie KI, Agilität. Ich habe mir jetzt gebucht: Kickkompetenz, kompetent im Konflikt. Und was ich mich gefragt habe: Wie legt man denn fest, was da im Portfolio angeboten wird? Also geht man danach, Trend? Geht man danach Bedarfen? Und wie stellt man die Qualität sicher?
Da gibt es auch ganz unterschiedliche Wege, auf denen wir zu den Schulungen kommen, die du jetzt am Ende letztlich im Katalog siehst. Also zum einen haben wir natürlich eine Expertise aus den vergangenen Jahren und wissen so, was sind Themen, gerade so Soft-Skills-Themen, Kommunikation, Führungsthemen, die vielleicht auch laufend immer gebraucht werden, weil Menschen in eine neue Rolle starten oder neu zu uns gekommen sind. Und dann gehen wir aber natürlich mit Fachbereichen in die Anforderungsklärung und fragen dort nach: Was braucht ihr denn? Also das heißt, die Fachbereiche, die vielleicht auch ganz spezielles Wissen benötigen, beispielsweise Architektur, Technik-Wissen, auf die gehen wir zu, fragen das ab, ganz dezidiert. Da haben wir eigene Experten, die das tun, und entwickeln daraus dann die Lernformate, die notwendig sind, um hinterher auch das Lernziel zu erreichen, was die Zielgruppe dort braucht. Und ein weiterer Schwerpunkt ist natürlich unsere eigene Personalabteilung, die die Qualifizierungsbedarfe, die überfachlichen Qualifizierungsbedarfe, die im Unternehmen entstehen, bei uns platzieren und die wir dann für sie abwickeln.
Benjamin, hast du eine Frage an Mira?
Ich finde das total spannend. Ich bin gerade ein bisschen geplättet, was tatsächlich so eine ganze Abteilung irgendwie macht. Also das hat jetzt so ja nicht mit IT, also Fortbildung so im öffentlichen Sektor, finde ich, halt noch mal irgendwie eine ganz spannende Komponente. Also denkt ja vielleicht auch nicht jeder: Wieso kümmert sich jemand um Veranstaltungen? Ich finde es spannend.
Also das Thema Qualifizierung ist mir auch total wichtig, dass das bei IT-Themen auch von Anfang an immer mitgedacht wird. Viele vergessen das vielleicht, aber bei allen Digitalisierungsprojekten oder Migrationsprojekten, die wir für Kund*innen durchführen, steht am Ende auch ein Mitarbeitender in einem Referat oder in einer Organisation, in einem Ministerium, der diese Software ja bedienen soll. Und das lernt er bei uns. Wir begleiten da ganz aktiv den Change-Prozess der Verwaltung mit. Genau, das macht ehrlich gesagt auch total viel Spaß und ist wirklich sehr vielseitig.
Und inwiefern habt ihr Berührungspunkte? Also wahrscheinlich in Bezug auf Lernvideos, oder?
Ja, aber ich würde auch sagen, Mira ist bestimmt mit ihrem Team auch mal auf der einen oder anderen Messe von uns unterwegs gewesen. Also neben dem Studio machen wir auch ganz klassisches Messegeschäft, oder? Mira, warst du schon mal auf einer Hausmesse?
Ja, tatsächlich war ich, genau. Also sowohl als Teilnehmerin, als Gast, als ich noch vor der Dataport-Zeit auf Kundenseite gearbeitet habe, aber auch schon mit einem Messestand sozusagen mit unseren Dienstleistungen. Genau, das ist natürlich eine gute Bühne, um unser Produktportfolio zu präsentieren, sowohl Bestandskund*innen als auch Neukund*innen, die uns noch nicht kennen.
Wenn ihr so an euren Arbeitsalltag bei Dataport denkt und vielleicht auch zurückblickend auf eure bisherige berufliche Laufbahn, was schätzt ihr besonders am Arbeiten bei Dataport?
Also es sind wirklich viele Sachen, die ich bei Dataport schätze. Also wir haben eine unfassbare Flexibilität. Wir können uns die Zeit selber einteilen. Das ist total gut. Man muss nicht alles im Büro machen, man kann auch von zu Hause arbeiten. Arbeiten auf Augenhöhe, also bei uns zählt gar nicht so dieses: Welche Abteilung bist du oder welchen Rang oder wie ist man in der Hierarchie? Wir haben ein Ziel, eine tolle Veranstaltung zu machen, und alle arbeiten – in der Regel, es gibt auch Ausnahmen, klar – aber arbeiten auf Augenhöhe zusammen und arbeiten dafür, eine tolle Veranstaltung zu machen. Das finde ich ziemlich cool.
