LoRaWAN in Kultureinrichtungen – Sensoren schützen Kulturschätze
In Museen und Bibliotheken spielen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle beim Erhalt wertvoller Kulturgüter. Ob Bücher, Bilder oder Handschriften: Die LoRaWAN-Technologie bietet für Kultureinrichtungen eine zuverlässige und kostengünstige Lösung, um Bestände zu überwachen – und spart dazu Arbeitszeit. Im Auftrag der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek hat das Kultur.Kompetenzzentrum von Dataport ein LoRaWAN-System installiert.
Auch „Der Schimmelreiter“ ist vor Schimmel geschützt. Das Originalmanuskript der berühmten Erzählung von Theodor Storm lagert in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel. Etwa eine halbe Million Druckwerke gehören zum Bestand der Bibliothek, darunter fast alle Zeitungen, die bis heute in Schleswig-Holstein erschienen sind und seit der Gründung der Landesbibliothek im Jahr 1895 gesammelt wurden. Doch das kulturelle Gedächtnis des Landes ist ständigen Gefahren ausgesetzt, erzählt Dr. Maike Manske, Dezernatsleiterin Sondersammlungen/Landesgeschichte in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek: „Wenn die Temperatur sich verändert oder die Feuchtigkeit im Umfeld schwankt, kann das Schäden hervorrufen. Materialien dehnen sich aus, ziehen sich wieder zusammen, Risse können entstehen.“ Schlimmstenfalls drohen dann Tintenfraß, Schimmel, Stockflecken oder Korrosion.

Ich kann die Messdaten jederzeit auf dem Rechner oder auf dem Smartphone einsehen. So hilft das Digitale dabei, dass das Analoge überlebt und haltbar gemacht wird.
Dr. Maike Manske
Dezernatsleiterin Sondersammlungen/Landesgeschichte, Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek
Monitoring mit geringem Aufwand
Im Jahr 2025 hat Dataport die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek mit einem LoRaWAN-System ausgestattet. LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“. Die Funktechnologie mit hoher Reichweite ermöglicht zuverlässig die drahtlose Übertragung von kleinen Datenmengen über Entfernungen von bis zu zehn Kilometern, noch dazu mit geringem Energieverbrauch. Zehn kleine Sensoren auf zwei Etagen übertragen seither kontinuierlich die Daten zu Licht, Temperatur und Raumklima an ein Dashboard. Das wiederum ist über Smartphones und Tablets der Mitarbeitenden abrufbar und schlägt Alarm, wenn Grenzwerte überschritten werden. Das ist beispielsweise der Fall, falls die Sensoren eine Temperatur von mehr als 26 Grad messen oder erkennen, dass die Luftfeuchtigkeit auf über 80 Prozent steigt. So können die Mitarbeitenden eingreifen, bevor Schäden an den wertvollen Beständen der Landesbibliothek entstehen.

LoRaWAN als praktischer Problemlöser
Für Maike Manske ist die Überwachung der Magazine durch LoRaWAN nicht nur ein praktischer Problemlöser, sondern bringt auch eine Menge Zeitgewinn im Bibliotheksalltag: „Wir müssen nicht mehr jeden Tag ins Magazin gehen und die Temperatur kontrollieren Das spart uns rund zwanzig Minuten Arbeitszeit pro Tag. Und LoRaWAN läuft immer. Egal, ob man da ist oder nicht."
Darüber hinaus lassen sich mit LoRaWAN auch sogenannte Peopleflow-Sensoren einsetzen: Sie erfassen Publikumsströme im öffentlichen Bereich von Bibliotheken und Museen und messen die Besucherzahlen. Mit kleinen batteriebetriebenen Sensoren und ohne bauliche Eingriffe wird so der Alltag smarter. Der erfolgreiche Einsatz von LoRaWAN wie in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek ist auch für andere Institutionen wie Verwaltungen, Schulen oder Rathäuser möglich.
Schleswig-Holstein ist Vorreiter
Schleswig-Holstein gilt als Vorreiter und hat mit Unterstützung von Dataport bereits 432 LoRaWAN-Gateways eingerichtet. Diese Gateways fungieren als Empfangs- und Sendestationen, nehmen Funksignale der Sensoren auf und leiten die Daten an zentrale Server weiter. Durch den flächendeckenden Ausbau dieser Schnittstellen steht im ganzen Land ein kostenfreies LoRaWAN-Netz zur Verfügung, das unter anderem in der Landwirtschaft oder zur Überwachung von Parkplätzen, Straßenbeleuchtung und Luftqualität genutzt werden kann.
Maike Manske von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek möchte LoRaWAN jedenfalls nicht mehr missen, weil sie sich auf das kontinuierliche Monitoring in ihren Magazinen und Archiven verlassen kann: „Ich kann die Messdaten jederzeit auf dem Rechner oder auf dem Smartphone einsehen. So hilft das Digitale dabei, dass das Analoge überlebt und haltbar gemacht wird.“