Digitale Gesundheitsbildung bietet große Chancen

Comiczeichnung eines Polizisten mit drei Kindern, die vom Viren umgeben sind

Die Gesundheit eines Menschen, eine sichere Gesundheitsversorgung überall im Land, eine gesundheitliche Chancengleichheit für Personen mit besonderen Bedürfnissen: All das sind Bestandteile der für das menschliche Dasein notwendigen Grundversorgung. Sie zählen somit zu den staatlichen Aufgaben der Daseinsvorsorge. Auch die Förderung der Gesundheit durch Gesundheitsbildung gehört dazu, etwa im Bereich Infektionsschutz.

Die Digitalisierung eröffnet neue Wege, die Daseinsvorsorge anzugehen und so die staatliche Aufgabe zu erfüllen, jene Güter und Leistungen bereitzustellen, die für ein menschliches Dasein notwendig sind. Vor allem die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet enorme Chancen, Bürger*innen in der Stadt und auf dem Land noch besser zu versorgen. Die Corona-Krise macht noch einmal deutlich, welches Potenzial, die Themen Gesundheitsschutz und Digitalisierung für unsere Gesellschaft haben und welch wichtige Rolle dem Staat hierbei zukommt.

Gesundheitsförderung ist auch staatliche Aufgabe

Stichworte wie Hygiene und Infektionsschutz sind mittlerweile uns allen bekannt. Vor allem zu Beginn der Krise war in fast jedem Medium nachzulesen, welche Hygiene-Regeln wir einhalten sollen und wie Infektionsschutz funktioniert. Wissen zu diesen Themen aufzubauen und unser Verhalten anzupassen, wurde zur Grundlage, um das neue Corona-Virus zu bekämpfen. Zugleich sind dies Themen, die für die Prävention und Gesundheitsförderung schon immer wichtig waren.

Der Staat hat den Auftrag, Bürger*innen jeden Alters dabei zu unterstützen, „gesunde“ Lebensweisen zu entwickeln und im Alltag umzusetzen. Dieser Auftrag ist im Präventionsgesetz geregelt und umfasst Bereiche wie beispielsweise Ernährung, Bewegung und Stressregulierung. Damit das funktioniert, muss der Staat seine Maßnahmen für die Prävention und Gesundheitsförderung der Bürger*innen dort umsetzen, wo diese den Großteil ihrer Zeit verbringen. Eine wichtige Rolle hierbei spielen die Familie, aber auch Kitas, Schulen, Betriebe, das Wohnumfeld und Pflegeeinrichtungen.

Gerade in der Anfangszeit der Corona-Krise fanden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention unter erschwerten Bedingungen statt. Wissen direkt vor Ort in Schulen oder Unternehmen zu vermitteln oder gesundheitsförderliches Verhalten einzuüben, war nur eingeschränkt möglich. Hier bieten sich digitale Technologien wie Videokonferenzsysteme und Online-Kurse geradezu an.

Digitalisierung ermöglicht eine Gesundheitsförderung in allen Lebenslagen

Digitale Hilfsmittel bieten aber nicht nur in Zeiten des „Social Distancing“ Chancen, die Gesundheitsbildung zu unterstützen – und das für Kinder ebenso wie für Menschen im hohen Erwachsenenalter. Digitale Lernspiele helfen dabei, sich das eigene Gesundheitsverhalten vor Augen zu führen, indem sie beispielsweise die Anzahl der Schritte pro Tag erfassen und in einer spielerischen Softwareanwendung darstellen. Darauf aufbauend könnten digitale Empfehlungen zu einer Verhaltensänderung führen, etwa: Versuch doch einmal, dich jeden Tag etwas mehr zu bewegen! Auch Lernquizze mit automatisiertem Feedback könnten eingesetzt werden, um Wissen zu bestimmten Gesundheitsthemen wie einer ausgewogenen Ernährung zu vertiefen. Diese Anwendungen können in die Lebenswelten der Bürger*innen von der Schule bis in die Seniorenbetreuung eingebunden werden und bieten großes Potenzial für die Förderung einer gesunden Lebensweise.

Hierbei können personenbezogene Daten anfallen und es ist wichtig, dass die Anbieter und Bürger*innen das im Blick behalten. Pulswerte, Bewegungsdaten, Ergebnisse aus Lernquizzen und andere sensible Daten der Nutzer*innen müssen mit Sorgfalt und unter Sicherstellung der digitalen Souveränität behandelt werden. Möchte zum Beispiel eine Schule oder der öffentliche Gesundheitsdienst solche digitalen Lösungen einsetzen, muss sichergestellt werden, dass die Nutzer*innnen selbst über die Speicherung oder gar Weitergabe der Daten bestimmen können.

Wie können solche digitalen Lösungen konkret aussehen? Bereits im vergangenen Jahr haben wir bei Dataport in unserem Innovationshub experimentiert und einen Prototypen für ein Lernspiel für acht- bis zwölfjährige Kinder entwickelt: den digitalen Körperdetektiv-Club. Mit interaktiven Komponenten für den Unterrichtseinsatz und der Möglichkeit eigenständig z.B. in Freistunden zu lernen, können typische Themen der Gesundheitsförderung auf spannende Weise vermittelt werden. Und natürlich beschäftigten wir uns im Rahmen des Projekts auch mit den Anforderungen an den Datenschutz.

Zusätzlich haben wir eine kleine bebilderte Hörgeschichte mit den Körperdetektiv*innen entwickelt, die die Hygiene-Regeln in der Corona-Krise und die dahinterliegenden Zusammenhänge für Kinder der 3. bis 5. Klasse spielerisch vermittelt. Zu Fragen wie: „Warum ist Händewaschen mit Seife wirksam gegen Viren?“ entdecken Kinder die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Hygieneverhalten und ihrer Gesundheit.

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Autor*in

Business Development Gesundheit und Soziales
Autorin Inge Feuerlein

Inge Feuerlein entwickelt bei Dataport das Geschäftsfeld Gesundheit und Soziales und identifiziert neue Marktchancen für den IT-Dienstleister. Ihr Fokus liegt auf innovativen digitalen Lösungen im Bereich der Daseinsvorsorge. Als Diplom-Psychologin interessierte sie sich schon früh für das Zusammenspiel von Mensch und Maschine und setzt dieses Interesse und ihre Expertise nun im Bereich des digitalen Gesundheitswesens ein. Auch ihre langjährigen Erfahrungen als IT-Projektleiterin und Consultant im öffentlichen Sektor, beispielsweise für Gesundheits- und Sozialverwaltungen, kommen hier zum Tragen.