Ich muss auch sagen, bei euch im Veranstaltungsmanagement finde ich es besonders wichtig, aber auch vor allem spürbar, euren Spirit, weil was ihr da für Projekte und Veranstaltungen auch auf die Beine stellt, das ist schon Wahnsinn. Also da muss ja wirklich alles Hand in Hand greifen und ihr lauft da trotzdem mit einem Lächeln durch die Gegend. Ja, das finde ich echt Wahnsinn.
Ja, es ist bestimmt ein besonderes Holz, aus dem man geschnitzt ist. Aber wir kriegen aber auch viel zurück, also von den Kolleg*innen, die auch diese Veranstaltungen gerne machen wollen, um ihr Produkt zu platzieren, oder Kund*innen, die die Expertise von uns nutzen, sind dann auch super dankbar. Das ist auch ein super cooler Antrieb. Also der Druck ist schon hoch, es ist viel Management-Attention im Termindruck. Es gibt immer ein Datum, eine Uhrzeit, wo Menschen vor der Tür stehen oder in irgendeinen virtuellen Raum reinwollen. Und wir können nicht sagen, machen wir in zwei Wochen noch mal, sondern es ist schon da. Aber diese Augenhöhe, gegenseitiger Respekt und Freude und gemeinsames Ziel, das pusht einen halt immer wieder. Und das ist, glaube ich, das, was ein Veranstaltungsmensch braucht.
Und bei dir, Mira? Was macht für dich das Arbeiten bei Dataport aus?
Tatsächlich ähnliche Sachen. Dieses Arbeiten auf Augenhöhe und die Feststellung, dass immer wieder Menschen auch in anderen Bereichen, Abteilungen da sind, auf die man zukommen kann mit einer Frage. Das habe ich selten so erlebt. Wenn man doch mal nicht weiterkommt, dann findet man jemanden, der einem weiterhilft. Dass es kein Ellenbogengehabe ist oder „ich gebe mein Wissen nicht weiter“, sondern genau diese Mentalität, die ich mir für meinen Arbeitsalltag wünsche. Und natürlich habe ich in meiner Rolle als Abteilungsleitung vielleicht noch mal einen anderen Spielraum, Dinge bewegen und voranbringen zu können. Aber ich muss sagen, das ist mir auch schon in den vorigen Tätigkeiten hier bei Dataport begegnet. Also wenn man eine Idee hat und die an der Stelle platziert, auf alle Fälle auch gehört wird und vielleicht auch irgendwann dann umgesetzt wird. Das stärkt natürlich die eigene Motivation, also Selbstwirksamkeit forcieren zu können.
Mira, was war die Schulung, die dir am meisten Spaß gemacht hat?
Ich habe tatsächlich vor Kurzem eine gemacht: Change Management für Führungskräfte, und die fand ich super spannend und hilfreich.
Und Benjamin, deine Veranstaltung, wo dein Herz komplett aufgeht?
Ich bin ja ein Studio-Mensch, das habe ich ja hier schon gesagt. Aber wir dürfen ja alle zwei Jahre ein großes Betriebsfest feiern, mit möglichst vielen Kolleg*innen, und das ist schon wirklich ein Highlight. Also so viele strahlende Gesichter und die ausgelassene Stimmung, das finde ich schon etwas sehr Besonderes und geht schon über das hinaus, was man so privat kennt. Finde ich toll.
Super, dann danke ich euch, dass ihr da seid. Habt ihr noch mal einen finalen Aufruf zum After Work, zum nächsten, für alle Dataportis, die hier vielleicht mal zuhören?
Keine Ahnung, kommt in die Community und seid dabei. Vielleicht geht es ja mal Karaoke.
Oh je. Vielen lieben Dank, dass ihr heute da wart und dass ihr uns mitgenommen habt in euren Alltag.
Vielen Dank.
Alles klar, danke.
Ich fasse zum Schluss immer noch zusammen, was ich gelernt habe. Ich habe gelernt, dass digitale Formate ein Effizienzgewinn sind, weil sie komplexe Themen in begrenzter Zeit orts- und zeitunabhängig für jeden zugänglich machen. Für den öffentlichen Dienst war das untypisch, für Dataport aber ein absoluter Mehrwert. Ich habe gelernt, dass kontinuierliche Verbesserungen in der Content- und Vorproduktion entscheidend sind, um langfristig qualitativ hochwertige Ergebnisse zu sichern. Ich habe gelernt, dass wir uns bei Dataport nicht nur fachlich, sondern auch in Bezug auf Soft Skills und Persönlichkeit durch ein umfassendes internes Qualifizierungsangebot stetig weiterentwickeln. Ich habe gelernt, dass Dataport mit seinem Qualifizierungsangebot nicht nur Wissen vermittelt, sondern aktiv dazu beiträgt, digitale Kompetenzen im öffentlichen Sektor aufzubauen, was wiederum ein entscheidender Faktor dafür ist, dass die Digitalisierung langfristig erfolgreich umgesetzt werden kann. Und ich habe gelernt, dass eine offene, respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie abteilungsübergreifender Austausch Innovation fördert, Unterstützung erleichtert und dazu beiträgt, dass Ideen gehört und umgesetzt werden.
Teilt doch gerne mal in den Kommentaren euer Highlight oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann sei auch beim nächsten Mal wieder dabei.
Und wer weiß, vielleicht sitzt hier schon dein neuer Job.
Folge 6Ökosystem statt Insel – wie Strategie und Produktmanagement zusammenwirken
Laufzeit: 20:45 Min
In Folge 6 von COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa geben Nele und Holger Einblicke in die Welt zwischen Strategie, Trendanalyse und zentralem Produktmanagement bei Dataport. Sie sprechen darüber, wie externe Entwicklungen früh erkannt werden, welche Rolle Ökosysteme spielen und wie daraus konkrete Impulse für Produkte und Services entstehen. Außerdem geht es um Governance, also den Rahmen für erfolgreiches Produktmanagement, und darum, wie man trotz vielfältiger Anforderungen den Überblick behält. Im Fokus stehen Zusammenarbeit, offenes Feedback und die Frage, wie Organisationen sich weiterentwickeln können, ohne ihre Verantwortung aus den Augen zu verlieren. Eine Folge über den Blick nach außen, klare Strukturen nach innen – und darüber, warum gute Lösungen immer im Zusammenspiel entstehen.
Transkript des Podcasts
Hey und willkommen bei COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa, dem Podcast von Dataport.
Ich bin Isabella, Employer-Branding-Managerin und in jeder Folge lade ich euch ein, ganz nah dabei zu sein, wenn sich zwei Expert*innen gegenseitig interviewen. Erfahrt mehr über ihren Job, ihren Alltag und ihre Leidenschaft und darüber, was das Arbeiten bei Dataport eigentlich so besonders macht.
Hier wird gefragt, gelacht und nachgehakt. Macht es euch bequem – los geht’s.
Meine heutigen Gäste sind Nele und Holger. Herzlich willkommen. Schön, dass ihr da seid. Stellt euch doch mal kurz vor.
Hallo, Isa. Danke, dass wir hier sein dürfen. Ich bin Nele. Ich arbeite in der Stabsstelle für Strategie und Transformation bei Dataport und bin da aktuell im Team Ökosysteme verortet. Und genau das bedeutet, wir kümmern uns einfach darum, ein Auge und ein Ohr nach außen zu haben und einfach mal zu gucken, was passiert denn eigentlich so um Dataport herum und wen gibt es da noch? Worauf müssen wir achten? Welche Trends kommen vielleicht auf uns zu und was könnte für uns als Organisation wichtig werden? Und genau da bin ich aktuell zu finden. Und Holger, vielleicht möchtest du direkt anschließen?
Auch vielen Dank, Isa. Hallo, ich bin Holger und ich kümmere mich in der Abteilung Produktunterstützung um das zentrale Produktmanagement bei Dataport. Was das genau heißt, hören wir gleich noch.
Richtig, wir haben ja im Vorfeld schon mal gesprochen und uns auch privat ausgetauscht. Nele, bei dir weiß ich, dass du dich den Hobbies deines Freundes anpasst, hast du so schön gesagt. Wollt ihr mal was Privates erzählen? Was treibt ihr so, wenn ihr nicht bei Dataport unterwegs seid?
Auf jeden Fall. Ich möchte kurz ergänzen, dass ich auch eigene Hobbys habe. Aber ja, wir haben auch Hobbys zusammen. Also zum Beispiel Rennradfahren, Beachvolleyball. Ich tanze total gerne und ich habe tatsächlich ein großes Interesse an Fremdsprachen. Ich habe eine große Affinität, insbesondere zu Spanien und Spanisch und mache das total gerne und versuche das irgendwie noch nebenbei am Laufen zu halten, auch wenn man natürlich jetzt im Berufsleben hier bei Dataport noch nicht ganz so viel mit Spanisch zu tun hat.
Bist du auch bei Duolingo unterwegs?
Natürlich.
Mein Freund lernt ja jetzt Französisch, ich habe keine Ahnung, für wen oder was das – das muss ich noch herausfinden.
Ja, natürlich. Ich habe glaube ich einen 440-Tagesstreak.
Wir können auf jeden Fall ein bisschen Spanisch sprechen, wenn du möchtest. Ich habe es nämlich mal studiert.
Ach hervorragend.
Aber da ist nicht mehr viel übrig.
Nach der Schule war ich ja zweieinhalb Jahre fast in Spanien und dadurch hat sich das irgendwie so ein bisschen gefestigt. Und ich mag einfach so die Lebensart, die da gelebt wird und wie die Leute so drauf sind.
Kann ich ja ein bisschen in Deutschland gebrauchen.
Auf jeden Fall absolut. Holger, was treibst du privat?
Ich war so ganz fasziniert. Plötzlich war ich gedanklich bei Tapas und so, aber ja, also ursprünglich bin ich eigentlich auch eher sportinteressiert. Ich versuche, mir das so langsam wieder zurückzukämpfen. Ursprünglich habe ich mal viel Kampfsport gemacht. Das hat mich sehr interessiert. Ist dann durch Corona in der Tat etwas liegengeblieben, weil man da ja nicht mehr so auf die Matte durfte miteinander. Und jetzt ist es eher so, dass ich viel rauskomme auch mit meiner Tochter, immer mal versuche, bisschen den Gegenstrom sozusagen zum Büroalltag herzustellen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass mit jedem Jahr weiterer Freiheitsgewinn dann auch wieder mehr Hobbys zurückkommen.
Okay, also ich werde heute aufpassen, was ich dir gegenüber äußere. Aber wir sind ja zum Glück nicht auf der Matte, sondern auf dem Sofa. Holger, ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht wirklich erläutern kann, was ich bei Dataport mache. Wenn du jetzt einem Freund, einer Freundin erzählen müsstest, was du bei Dataport tust, was würdest du sagen?
Ja, das ist auch gar nicht so einfach. Also in der Tat habe ich eher eine nach innen gerichtete Funktion und ich kümmere mich von zentraler Stelle um das Produktmanagement von Dataport. Also Governance ist ja immer so ein Stichwort. Also es geht darum, eigentlich einen Handlungsrahmen herzustellen. Wir sind ein großes Unternehmen mit ganz, ganz vielen Leuten und wir haben auch ganz viel unterschiedliche Arten von Produktmanagement. Und die Aufgabe bei mir in meiner Abteilung ist es, dafür zu sorgen, dass das möglichst gut funktioniert, dass wir uns also um Standards kümmern, um gute Prozesse, dass wir uns auch um die Rolle kümmern, also die Produktmanager, die diese Rolle ausfüllen und quasi zusammen mit unserer Schwesterabteilung, die dann eher so das Produkt im Fokus hat – Produktportfolio-Management ist eigentlich unsere Aufgabe. Und wir leben das so in zwei Richtungen. Das eine ist in der Tat so die Einhaltung von Richtlinien von Regelwerken herzustellen, auch das weiterzuentwickeln. Und der andere Punkt, der uns auch immer sehr, sehr wichtig ist, ist das ganze Thema der Ertüchtigung. Also dass die Leute auch wirklich gut in dieser Rolle agieren können, dass sie darauf weiter qualifiziert werden, dass wir einfach mit Blick auf das, was unsere Kunden von uns wollen, uns da auch einfach gut aufstellen. Und das aus zentraler Stelle für all die Produktmanager*innen, die wir Berater haben, zu steuern und voranzubringen und auszugestalten. Das ist so mein Job.
Also bildet ihr so den Rahmen, kann man sagen?
Genau.
Und wie tut man das, wenn man Kunden hat, die komplett unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse haben?
Ja, das ist dann die Herausforderung unserer Produktmanager*innen selber, würde ich sagen an der Stelle. Aber in der Tat ist das schon insofern herausfordernd, weil halt Produktmanagement nicht gleich Produktmanagement ist. Das hängt sehr davon ab, bin ich jetzt klassisch im Kontext des Rechenzentrumbetriebes, was ja so ein Kernelement von uns ist. Oder habe ich eher was mit Standardprodukten zu tun, die wir als Dataport unseren Kunden anbieten? Oder bin ich auch eher in so einem klassischen Personal-Leistungsumfeld, Consulting-Leistungen, die wir erbringen oder Projektmanager, die wir auch gerne unseren Kunden zur Verfügung stellen für ihre Projekte. Das ist dann schon sehr unterschiedlich. Und wir gucken halt, dass wir diese ganzen Dinge gestaltet bekommen. Und dazu gehört halt einfach in der Tat viel Interaktion. Also wir haben auf der einen Seite ein Gremium von den ganzen Bereichen, die sich um Produktmenschen kümmern, wo wir regelmäßig in den Austausch gehen, schauen, wo drückt eigentlich der Schuh, was braucht es eigentlich? Viele Projekte sind in der Tat auf meiner Tagesordnung in unterschiedlichsten Konstellationen, sei es da direkt reinzugehen oder auch eine Auftraggeberrolle zu übernehmen, wenn es um die weitere Gestaltung geht. Jetzt gerade sind wir sehr dabei, uns intensiver darum zu kümmern, dass wir uns ja Richtung Kunde noch mal intensiver aufstellen. So Kundenzentrierung ist ja so ein großes Schlagwort und auch Produktorientierung noch mehr reinzubringen. Das heißt, da finden auch viele Dinge einfach in Projekten statt und dann ganz viel hat in der Tat mit Interaktion zu tun.
Ich finde das ja total spannend, weil du sagtest, ihr seid ja so, die zentralisierende Stelle und ihr legt eine Governance drüber. Und Isa, du meintest ja gerade schon, wir haben unterschiedliche Kund*innen, aber wir sind ja auch bei Dataport intern sehr vielfältig und sehr unterschiedlich auch aufgestellt. Also dadurch einfach, dass wir eine gewisse Größe haben. Ich weiß gar nicht, wie viele Produkte wir insgesamt haben, aber es sind sehr viele. Da würde mich mal interessieren, wie lange hat denn dieser Prozess so gedauert, bis ihr an einen Punkt gekommen seid, an dem ihr sagen konntet: „Jetzt haben wir eine Governance, die wir quasi breit anwenden können“?
Das ist die Frage: Wann fängst du an zu rechnen? Also das ganze Thema ist ja schon in Historie entstanden, also eigentlich über so einen Generierungszeitraum hinweg. Anfangs war das eher, ich sage mal so, eine Interessensvertretung von Gleichgesinnten, weil dezentral viele Produktmanager einfach zusammenkamen und festgestellt haben, dass sie die gleichen Themen und Anforderungen haben, die uns bewegen. Und das Ganze ist dann immer mehr gebündelt und gebündelt worden. Für mich war dann so ein maßgeblicher Meilenstein eigentlich als 2023 unser Bereich gegründet wurde und dieses ganze Thema auch so ein Stück weit so vor die Klammer gestellt wurde, dass wir uns da intensiv mit auseinandersetzen können. Also auch jetzt im Sinne, dass wir in Organisationen sozusagen als eigener Bereich angedockt sind. Aber das war jetzt schon ein mehrjähriger Prozess mit unterschiedlichen Iterationen, sich dem zu nähern.
Und vielleicht noch eine Frage: Wenn ich jetzt ein Produkt hätte bei Dataport, was sind so die Top drei Punkte, auf die ich achten müsste?
Als allererstes Mal, dass du gut durch den Produktentwicklungsprozess durchläufst, weil damit stellen wir in der Tat sicher, dass wir all diese Aspekte, die da relevant sind, uns anschauen. Also da geht es vor allen Dingen auch darum zu schauen, dass wir überhaupt erst mal gucken, ob das ein interessanter Business Case ist. Also wir wollen ja heute auch mit unseren Ressourcen gut umgehen, auch im Sinne unserer Kunden, auch mit einer guten Umsetzungsgeschwindigkeit. Das heißt, da wird frühzeitig drauf geguckt und dann gibt es eine ganze Reihe von Dingen, also dass wir natürlich möglichst frühzeitig draufschauen. Informationssicherheit ist ja so ein ganz wichtiger Punkt, zum Beispiel, dass das gleich mit einbezogen ist. Auch der Umgang mit personenbezogenen Daten, also Datenschutz. Man spricht ja heute gerne so von Security and Privacy by Design, also ganz früh, sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Und wie gesagt, damit das alles funktioniert, haben wir einen Prozess zur Hand, der dich da dann auch durchführen wird.
Perfekt.
Arbeitet ihr eigentlich zusammen? Du hast ja eingangs gesagt, Nele, dass ihr so in die Trendanalyse geht und Ähnliches. Habt ihr da auch Berührungspunkte?
Ich glaube Holger und ich sind uns bisher im Arbeitskontext – also wir kennen uns – aber ich sage mal so im Arbeitsalltag haben wir jetzt glaube ich, gerade keine konkreten Berührungspunkte. Das liegt allerdings vielleicht auch daran, dass gerade bei der Trendanalyse auch meine Kollegin vorne ist. Deshalb möchte ich hier jetzt keine Fake News verbreiten. Holger ist ja jetzt sehr, sehr intern unterwegs. Bei uns ist eben der Blick auch extern tatsächlich auch der Weg der Informationen. Aber klar, ich denke, wenn sich irgendwas Wichtiges in der Außenwelt tut, dann gibt es auf jeden Fall auch die Möglichkeit, dass sich das irgendwann in Produkten widerspiegelt. Ob es dann direkt in die Governance geht, das weiß ich nicht – wahrscheinlich nicht.
Aber ich muss sagen, auch wenn du es nicht merkst, bist du, glaube ich, schon auch Impulsgeber, weil wir natürlich so auf die Dinge schauen, die ihr an Informationen mitgebt und da finden ja schon auch sehr viel spannende Dinge statt. Wenn ich jetzt mal so auch an die föderale Modernisierungsagenda denke, wo ja auch von euch dann die Impulse kommen. So, das ist dann schon fürs Produktmanagement auch interessant, ob das dann ich persönlich bin, das ist dann noch was anderes. Aber natürlich die Zielgruppe, um die ich mich kümmere. Und dieses ganze Thema rund um ja, was ist eigentlich unser Umfeld, was sind auch relevante Marktinformationen im Produktdesign? Das ist in der Tat aber dann die andere Abteilung bei uns.
Sag mal Holger, wie viele Mitarbeiter hast du eigentlich?
Bei mir ganz konkret knapp 50 und drei Gruppen.
Und wie wird bei euch Feedback gelebt oder gegeben?
Ich sage mal möglichst offen, möglichst zeitnah. Zumindest bin ich da ein großer Freund von, weil ich selber immer am meisten damit anfangen kann, wenn ich es eigentlich am konkreten Beispiel habe. So, und deswegen bin ich ein Freund davon, dass man Feedback auch wirklich dann gibt, wenn es irgendwie anfällt. Mich würde es immer überraschen, wenn ich dann einmal im Jahr im Mitarbeitergespräch auf einmal eine ganze Latte von Dingen: „das wollte ich immer schon mal sagen“ mitbringe, das passiert bei uns auch in der Tat nicht. Und wenn ich da meine Gruppenleitung einschätze, ist das da auch so, also wir haben da auch einen offenen Zugang. Ich finde das sehr wichtig, weil ich glaube, das ist immer das erste. Wir sind dafür zuständig als Führungskraft einen Rahmen zu schaffen, in dem gut gearbeitet werden kann und wenn das jemand nicht kann, dann ist es unsere Aufgabe, daran etwas zu ändern. Und gleichzeitig bin ich dann aber auch darauf angewiesen, dass ich genau davon erfahre, weil nicht immer kann ich das dann direkt. Nun, gerade in unseren Zeiten, wo wir doch hochgradig auch remote arbeiten, ist das schon ja auch dann wichtig, da im Kontakt zu bleiben.
Sag mal Nele, du bist jetzt ja seit 2021 bei Dataport, damals als Werkstudentin eingestiegen, dann weiter zum Trainee gekommen und bist jetzt fest angestellt bei Dataport. Und erzähl doch mal, wie hast du da deinen Weg gefunden?
Ja, also ich bin wie gesagt als Werkstudentin zu Dataport gekommen damals und das war total spannend, weil ich mich auf einen Werkstudentenjob beworben hatte, bei dem ich auch noch gar nicht so richtig wusste, was eigentlich so dahintersteckt und da wirklich auch mit Fragezeichen gestartet bin, aber dann auch super herzlich direkt willkommen geheißen wurde und hatte echt eine gute Zeit da auch in dem Team. Wir waren damals in der Strategieberatung hier für einen unserer Kunden tätig und das hat auch total Spaß gemacht. Auch gerade mit dem Kunden dann zusammenzuarbeiten. Das war echt cool. Und als ich dann meinen Master abgeschlossen hatte, habe ich dann überlegt, wie geht es jetzt weiter? Und einfach bei Dataport habe ich mich sehr wohl gefühlt und dachte, das passt gut, warum dann nicht bleiben? Und dann bin ich in das Traineeprogramm gestartet, habe da verschiedene Stationen durchlaufen, durfte mir echt viel angucken. Das war wirklich super wertvoll, weil ich in ganz vielen Ecken der Organisation mal gucken durfte und deshalb eben auch die Vielfältigkeit von Dataport kennenlernen durfte. Und ja, bin auch nach dem Traineeprogramm noch geblieben und bin immer noch hier und bin bei Dataport beruflich erwachsen geworden, würde ich sagen.
Was hat denn Wohlgefühl bei Dataport ausgemacht?
Ich glaube, was bei Dataport total besonders ist, ist, dass hier einfach ein sehr gutes Miteinander herrscht. Also ich habe wirklich in allen Abteilungen und Bereichen, in denen ich war, immer wieder festgestellt, dass alle total nett miteinander sind und jeder ist immer ansprechbar, auch egal welche Hierarchiestufe das ist. Oder man darf jeden jederzeit ansprechen und es gibt da irgendwie keine Vorbehalte und kein: „Ah, da ist mir jetzt aber jemand auf den Schlips getreten“. Alle sind einfach menschlich und freundlich miteinander. Und das hat mich wirklich sehr angesprochen plus dann natürlich auch noch die Tatsache, dass wir hier natürlich was für die Gemeinschaft auch machen. Also wir produzieren Public Value und das gibt mir einfach eine gewisse Motivation, das dann mit voranzutreiben.
Ich finde, das zeigt sich ja auch schon daran, dass du als Werkstudentin schon Kundenkontakt hattest. Also da fängt es ja schon an, dass du da früh auch nach außen getreten bist und du bist quasi im Strategiebereich eingestiegen und jetzt auch im Strategiebereich dann gestrandet. Was machst du denn da genau?
Also jetzt genau bin ich im Team Ökosystem in der Stabsstelle und genau, ich habe das ja vorhin schon mal kurz gesagt, wir kümmern uns so ein bisschen einfach um den Blick nach außen. Man muss sich das so vorstellen. Der Begriff Ökosystem ist immer ein bisschen sperrig, das weiß ich. Man denkt an einen Wald. Aber so weit ab ist es eigentlich gar nicht, weil so wie das im Wald ist, da steht ja auch nicht ein Baum alleine und sonst passiert nichts und es gibt keine Abhängigkeiten. Und genauso ist das mit Dataport und mit jedem anderen Unternehmen auch. Wir sind auch nicht alleine auf weiter Flur, sondern um uns herum gibt es auch andere Unternehmen, politische Akteure. Es gibt andere IT-Dienstleister, es gibt Verbände, Vereine, Gremien, alles Mögliche. Und da ist es einfach gut, wenn man so ein bisschen weiß, was denn passiert. Holger hatte gerade die föderale Modernisierungsagenda angesprochen. Das ist zum Beispiel ein wunderbares Ökosystem-Thema, weil es eben aus unserer Umgebung zu uns kommt und einen gewissen Einfluss hat. Wir müssen damit arbeiten. Und genau deshalb ist es einfach, unsere Aufgabe, das im Blick zu behalten, das frühzeitig zu erkennen, aufzunehmen und dann aber eben auch das in die Organisation zu geben und dafür zu sorgen, dass es irgendwie an die richtigen Stellen kommt. Dass wir dann eben reagieren können. Also dass zum Beispiel dann auch bei Holger im besten Fall die Information ankommt und mit Holger gesprochen wird und wir dann mal gucken, was das denn jetzt für unsere Produkte bedeutet oder für andere Regularien oder wie auch immer. Also wie gesagt dieser Begriff ist immer sehr sperrig, aber eigentlich bedeutet das nur, dass wir ein bisschen auch einmal Beziehungspflege, Beziehungsgestaltung und das eben für Akteure, aber auch für Trends und für Themen, die so um uns herumschwirren.
Und sag mal, wie funktioniert das konkret? Also ich habe jetzt das Bild, das du irgendwie durch verschiedene Gremiensitzungen irgendwie hampelst oder auch irgendwelche Beschlüsse von Planungsräten oder so was liest. Aber so richtig konkret kann ich das noch nicht greifen.
Genau, wir lesen tatsächlich sehr viel, das stimmt. Es ist eigentlich so, dass wir durch verschiedene Quellen, sage ich mal, versuchen, die Umwelt zu beobachten. Also das sind Newsletter, aber das sind auch Kontakte, die wir zum Teil haben. Wir versuchen natürlich auch irgendwie, Menschen zu kennen oder kennenzulernen, die in anderen Organisationen vielleicht arbeiten, mit denen wir öfter zu tun haben und uns dann mit denen auszutauschen. Und auch klar, das Politische beobachten wir. Da gucken wir dann eben, was relevant wird. Und dann haben wir auch im Team so ein bisschen verteilt, wer was macht und das besprechen wir dann, bereiten das im besten Fall auf, versuchen möglichst viele Informationen heranzuholen und das dann in die Organisation zu spielen. Aber es ist auch also ein Großteil ist wirklich das Beobachten, einordnen und mit Empfehlungen versehen, im besten Fall weitergeben.
Ich denke immer, ich habe ein breites Feld, aber dagegen denke ich auch: „Mensch, ich muss mich eigentlich nur um Produktmanagement kümmern“. Und wenn ich das so höre, da ist ja doch auch die große weite Welt. Politik ist ja auch ein großes Thema. Der ganze Föderalismus.
Ja genau, es ist viel los. Ich sage mal, das andere hört sich immer größer an. Ich dachte das vorhin bei dir nämlich auch, dass du um Gottes Willen alle Produkte von Dataport im Blick haben musst. Wahrscheinlich ist es am Ende sogar vergleichbar.
Auf jeden Fall sehr spannend.
Nele, kurz zum Abschluss: Welchen Song würdest wählen, um deinen Arbeitsalltag zu beschreiben?
Das ist tatsächlich gar nicht so einfach. Holger und ich haben ja gerade auch schon mal die Köpfe zusammengesteckt und es ist wirklich schwer. Aber es ist vielleicht weniger so mein konkreter Alltag als mehr das, was ich insgesamt bei Dataport erlebt habe. Und ich habe ja gerade schon gesagt, ich bin durch diese Traineestationen eben viel auch durchs Unternehmen gewechselt und habe da, auch wenn es ganz unterschiedliche Aufgaben und unterschiedliche Menschen waren, immer wieder festgestellt, wie schön und teamorientiert einfach auch der Umgang miteinander ist und deshalb würde ich mich entscheiden für das Lied „Better Together“ von Jack Johnson.
Süß, ich glaub auch, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Ich glaube, man hat für jeden Tag irgendwie auch einen anderen Song.
Wahrscheinlich ist das so.
Wir lassen das so stehen, ich finde das einen schönen Abschluss.
In diesem Sinne, vielen Dank, dass ihr da wart.
Und ich fasse ja zum Schluss immer noch mal zusammen, was ich gelernt habe und das ist Folgendes. Ich habe gelernt, dass es entscheidend ist, frühzeitig Trends und Entwicklungen im Umfeld zu erkennen, um zukunftsorientiert zu handeln. Dass Produktentwicklung immer im Spannungsfeld zwischen bestehenden Regeln und deren Weiterentwicklung stattfindet, um Kundenbedürfnisse langfristig zu erfüllen. Dass offenes, zeitnahes Feedback sowie eine wertschätzende, hierarchieübergreifende Zusammenarbeit maßgeblich zum beruflichen Wachstum beitragen. Dass berufliche Entwicklung bei Dataport durch verschiedene Stationen, Erfahrungen und vor allem Chancen geprägt wird. Und wenn ihr wissen wollt, wie man denn Dataport-Vibe beschreibt, dann mit den Worten von Jack Johnson: „Well, it’s always better when we‘re together“.
Vielen lieben Dank, dass ihr zugehört habt. Teilt doch mal in den Kommentaren eure Highlights oder was euch besonders interessiert hat. Das war COUCH CAREER – berufliche Geschichten vom Sofa.
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